Themenbereich: Geburtseinleitung / Geburtsbeginn

"schnellstmögliche Einleitung?"

Anonym

Frage vom 08.06.2007

Ich möchte meinen Muttermund ein bisschen öffen, da ich das Kind gebären will, denn nun hat mein Bauch angefangen zu reissen und möcht die Schwangerschaft schnellstmöglichst beenden.Bin Psychisch am Ende und ein Kind hat von so einer Mutter auch nicht viel. Meine ärztin meinte es wäre kein Problem wenn das Kind jetzt kommt und sie würde eine Einleitung unterstützen, auch aus psychischen Gründen,aber im Spital wollen die mir einfach nicht einleiten,
Auf jeden Fall werde ich es mit Nelkenöltampons versuchen. Meine Frage :Wenn ich die Tampons unverdünnt anwende und permanent so ein Tampon trage kann es dem Kind schaden? Ich werde es auf jeden Fall machen und von Ihren Antworten her weiss ich das sie nichts von einer verfrühten Einleitung halten aber ich weiss was ich ertrage und was nicht. Ich möchte nur nicht das das Kind noch einen Schaden davon kriegt.

Antwort vom 09.06.2007

Hallo, ich nehme an, dass Sie mit "der Bauch hat angefangen zu reißen" meinen, dass Sie Schwangerschaftsstreifen bekommen. Wie Sie schon richtig vermutet haben, halten wir nichts davon die Schwangerschaft vorzeitig zu beenden ohne zwingenden Grund. Das liegt daran, dass Vor- und Nachteile einer vorzeitigen Schwangerschaftsbeendigung gut abgewogen werden sollten. Auch wenn das Kind einen Monat vor Termin nicht mehr akut in Lebensgefahr ist bei einer frühen Geburt, so sind doch nachteilige Folgen für das Kind möglich, die einen Aufenthalt in der Kinderklinik mit Behandlung erforderlich machen könnten. So einfach wie Sie sich das vorstellen ist es weder auf natürlichem noch auf künstlichem Weg die Geburt einzuleiten. Es gelingt zwar häufig Wehen hervorzurufen, das bedeutet aber noch nicht, dass das Kind auch kommt. Von unüberwachten eigenen Maßnahmen kann ich nur ganz dringend abraten. Bei einer Überdosierung können Sie Kontraktionen auslösen, die zu Sauerstoffmangel beim Kind führen können (Dauerkontraktionen). Nelkenöl wird beim Nelkenöltampon nie unverdünnt angewendet!! Außer den schon beschriebenen Nebenwirkungen können Verätzungen auftreten. Mit einem kranken oder geschädigten Kind durch eigenmächtiges Handeln würden Sie sich wünschen, dass Sie lieber Schwangerschaftsstreifen haben. Zu guter letzt ist der Geburtsanfang nicht einfach nur ein mechanisches Ereignis aus Wehen und Muttermundsöffnung. Es handelt sich vielmehr um ein ziemlich kompliziertes Zusammenspiel verschiedener Hormone. Wenn es noch nicht so weit ist, dann fehlen diese Hormone noch und egal wieviel Wehen kommen, kommt es nicht zur Geburt. Es ist also nicht einfach böser Wille, dass man Sie in der Klinik noch nicht einleiten möchte, sondern es macht einfach keinen Sinn Maßnahmen zu ergreifen, die starke Nebenwirkungen haben können jedoch wenig Aussicht auf Erfolg. Bitte setzen Sie sich noch mal mit der Ärztin in Verbindung. Vordringlich scheint mir die fachkompetente Betreuung Ihrer psychischen Belastung zu sein. Die vorzeitige Schwangerschaftsbeendigung scheint mir nur eine "vorgeschobene" Lösung zu sein. Wer garantiert, dass es Ihnen mit dem geborenen Kind besser geht? Wie verkraften Sie die Belastung, wenn das Kind in der Kinderklinik liegt? Wie wirkt sich eine schwierige Geburt durch Einleitung oder ein Kaiserschnitt mit den dazugehörigen Beschwerden auf Ihre Verfassung aus? Von dem was Sie geschrieben haben halte ich es für günstiger eine psychologische Begleitung und Beratung JETZT anzugehen. Es tut mir leid, wenn diese Antwort nicht das ist, was Sie hören wollten. Ich wünsch Ihnen alles Gute, Monika

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