Themenbereich: Geburtseinleitung / Geburtsbeginn

"Einleitung wegen Kindsgröße?"

Anonym

Frage vom 17.06.2004

Hallo, ich bin 8 Tage über dem ET und soll zur Einleitung ins Krankenhaus, da der Kopfumfang lt. Ultraschall 37cm beträgt. Ich habe bereits 2 Kinder und beide hatten eine KU von 35,5 cm
und waren bei der Geburt 4050g bzw.4240g schwer(vaginale Geburt).
Meine Frauenärztin meinte, wenn man nicht einleitet und noch länger wartet könnte das Kind eventuell durch die Größe eine Behinderung bei der Geburt erleiden, in dem Sinne daß die Schulter nicht durchpaßt und es dann einen z.B. einen steifen Arm hätte. Wäre ein Kaiserschnitt nicht angebracht oder würden Sie´s mit dem Einleiten versuchen.
Vielen Dank schon im voraus für die Beantwortung

Antwort vom 17.06.2004

Hallo,
der im Ultraschall gemessene Kopfumfang stimmt nicht überein mit den nach der Geburt gemessenen Werten, weil sich die Kopfform beim Durchtritt durchs Becken noch ändert. Außerdem würde eine Änderung des Durchmessers um 1,5 cm gerade mal ca. 0,5 cm am Durchmesser verändern und soviel Spielraum hat sowohl das Becken als auch der Scheidenausgang. Gerade beim Dritten Kind besteht wenig Grund zur Sorge wenn vorher zwei relativ große Kinder auch gut spontan gekommen sind. Wesentlicher als wie groß der Kopf ist, ist wie das Kind den Kopf hält. Am kleinsten und günstigsten ist eine gebeugte Kopfhaltung, die die meisten Kinder automatisch einnehmen. In den letzten Jahren ist es üblich geworden die Frauen "aufzuklären" über alle zur Verfügung stehenden Möglichkeiten und Risiken. Hätten Sie Ihr erstes Kind heute bekommen, dann hätten Sie die gleichen Risiken und Vorschläge auch schon beim ersten Kind bekommen. Eine Einleitung erhöht die Chance auf eine gute Geburt keinesfalls!! In den letzten Tagen ist doch keine wesentliche Änderung des Gewichts und der Maße des Kindes mehr zu erwarten und der eventuelle Vorteil einer Einleitung steht in keinem Verhältnis zu den Risiken einer forcierten Geburtshilfe. Um Probleme zu vermeiden wäre ein natürlicher Geburtsbeginn und eine zurückhaltende Geburtshilfe (nicht zu früh pressen, kein mitdrücken von Arzt und Hebamme, freie Wahl der Gebärposition usw.) besser geeignet. Wenn nur die Alternative zwischen Einleitung und Kaiserschnitt für Sie besteht, dann ist die Einleitung die bessere Alternative und klappt beim dritten Kind meist auch ganz gut.
In den letzten Jahren, in denen die Geburtshilfe vielerorts wieder zurückgekehrt ist zu "möglichst viel machen" ist die Kaiserschnittrate dramatisch gestiegen, die Ergebnisse bei den Kindern haben sich bundesweit aber eher verschlechtert als verbessert!! Der Kaiserschnitt birgt ein weit höheres Risiko für Sie und für folgende Kinder, die Sie vielleicht noch bekommen möchten. Für dieses Kind sehe ich keine echte "Chancenverbesserung" durch einen Kaiserschnitt die dazu im Verhältnis stehen würde.
Die bestehende Verunsicherung durch unterschiedliche Aussagen kann ich gut nachvollziehen. Wenn Sie eine Hebamme haben wäre es gut eventuell noch mal einen kurzfristigen Termin zum persönlichen Gespräch zu machen, in dem Sie genau besprechen können wo welcher Zusammenhang besteht.
Alles Gute für eine baldige, schöne Geburt, Monika

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