Themenbereich: Schlafen

"schreit schon, wenn sie nur ins Bett soll"

Anonym

Frage vom 25.04.2016

Hallo!!
Ich habe eine 10 Monate alte Tochter die einfach nicht in ihrem Bett schlafen möchte. Bis zum 6. Monat hat sie bei uns in der Mitte geschlafen und ab dem 6. Monat haben wir sie ausquartiert. Sie schläft bei uns auf dem Bauch ein und dann legen wir sie in ihr Bett (in ihrem Zimmer), das hat auch alles super geklappt!! Einmal in der Nacht wird sie wach und dann darf sie bei uns schlafen. Nun wird dies aber seit gut 2 Monaten immer früher. Anfangs wurde sie gegen 2 Uhr nachts wach, dann 0 Uhr, 22 Uhr und nun legen wir sie um halb 8 hin und nach nicht ganz einer Std steht sie schreiend in ihrem Bett. Geht man mit ihr ins Elternbett und legt sie sich auf den Bauch schläft sie einfach weiter, nur zurücklegen lässt sie sich nicht mehr, eine einzige Katastrophe!!! Seit einer Woche weint sie nun schon wenn wir alles dunkel machen und uns gemeinsam mit ihr hinlegen. Wir haben unsere Tochter nie schrieen lassen, aber ich kann doch nicht jeden Tag um kurz vor 8 mit ihr ins Bett!? Gibt es einen Tipp? Mein Freund sagt, das wenn ich sie schreien lasse, dann würde es ihrer Entwiklung schaden? Ich hab mich mal neben ihr Bett gesetzt, aber sie schreit bis ich sie rausnehme..

Antwort vom 30.04.2016

Hallo!
Ich empfehle Ihnen sich zu überlegen, wie ein Familienbett in Ihre Situation passen könnte. Das bedeutet, dass Sie im Schlafzimmer versuchen, ausreichend Platz für jeden Einzelnen von Ihnen zu finden. Das kann heissen, dass Sie ein weiteres Bett oder eine Matratze in die Schlaflandschaft hinzufügen. Meistens bringt das erst einmal Ruhe für alle mit sich. Sie haben eine ganz typische Situation: Ihre Tochter fordert Hilfe und Körperkontakt vehement ein. Sie ist zwischenzeitlich so alt und "kräftig", dass sie das auch ausdauernd machen kann. Bei den angegebenen sechs Monaten, wo Sie die Schlafsituation von einem Tag auf den anderen geändert haben, hat sie für einige Wochen sich daran adaptieren können. Je weiter die Kinder sich entwickeln und ihre Bedürfnisse nach Nähe und Körperkontakt mit Ausdauer äussern können, ändert sich typischerweise die Situation. Sicher ist Ihre Tochter an das Einschlafen auf Ihrem Bauch gewöhnt; es hat ihr bisher geholfen, in den Schlaf hinüberzuwandern. Eine Veränderung an dieser Einschlafgewohnheit ist das Eine. Insgesamt aber die Nähe in der Nacht zu Ihnen zu missen, ist noch etwas Anderes. Das abendliche Zu-Bett-Gehen scheint zwischenzeitlich so viel Unsicherheit in die vormals "sichere Schlafsituation" gebracht zu haben, dass Ihre Tochter mit Panik reagiert. In dem Augenblick, wo Sie versuchen, Ihr Kind nicht aus Prinzip und aus erzieherischen Maßnahmen allein in ein Zimmer zu legen und dann auch das alleinige Einschlafen gleichzeitig einzufordern, wird sich die Situation sicher wieder entspannen. Am Wichtigsten scheint es immer zu akzeptieren, dass Ihr Kind nicht manipulieren will, sondern einfach Körperkontakt braucht. Wenn Sie diesen Knoten im Kopf für sich als Eltern gelöst haben und auch in irgendeiner Form diese Nähe immer wieder geniessen können, bringt es erneut Ruhe und Sicherheit zurück. Dann wird sich erneut etwas ändern. Alles Gute, Inken Hesse, Hebamme

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