Themenbereich: Fehlgeburt

"Ist HCG-Abfall ein Beweis für eine Fehlgeburt?"

Anonym

Frage vom 24.06.2013

Hallo,ich war in der 8.SSW,als leichte Schmierblutungen ohne Schmerzen anfingen.Bei der Untersuchung sah man einen Fet von 1,22cm SSL mit positiver Herzaktion.Mein HCG Wert lag zu diesem Zeitpunkt bei 11752 IU/I und zwei Tage später nur noch bei 9037 IU/I,weshalb eine sofortige Abortkürettage erfolgte.Da ich vollkommen unter Schock stand und alles sehr plötzlich ging,kommen mir jetzt erst die Fragen.Es wurde kein Ultraschall mehr gemacht sondern sofort die OP vorbereitet.Ist der HCG Abfall der Beweis dafür gewesen,dass mein Baby bereits tot war? Bitte um Antwort,vielen lieben Dank!

Antwort vom 24.06.2013

Hallo, es tut mir sehr leid, dass Sie Ihr Kind so plötzlich verloren haben und dass Sie jetzt nachträglich durch Zweifel belastet sind. Die Eile wäre nicht nötig gewesen und es wäre für die Verarbeitung sicher besser gewesen, wenn Sie mehr Zeit gehabt hätten und noch mal eine Bestätigung durch den Ultraschall, zumal ja nur zwei Tage zwischen den beiden HCG-Werten lagen.
Ein sinkender HCG-Wert ist ein recht sicheres Anzeichen für eine nicht intakte Schwangerschaft. Es ist also möglich, dass Sie ohne die Ausschabung in der nächsten Zeit auch von alleine eine Fehlgeburt gehabt hätten, die sich ja auch durch die Blutung schon ganz leicht angekündigt hat.
Es bestand allerdings auch keine Eile für den Eingriff und eine Aufklärung über die Vor- und Nachteile von Ausschabung und natürlichem Abgang gehören einfach dazu, damit die Frau eine für sich gute Entscheidung zum weiteren Vorgehen treffen kann und den Verlust der Schwangerschaft gut verarbeiten.
Leider dauert es wohl bis sich das bis in die letzte Klinik rumspricht, obwohl dazu schon diskutiert wird und auch ein Gerichtsverfahren anhängig ist.

(falls Sie das interessiert, können Sie hier nachlesen:
www.zeit.de/2012/24/M-Fehlgeburten? )
Auch wenn die Diagnose richtig war, war es das Vorgehen also nicht.
Ich würde Ihnen raten beides voneinander zu trennen bei der Bearbeitung.
Einerseits gilt es sich mit dem Verlust abzufinden und ihn zu betrauern, andererseits können Sie sich überlegen, wie Sie Ihrem Unmut zum Vorgehen Luft machen. Eine Möglichkeit dazu wäre einen Beschwerdebrief zu schreiben. Das ändert zwar nichts mehr, trägt aber vielleicht dazu bei, dass zukünftig rücksichtsvoller mit Frauen in ähnlichen Situationen umgegangen wird.

Ich wünsche Ihnen alles Gute, Monika Selow, Hebamme

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