Themenbereich: Fehlgeburt

"Wann muss ich bei einer Fehlgeburt in die Klinik?"

Anonym

Frage vom 21.07.2012

Hallo!
Ich habe heute zu Hause einen Abort gehabt in der 8. Woche (7+4). Glaube auch, dass ich die Fruchthülle erkannt habe. War vor 2 Tagen noch im KH, da waren zwar laut Arzt "embryonale Strukturen" zu sehen und noch alles ok, hatte aber da schon bräunliche und immer wieder auch frische Blutungen. Da ich vor Jahren bereits einen Abgang in der 9. Woche hatte würde ich diesmal gerne auf eine Ausschabung verzichten und habe deswegen auch den Arzt gefragt, ob ich bei schlimmeren Blutungen unbedingt wieder kommen muss oder auch zu Hause bleiben kann. Er meinte zwar, dass es üblich sei und auch sicherer, wenn eine Ausschabung gemacht wird, er mir aber auch zutraut, dass ich das „alleine“ überstehe und dann kontrollieren lasse, ob sich auch alles abgelöst hat.
Abgesehen davon, dass ich durchaus unangenehme Kontraktionen habe geht es mir recht gut, ich „tropfe“ nur natürlich extrem und verliere auch große Koagel. Scheint mir alles noch recht normal, ein bisschen wie direkt nach den Geburten, aber nun meine Frage:

Wie lange darf eine solche starke Blutung, begleitet von Koageln, anhalten? Reicht es, wenn ich kein Fieber oder stärkere Schmerzen bekomme, wenn ich am Montag zu meiner Frauenärztin gehe?

Als Hintergrundinfos:
Ich habe bereits 3 gesunde Kinder nach völlig unproblematischen SS und einmal einen Abort in der 9.Woche. In der jetzigen SS sah es von Anfang an nicht so gut aus, war alles etwas verzögert, sämtliche Daten haben nicht zusammengepasst und ich hatte immer wieder leichte Blutungen. Ich habe irgendwie schon mit so einem frühen Ende gerechnet und finde es jetzt ganz friedlich, dass alles in Ruhe zu Hause und ohne Neonlicht stattfinden konnte und hoffe jetzt, dass die Natur auch wirklich alles alleine hinkriegt.

Vielen Dank! Nova

Antwort vom 22.07.2012

Hallo, es tut mir sehr leid für Sie, dass Ihre Schwangerschaft in einer Fehlgeburt geendet ist. Leider lässt sich die Blutung übers Internet nicht beurteile und es ist schwer zu sagen, was "normal" ist. Ich kann Ihnen nur raten, dass von Ihrem Gefühl abhängig zu machen, das ja nach den voran gegangenen Geburten auch auf Erfahrungswissen beruht. Blutstillend wirkt Hirtentäscheltinktur (z.B. Styptysat® ), die Sie in der Apotheke bekommen. Auch bei und nach Fehlgeburten haben Sie Anspruch auf Hebammenhilfe. Vielleicht kann Sie ja eine Hebamme betreuen, die Sie von den Geburten kennen? Oder Sie versuchen kurzfristig eine zu bekommen. Hebammen, die auch Geburtshilfe anbieten, betreuen oft auch Fehlgeburten. Leider wird in den Kliniken meist zu einer Ausschabung geraten, obwohl es neue Studien gibt, die belegen, dass die Ausschabung keine Vorteile gegenüber einer spontanen Fehlgeburt mit abwartender Begleitung gibt. Die Ausschabung geht halt schnell und wird als Operation vergütet, während mehrmals nachsehen und beraten im System so nicht vorgesehen ist.
Sie sollten sich auf jeden Fall schonen, am Montag zur Kontrolle gehen und wenn Sie meinen, dass es den Bereich des Normalen verlässt in die Klinik fahren (je nach Beratungsinhalt, müssen Sie einer Ausschabung ja trotzdem nicht zustimmen). Wichtig ist viel zu trinken, um den Kreislauf stabil zu halten und regelmäßig Wasser zu lassen, damit sich die Gebärmutter gut kontrahieren kann.
Ich wünsche Ihnen alles Gute, Monika Selow

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Kommentare zu "Wann muss ich bei einer Fehlgeburt in die Klinik?"
Anonym
Kommentar vom 25.07.2012 11:31
Danke!
Vielen Dank für die Antwort! Es sieht tatsächlich so aus, als würde ich einer Ausschaubung diesmal entgehen und mein Körper alles selbst regeln können, habe inzwischen auch die "offizielle" Erlaubnis von meiner Frauenärztin, weiterhin daheim zu bleiben. Das mit dem schonen ist nicht so einfach, aber ich versuch's und viel Trinken ist ein guter Tipp, weil ich mich manchmal noch etwas "schummrig" fühle.

Beim nächsten Mal läuft's hoffentlich wieder besser...
Nova
Kommentar vom 26.07.2012 21:46
Auch Danke
Vielen Dank für die Rückmeldung. Ich wünsche alles Gute für die Verarbeitung und vor allem auch für die nächste Schwangerschaft.
Liebe Grüße, Monika Selow

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