Themenbereich: Fehlgeburt

"Warum erhält man nicht immer Rhesogam nach einer Geburt?"

Anonym

Frage vom 05.06.2010

Liebes Hebammenteam,
zunächst ein großes Lob füe diese Hebammensprechstunde! Ich habe am 29.05.10 eine missed Abort gehabt !Unser 3.Wunschkind ist in der 13. SSW gegangen. darüber sind wir alle sehr,sehr traurig und ich mache mir Vorwürfe,die Fehlgeburt nicht bemerkt zu haben! Habe mich beim FA so gefreut das Mäuschen zu sehen und das Herz schlagen zu sehen! Es kommt noch dazu das ich Blutgruppe A Rhesus negativ bin! Nach meiner 1. Geburt erhielt ich Rhesogam(Kind ist Rhesus neg.) Nach meiner Tochter(ist positiv) erhielt ich keine Spritze! Nach meiner Fehlgeburt erhielt ich aber wieder Rhesogam noch in der Narkose. Ich habe mich vor 2 Jahren so über unsere Maus gefreut,das ich nicht daran gedacht habe mich spritzen zu lassen. Erst als die Ärzte vor dem Eingriff nach meiner Blutgruppe gefragt haben und ob ich Rhesogam erhalten habe,ist mir das eingefallen! Nun meine Frage. Warum erhält man nicht,egal welche Blutgruppe das geborene Kind hat,immer dieses Rhesogam? Soll doch auch schützend in der folgenden SSW sein. Bitte antworten Sie mir denn ich habe erst in 5 Wochen einen Termin beim FA! Ich bin total am Ende und muß ständig an unser Baby denken und habe Angst vor einer neuen SSw,obwohl ich unbedingt noch so einen Winzling haben möchte! Danke schon mal und viele Grüße aus Chemnitz!

Antwort vom 07.06.2010

Hallo,
normalerweise wird bei einer RH negativen Mutter nach der Geburt aus der Nabelschnur die kindliche Blutgruppe bestimmt und im Falle eines positiven Rhesusfaktor erhält die Frau das Rhesogam. Daran zu denken ist eigentlich nicht Ihre Aufgabe, sondern die der betreuenden Klinik. Sollte das bei Ihrer Tochter wirklich nicht stattgefunden haben, dann würde ich das auf alle Fälle nochmal mit dem Gynäkologen besprechen, es müsste in Ihrem Mutterpass dokumentiert sein und sollte das vergessen worden sein zu notieren würde ich die alte Akte aus der Klinik anfordern um nachzuschauen, ob es dort dokumentiert ist. Normalerweise erhalten Sie auch einen Aufkleber in den Mutterpass auf dem die Chargen Nummer des Rhesogam vermerkt ist. Wenn sich auch in der Akte darüber kein Nachweiss findet, dann muss der Arzt in Ihrem Blut nach Antikörpern gegen den positiven Faktor suchen. Es braucht möglicherweise einen zeitlichen Abstand zu der gerade erfolgten Rhesogamspritze, das wird er aber wissen. Wenn Sie Antikörper gegen RH positives Blut haben, dann kann das zu Fehlgeburten führen, bei einem RH positiven Kind. Bevor Sie erneut versuchen schwanger zu werden muss das auf alle Fälle abgeklärt werden. Am Anfang einer Schwangerschaft nimmt der Arzt immer Blut ab, das auch auf Antikörpern hin untersucht wird, da er das Ergebnis in der 13. Woche wahrscheinlich schon vorliegen hatte, denke ich mal, dass Sie keine haben, das Ergebnis wird auch in den Mutterpass eingeklebt. Wenn Ihnen die fünf Wochen dafür zu lange sind, würde ich um einen deutlich früheren Termin bitten. Ich denke, die Gründe warum man es nicht unabhängig vom kindlichen RH Faktor bekommt sind auch Kostengründe, aber auch, dass Sie es bei einem RH negativem Kind nicht brauchen, da Ihr Körper diesen Faktor nicht als fremd ansieht und auch keine Antikörper bildet. Ich wünsche Ihnen viel Kraft und nehmen Sie sich Zeit um den Verlust Ihres Kindes zu betrauern. LG Judith

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