Themenbereich: Fehlgeburt

"Wie sollte ich bei Verdacht auf Fehlgeburt weiter vorgehen?"

Anonym

Frage vom 27.12.2011

Hallo,

wie sollte ich weiter vorgehen? Ich bin laut Rechnung heute 8+1. SSW und hab Heilig Abend mittelstarke Schmerzen gehabt. Am 1. Weihnachtsfeiertag hatte ich dann ganz leichte dunkle Schmierblutung und bin daraufhin ins KH gefahren. Dort stellte man fest, dass die Fruchthöhle leer ist und ca. 0,6 cm groß ist. Es wurde mir Blut abgenommen und der HcG wert betrug 2483.

Bereits am 17.12. war ich das erste mal nach einem positiven Schwangerschaftstest bei meiner FÄ gewesen, welche meinte die Fruchthöhle entspräche zu diesem Zeitraum eher 5. Woche.

Zwei Tage nach dem Besuch im KH sollte ich mich dort erneut vorstellen. Es gab keine sichtbaren Veränderungen. Der HCG wert stieg von 2483 auf lediglich 2918. Die Ärztin meinte, es wäre viel zu wenig und die Fruchthöhle sei viel zu klein und sie würde deshalb noch am selbigen Tag, also heute, eine Ausschabung vornehmen wollen. Ich lehnte dies mit der Aussage ab, dass ich wenn ja, eine Ausschabung an meinen Wohnort durchführen lassen will.
Seit ca. 2 Stunden habe ich erneut Blutungen, welcher eher sehr dunkel, fast schwarz sind. ISt das ein ZEichen für eine unmittelbar bevorstehende Fehlgeburt? Gibt es noch Hoffnung, dass es vielleicht nur ein Eckenhocker ist? Und da ich schon Blutungen habe, gibt es daher die Chance, dass ich vielleicht keine Ausschabung brauche? Wie sollte ich weiter vorgehen? Bin jetzt in meinem Wohnort.

Vielen Dank!

MfG

Antwort vom 27.12.2011

Hallo, leider kann ich Ihnen aus dem was Sie beschreiben wenig Hoffnung darauf machen, dass es sich bei Ihrer Schwangerschaft vielleicht um einen "Eckenhocker" handeln könnte. Dagegen spricht vor allem, dass Sie eine zunehmende Blutung haben. Hinzu kommen die Ultraschallergebnisse und die Entwicklung des HCG- Wertes. Jedes Teil für sich genommen, wäre noch kein "Beweis", bei allem zusammen ergibt sich jedoch eher das Bild einer beginnenden Fehlgeburt, als das einer möglicherweise intakten Schwangerschaft.
In Deutschland wird bei einer Fehlgeburt fast immer eine Ausschabung gemacht. In anderen Ländern wird das durchaus anders gehandhabt und Sie haben selbst die Entscheidungsmöglichkeit, eine spontane Fehlgeburt abzuwarten. Diese hat den Vorteil, dass weniger Verletzungsgefahr für die Gebärmutterschleimhaut besteht und eine spontane Fehlgeburt wird psychisch meist besser verarbeitet. In den früher Schwangerschaftswochen, wie bei Ihnen, sind Komplikationen damit eher selten. Da Fruchtblase und ggf. Embryo ja noch sehr klein sind, entspricht eine Fehlgeburt einer etwas verstärkten Periode. Bei deutlich stärkeren Blutungen müssten Sie jedoch eine Klinik aufsuchen. Sie sollten nicht alleine sein, so dass Sie jemand fahren oder einen Krankenwagen rufen könnte.
Es tut mir sehr leid, dass ich Ihnen nichts positiveres schreiben kann. Eine sichere Diagnose ist mir übers Internet natürlich nicht möglich und ich kann Ihnen eine eigene Entscheidungsfindung nicht abnehmen. Wenn Sie sich weiter informieren möchten, so können Sie unter dem Stichwort "kleine Geburt" bei Google viele Erfahrungen von anderen Frauen dazu lesen. Sie haben auch die Möglichkeit die Hilfe einer Hebamme in Anspruch zu nehmen, die allerdings auch Geburtshilfe anbieten muss, was nicht mehr so viele Hebammen machen (eine Haftpflichtversicherung mit Geburtshilfe ist auch bei Betreuung von Fehlgeburten notwendig). Am ehesten könnte die Möglichkeit über ein Geburtshaus in Ihrer Stadt bestehen.
Ich wünsche Ihnen alles Gute, Monika


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