Themenbereich: Fehlgeburt

"Wenn ich auf Ausschabung verzichte?"

Anonym

Frage vom 19.06.2008

Liebe Hebamme,
Diese Woche müsste die 7. meiner Schwangerschaft sein. Ich habe mich so sehr auf mein Kindlein schon gefreut. Aber am Montag hat mir meine FA gesagt: das Baby hat sich nicht entwickelt, die Fruchtblase ist nicht mehr rund, es kommt raus... Heute war ich wieder bei ihr, sie besteht auf der Ausschaubung. Aber ich fühle mich ganz normal, habe keine Schmerzen, keine Blutung! Was passiert, wenn ich nicht auf sie höre und einfach abwarte, was mein Körper macht? Drohen mir dann die schlimmen Vergiftungen (so die FA)?

Antwort vom 20.06.2008

Hallo, bis jetzt besteht überhaupt kein Grund zur Eile für eine Ausschabung. Ohne die Feststellung der FÄ würde bis jetzt nichts auf eine Fehlgeburt hindeuten. Wenn sich wirklich nichts weiterentwickelt und eine Fehlgeburt erfolgt, dann "merkt" Ihr Körper das auch selbst und leitet eine Fehlgeburt ein. Sicherlich ist das für Sie sehr traurig, jedoch kommen die meisten Frauen mit einer spontanen Fehlgeburt weit besser zurecht als wenn eine Ausschabung zu einem Zeitpunkt vorgenommen wird, wo Sie selbst sich noch nicht von diesem Kind verabschiedet haben.
Eine spontane Fehlgeburt wird heute nur noch selten abgewartet. Das liegt auch daran, dass eine Ausschabung schneller geht und man den Frauen eine Fortführung der Schwangerschaft bis zum spontanen Eintritt der Fehlgeburt "nicht zumuten" möchte. Eventuell finden Sie in Ihrer Gegend eine Hebamme (meist Hebammen, die auch Hausgeburten anbieten), die Sie bei einer spontanen Geburt begleiten kann. Unter dem Stichwort "kleine Geburt" finden Sie bei Googel mehr Informationen zu dem Thema., sowie auch im Archiv unserer Sprechstunde in der Rubrik Fehlgeburt. Zu "Vergiftungen" kommt es ausgesprochen selten. Eigentlich eher, wenn die Fruchtblase gesprungen ist oder wenn die Fehlgeburt nicht vollständig ist. Es handelt sich dabei weniger um eine Vergiftung als um eine Infektion. Das lässt sich aber erst im Verlauf sage. Die natürliche Fehlgeburt setzt ein, wenn der Spiegel des Schwangerschaftshormons anfängt deutlich zu sinken. Möglich, dass das bei Ihnen noch nicht der Fall ist. Unabhängig davon ob Sie sich für eine Ausschabung entscheiden oder eine spontane Fehlgeburt abwarten müssen Sie sich nicht unter Druck setzen (lassen). Wenn es wirklich so gefährlich wäre, müssten die Utraschallkontrollen viel häufiger sein, weil man ja sonst nie wüsste, ob die Entwicklung weitergeht oder nicht. Vorgesehen ist laut Mutterschaftsrichtlinien aber lediglich eine US-Untersuchung in der neunten bis zehnten Woche. Ansonsten nur, wenn eine Fehlgeburt tatsächlich von der Frau selbst bemerkt wird, was völlig ausreichend ist.
Ich wünsche Ihnen alles Gute, Monika

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