Themenbereich: Entwicklung des Ungeborenen

"Kann sich der Eisprung verschoben haben?"

Anonym

Frage vom 23.01.2013

Hallo, ich war gestern bei meinem FA zum Kontrolltermin. Nachdem er ein US gemacht hat sagte er mir er könnte keine Herz Aktivität sehen und ich heute zu Ausschabung kommen soll. Ich bin dann am späten Abend ins KH gefahren und da hat die Ärztin eine Herz Aktivität gesehen. Nachdem ich Ihr dann von meinem Besuch bei meinem FA erzählt habe, meinte Sie dass siie vermutet das Herz gesehen zu haben aber die Größe des Embryo auf die 6te Woche und nicht auf 8+2 passt. Ich war nun heute bei einem anderen FA da ich eine zweite Meinung wollte. Der zweite FA hat auch kein Herz gesehen. Da sie aber ein Rechenfehler ausschließen möchte da ich einen Zyklus von 30-40 Tage habe, hat sie mir Blut abgenommen und am Freitag soll ich nochmals zum Blut abnehmen um die Werte zu vergleichen. Ist es möglich dass sich der Eisprung verschoben hat? Soll ich mir nun Hoffnungen machen oder schon mal auf eine FG einstellen.

Antwort vom 24.01.2013

Hallo, bei einem verlängerten Zyklus ist es sogar ziemlich sicher, dass auch der Eisprung später ist, als bei einem 28- Tage- Zyklus. Ich versteh die Eile nicht mit der hier innerhalb kürzester Zeit drei Ärzte bemüht sind eine Fehlgeburt zu diagnostizieren, statt einfach mal abzuwarten. Anscheinend hat ja bis jetzt ein Wachstum stattgefunden, was Beweis genug für Leben ist. Dass kein Herzschlag nachgewiesen werden kann, heisst ja nicht, dass keiner da ist. Einen "Rechenfehler ausschließen" ist eine sehr gute Idee, nur wäre er noch besser ausgeschlossen, wenn zwischen den Untersuchungen auch ein deutlicher Abstand (z.B. eine Woche) läge. Welche rasante Entwicklung wird denn vom Embryo in 1-2 Tagen erwartet?
Lassen Sie sich nicht zu einer Ausschabung drängen, bei der Sie nicht zu 100% davon überzeugt sind, dass keine Hoffnung mehr besteht und die Sie auch selbst dem Abwarten vorziehen würden. Es gibt keinen Vorteil für eine rasche Ausschabung.
Die erste Ultraschall- Untersuchung ist für die 9.- 10. Schwangerschaftswoche (rechnerisch!) vorgesehen. Das macht Sinn, weil dann meistens Fruchthöhle, Kind, Herzschlag und Plazenta sichtbar sind. Vorher haben US nur begrenzte Aussagekraft. Feststellbar ist, dass eine Schwangerschaft vorliegt und dass sie sich in der Gebärmutter angesiedelt hat. Beides ist bei Ihnen der Fall, also bestens. Wenn eine Abweichung festgestellt wird in der Größe des Kindes zur erwarteten Größe nach dem angenommenen Schwangerschaftsalter, dann muss zuallererst mal davon ausgegangen werden, dass die Schwangerschaft eben jünger oder älter ist als vermutet. Erst bei der nächsten Untersuchung, die normalerweise 4 Wochen (!) später stattfindet, kann dann überprüft werden, ob die Entwicklung des Kindes zeitlich die gleiche Abweichung aufweist. Wenn das der Fall ist, dann wird der voraussichtliche Geburtstermin verschoben.
Eine Fehlgeburt kann immer mal vorkommen, sie ist aber weder vorhersehbar noch ist es nötig einer natürlichen Fehlgeburt durch eine vorsorgliche Ausschabung vorzugreifen. Bei Ihnen sehe ich bis jetzt keine Anhaltspunkte für einen akuten Handlungsbedarf und auch nicht für Untersuchungen in kurzen Zeitabständen. Meistens bringen die keine Klarheit, sondern nur weitere Verunsicherung. Gerade mit einem verlängerten oder unregelmäßigem Zyklus ist Warten und "guter Hoffnung" bleiben die beste aller möglichen Optionen.
Ich wünsche Ihnen alles Gute für die weitere Schwangerschaft, Monika Selow

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