Themenbereich: Entwicklung des Ungeborenen

"Abwarten oder Ausschabung?"

Anonym

Frage vom 16.07.2012

Hallo,liebes Hebammenteam..bin sehr verunsichert und traurig,hab einen 6jährigen Sohn, bei dem die schwangerschaft gut verlief. 2008 leider eine Fehlgeburt in der 23.woche-diagnose plazenta praevia..muss dazu sagen, dass ich bei dieser ss von anfang an ein"komisches"gefühl hatte, obwohl sich bis zu 17.sswoche keinerlei(!) Beschwerden einstellten. Kinderwunsch war immer da, hatte aber stets angst davor, wieder so ein "komisches" gefühl bei einer erneuten ss zu haben. So,nun ist einige zeit vergangen und ich bin wieder schwanger geworden,mit übelkeit, brustspannen, positivem test und allem was dazugehört,fühle mich urwohl und überglücklich trotz den üblichen SSbeschwerden und alles fühlt sich super und richtig an. Meine letzte periode begann am 26,mai2012, müsste also bereits in der 8. woche sein(zyklus 28 Tage). Nun war ich heute mit diesem guten gefühl beim Fa und dieser konnte aber keine Herztöne finden und fand den"punkt" auch viel zu klein, schüttelte den kopf und meinte, dass ich in 4Tagen noch einmal kommen soll,es aber schlecht aussähe, da der sstest ja bereits am 23.juni positiv war- von daher also zuwenig entwicklung zu sehen wäre. Verstehe die welt nicht mehr, da ich sonst eigentlich immer gut auf mein (körper-)gefühl vertrauen konnte...Anzeichen für die ss sind immer noch da, habt ihr einen Rat für mich? Abwarten oder Ausschabung?

Antwort vom 17.07.2012

Hallo, es besteht überhaupt keine Veranlassung etwas zu überstürzen und nur vier Tage zwischen den Untersuchungen halte ich für viel zu kurz um eine Entwicklung feststellen zu können. Es wäre gut möglich, dass sich Ihr Zyklus verschoben hat und daher der Eisprung/Befruchtung später waren als vermutet.
Mit "Abwarten" machen Sie nichts verkehrt. Es ist zwar auch möglich, dass sich die Schwangerschaft nicht richtig entwickelt hat, aber bis jetzt ist das nicht sicher feststellbar. Sollte es sich um eine Fehlgeburt handeln, ist eine Ausschabung nicht die zwangsläufige Konsequenz. Sie können auch warten bis Ihr Körper eine eigene Fehlgeburt einleitet. Meist kann das traurige Ereignis besser verarbeitet werden, wenn es bewusst miterlebt wird und die Möglichkeit besteht loszulassen.
Was die Diagnostik betrifft: Einsicheres Zeichen, dass die Schwangerschaft nicht intakt ist, ist ein sinkender HCG-Wert (nur tatsächlich sinkend, nicht "zu niedrig" und nicht "zu wenig angestiegen").
Ein zu kleiner Embryo und fehlende Herztöne alleine sind keine sicheren Befunde, um mit Sicherheit eine Fehlgeburt feststellen zu können (vor allem bei der ersten Untersuchung). Zwischen zwei Kontrollen empfehle ich immer mindestens eine Woche abzuwarten. Sollte ein Wachstum feststellbar sein, ist es nicht wichtig, ob auch Herztöne darstellbar sind oder nicht. Wo Wachstum ist, da ist auch Leben und es besteht berechtigte Hoffnung auf eine intakte Schwangerschaft. Sehr häufig entwickeln sich ganz normale Schwangerschaften auch wenn am Anfang Zweifel durch die US-Untersuchung aufkommen.
Ich wünsche Ihnen alles Gute, Monika Selow

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