Themenbereich: Baby-Alltag

"Verlegung des Frühgeborenen von Intensiv auf Normalstation "

Anonym

Frage vom 08.12.2015

Hallo,

ich bin seit heute sehr verunsichert und mach mir über unsere Kleine Sorgen und hätte gerne euren Rat.
Unsere Maus ist in der 32+6 SSW am 14.11 zur Welt gekommen. Als Frühchen musste sie dann zur Betreuung auf die Neonatologie Station in unserem Krankenhaus. Ich fühlte mich da wohl und unsere Tochter in guten Händen und supessr betreut.
Schnell hat sie an Gewicht dazugewonnen und hat das ganz brav gemacht. Das einzige was ihr noch fehlt, ist die Kraft alles selbst zu trinken, sei es von der Brust oder vom Fläschchen, es muss immer wieder einiges dazu sondiert werden.
Was mir jetzt aber Sorgen macht, heute wurde sie von der NEO genommen und auf die normale Kinderstation verlegt. Da anscheinend zu wenig Platz in der NEO ist und unsere Maus im besten Zustand ist um auf der normalen Station aufgenommen zu werden.
Ich jedoch empfinde es so, dass hier die Betreuung nicht mehr so intensiv ist und ihre Entwicklung hier nicht mehr so gefördert wird. Plötzlich wird alles nicht mehr so genau genommen. Ich mach mir da große Sorgen, ob sie da jetzt nicht einen Rückschritt macht.
Was kann ich in so einer Situation machen? Was für ein Platz steht uns zu, einer auf der Neo oder nicht? Ist die Verlegung auf die normale Station gerechtfertigt? Was steht mir überhaupt zu, wie weit darf ich gehen, was darf ich fordern?
Nach unserem Ganzen hin und her in den letzten Wochen, wünschen wir uns nur dass es unser Engel bis Weihnachten nach Hause schafft.

Vielen Dank Gruß

Antwort vom 10.12.2015

Hallo!
Es ist eine grosse Herausforderung für alle Eltern, wenn ihr Kind von der Intensivstation auf die "Normalstation" verlegt wird. Von außen betrachtet sollte man meinen, dass das ein sehr gutes und zuversichtliches Zeichen für die Eltern bedeuten sollte, aber es führt oft erst einmal zur Verunsicherung. Der Ablauf, der Personalschlüssel, der Aufwand und einiges mehr unterscheiden sich zwischen Intensivstation und Normalstation, so dass Sie als Mutter das Gefühl haben, dass jetzt eine Vernachlässigung stattfindet. Die Aufnahme auf die Intensivstation kennzeichnete ja auch eine gewisse Schwere der Erkrankung bzw. des Zustands und die Beruhigung, dass jetzt alles besser ist bzw. wird, stellt sich für Eltern meistens viel langsamer ein. Entsprechend sind Ihre Sorgen ganz normal und verständlich. Nach aussen hin bedeutet das wiederrum, dass Sie als Mutter jetzt mehr Verantwortung übernehmen dürfen und sollen. Gleichzeitig stellen Sie wahrscheinlich fest, dass Sie sich noch nicht so weit fühlen, weil Sie ja entsprechend der Entwicklung der Geschehnisse noch "hinterhoppeln". Sie brauchen natürlich auch ein bisschen Mut und Kraft, sich zuzutrauen zu "übernehmen". Ich empfehle Ihnen sich bewusst und engagiert in die Pflege Ihrer Tochter einzubringen. Sie sollen die Expertin von ihr und ihrer Entwicklung werden aus dem Gefühl und der Intuition und dem täglichen, intensiven Kontakt heraus und zwar primär ohne Zahlen und Fakten. Selbstverständlich könnten Sie sich medizinisch belesen, aber das wird Sie primär nicht sicherer machen. Suchen Sie sich ein oder zwei Schwestern auf der neuen Station, die Sie sympathisch finden, deren Erklärungen Sie gut verstehen und die mit Ihnen Pläne der Weiterbetreuung schmieden bzw. konkret organisieren für Ihren Heimweg mit ihrer Tochter sowie der Zeit danach. Natürlich möchten Sie Ihr Kind Weihnachten daheim haben, aber das "Loch" zwischen Rundumbetreuung über die Intensivstation und der kompletten alleinigen Verantwortung daheim ist viel zu groß, als dass Sie sich bei diesem Übergang wohl fühlen würden. Nutzen Sie die Zeit auf der Normalstation mit Ihrer Tochter durch intensiven Körperkontakt, dem Kennenlernen der Signale, dem Ausprobieren von Vorgehensweisen mit der gleichzeitigen Möglichkeit, immer noch jemanden fragen zu können. Lassen Sie sich erklären, wie die nächsten Wochen aussehen werden und welche Schritte wirklich möglich sind. Das Verhalten und die Entwicklung eines Frühgeborenen gleicht in den ersten Monaten nicht dem eines reifen Neugeborenen. In dem jetzigen Alter Ihrer Tochter wird sich aber Saug- und Schluckreflex zunehmend besser koordinieren und auch mehr Kraft der Muskulatur zum Saugen entwickeln. Diese Schritte passieren altersgerecht aber erst jetzt. Bleiben Sie zuversichtlich. Alles Gute, Inken Hesse, Hebamme

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