Themenbereich: Schwangerschaft allgemein

"Leidet Ungeborenes bei Problemen der Familie?"

Anonym

Frage vom 27.01.2005

Leidet mein ungeborenes Kind unter folgenden Umständen:
Ich habe schon ein 2,9 Jahre altes Kind, bin selbstständig (Friseurgeschäft) und nun ist mein Mann an einem Gehirntumor erkrankt. Er ist im November`04 operiert worden und nun halbseitig gelähmt. Das bedeutet, nun muß ich nicht nur meinen großen Sohn versorgen sondern auch meinen Mann. Manchmal möchte ich einfach wegrennen. Die Schwangerschaft war vor Bekanntwerden der Krankheit gewünscht und entstanden. Aber erst jetzt beginne ich mich richtig darauf zu freuen. Mein Mann hat natürlich überhaupt kein Nerv für die Schwangerschaft, aber das macht mich zusätzlich traurig. Mit meinen Eltern kann ich gut reden, die verstehen mich auch, aber die Eltern meines Mannes, mit denen wir in einem Haus wohnen, interessieren sich kaum für das Baby. Das sind alles Sachen die mich belasten, ich bin nun auch schnell gereizt und genervt. Am liebsten würde ich manchmal mit meinen großen Sohn ausreißen. ich hoffe ich habe wieder genug Kraft und Nerven gesammelt, wenn mein zweiter Sohn auf die Welt kommt.

Antwort vom 28.01.2005

Das ist natürlich eine äußerst belastende Situation für Sie und Sie sollten unbedingt Hilfe und Unterstützung haben. Wenn Ihre Schwiegereltern im haus wohnen, dann können die ihnen vielleicht etwas abnehmen was den haushalt, die Pflege Ihres Mannes oder auch die Betreuung des Kindes betrifft. Das wäre schon mal ein bisschen körperliche Entlastung. Falls das nicht möglich ist, kann es gut sein, dass Sie eine Haushaltshilfe bekommen können, wenigstens für die erste Zeit mit Baby. Wichtig wäre für Sie auch, jemanden zu haben, mit dem Sie reden können, wenden Sie sich doch an eine Beratungsstelle vor Ort oder gehen Sie das mit Hilfe Ihres Haus- od. Frauenarztes bzw einer Hebamme an, wenn Sie alleine nicht weiter wissen. Auch für Ihren Mann wäre eine psycholog. beratung sicher hilfreich; er muss sich ja mit seiner Krankheit, mit seine Situation als "Pflegefall" und nicht mehr als "Ernährer der Familie" auch zurechtfinden; klar, dass es da Spannungen zwischen Ihnen gibt. Auch zur Klärung, was Ihnen evtl an finanziellen Mitteln von Staat/ Land zusteht, sollten Sie sich beraten lassen. Vielleicht gibt es an Ihrem Ort eine pro familia-Beratungsstelle, das Jugendamt könnte ein Ansprechpartner sein, oft bieten die Kirchen der verschiedenen Konfessionen Beratung an (auch für Konfessionslose!), da finden Sie bestimmt was. Wichtig ist, dass Sie sich helfen lassen und nicht versuchen, alles alleine zu schaffen. Alles Gute für Sie und ihre Familie!

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