Themenbereich: Schwangerschaft allgemein

"zuviel Fruchtwasser: In der 21. SSW wurde bei mir festgeste..."


Anonym

Frage vom 02.02.2001

zuviel Fruchtwasser: In der 21. SSW wurde bei mir festgestellt, daß ich angeblich zuviel Fruchtwasser habe. Ansonsten sei das Baby (ein Mädchen) ca. 10 Tage zu groß. Mein Frauenarzt ordnete einen Glukosetoleranztest an und gab mir eine Überweisung zu einem Facharzt, um bei einem genaueren Ultraschall ausschalten zu können, daß organisch mit unserer Kleinen etwas nicht in Ordnung sein könnte. 1998 habe ich bereits einen gesunden Jungen entbunden, der laut Ultraschall 14 Tage zu groß war. Es war eine Spontangeburt. Unser Sohn war 53 cm lang und wog 4030 Gramm.
Auch damals mußte ich mich ergebnislos einem Zuckertest unterziehen. Auch diesmal kam heraus, daß ich an keiner Diabetis leide. Nun hatte ich gestern (22+6 SSW) den Termin beim "Facharzt". Nach ca. 60 Minuten Ultraschall stellte er fest, daß er rein organisch nichts feststellen kann. Sichtlich genervt meinte er, daß er aber bei zuviel Fruchtwasser die Ursache finden will ... Unsere Kleine kann schlucken, der Magen und die Blase sind prall gefüllt mit Fruchtwasser. Ebenso ist das Herz gesund. Sie wird ausreichend über die Nabelschnur versorgt. Als der Arzt also organisch nichts finden konnte, stellte er
einfach mal so eine genetische Störung in den Raum. Allerdings gleich so drastisch und gefühllos, daß er uns ans Herz legte, sofort (!) eine Fruchtwasseruntersuchung vornehmen zu lassen, damit wir wissen, um welche Erkrankung es sich handeln könnte ... Als ich diese Untersuchung ablehnte, wurde er merklich "kühler", wenn man das nach den bisherigen Ausführungen noch behaupten kann. Er stellte in den Raum, daß es genetische Erkrankungen gäbe, da können die Kinder nach der Geburt nicht überleben - ob ich mir das antun wolle ?!?!
Während der Ultraschalluntersuchung konnte er anhand der Kindesreaktionen (Hand, bzw. Finger ausstrecken) Trisonometrie 18 und 21 bereits ausschließen. Seiner Meinung nach, könne es dann nur etwas noch schlimmeres sein. Auf meine Frage hin, ob es nicht einfach Veranlagung sein könne, daß ich so viel Fruchtwasser habe (war bei der 1. Schwangerschaft jedoch nicht auffällig), meinte er nur kurz, ja das könne sein, aber das glaube er nicht. Da ich mich also nicht sofort für seinen Vorschlag einer Fruchtwasseruntersuchung entschieden habe, meinte er, ich solle mich nochmal kurz zum Ultraschall hinlegen, er habe vergessen, den Kopfdurchmesser der Kleinen zu messen.
Bei dieser Messung wurde er dann endlich "fündig", was seine Stimmung sofort etwas hob ... die beiden Seitenventrikelhinterhörner seien mit knapp 10 mm relativ weit. (gemessen wurden exakt 8,3 und 9,2 mm). Auf meine Frage, was das bedeuten könne, meinte er einen beginnenden Wasserkopf. Nette Aussage fand ich ...
Seinem Untersuchungsbericht können wir nun entnehmen, daß ich 1.) zuviel Fruchtwasser habe, 2.) diese Ventrikelhinterhörner relativ weit sind und 3.) die Kindsbewegungen dauernd sehr lebhaft seien.
Für meinen Mann und mich war die "Vorstellung" bei diesem Facharzt wie eine Theatervorstellung. Wir gingen aus der Praxis irgendwie beunruhigter, als wir zuvor hingegangen waren. Mir kam es einfach so vor, als wolle dieser Arzt einfach eine Diagnose stellen, koste es was es wolle. Und als organisch nichts zu finden war, dann stelle ich mal etwas drastischeres in den Raum. Den Anspekt, daß er einfach diese Fruchtwasseruntersuchung auch noch abrechnen wollte, habe ich versucht, gleich wieder aus meinem Kopf zu verbannen. Aber ich wurde dieses blöde Gefühl einfach nicht los. Wieso behandeln einen solche Fachärzte wie ein Stück Fleisch, und nicht wie Mutter mit Kind. Ist diesen Ärzten ihre ganze Technik wirklich so heilig, daß sie ein "Ergebnis" über die Gefühle von Menschen stellen müssen?!? Grausam ...
Auf jeden Fall werden wir diese Punktion nicht vornehmen lassen, da uns das Risiko bei dieser Untersuchung eindeutig zu hoch sind. Wir werden einfach mal abwarten, was die nächsten Wochen bringen.Die Seitenventrikel werden von meinem Gynäkologen in 2 Wochen wieder nachgemessen. Wenn sie nicht größer, bzw. noch besser, sogar kleiner geworden sind wäre es wunderbar. Kann es denn nicht sein, daß die Fruchtwassermenge einfach so bleibt, wie sie jetzt ist. Das also nicht mehr Wasser hinzu kommt ?!?!
Die Krönung dieses Arztbesuchs war allerdings die Antwort auf meine Frage, wie groß er die Wahrscheinlichkeit einschätzt, daß unsere Kleine völlig gesund auf die Welt kommt. Da kam nach reichlicher Überlegung 50:50 ... Das war dann eindeutig genug für meinen Mann und mich. An diesem Punkt der "Veranstaltung" haben wir uns dann verabschiedet.

Gibt es denn Erfahrungen in ähnlichen Fällen? Mit zuviel Fruchtwasser - was bedeutet das, wenn alles organisch Unnormale ausgeschlossen werden kann?
Ist das gemessene Seitenventrikelmaß unserer Tochter wirklich so besorgniserregend, oder stimmt unser Gefühl, daß dieser Arzt einfach nur happy war, daß er etwas gefunden hatte ...
Ein dauernd sehr lebhaftes Baby bei einer Ultraschalluntersuchung fand ich bisher eingendlich immer als normal. Ich war sehr aufgeregt, daß überträgt sich doch sicherlich (wurde vom Arzt vehement verneint...) und dann ist das ewige "Rumgedrucke" auf dem Baby sicherlich für das Kind nicht angenehm. Sie hat sich auch nicht richtig rumgeworfen, sondern immer versucht "um die eigene Achse" zu drehen.

Anonym

Antwort vom 06.02.2001

Zunächst einmal möchte ich Sie beruhigen: wenn Sie als Schwangere unruhig und nervös sind überträgt sich dies in jedem Fall auch auf Ihre Tochter! Auch eine lange Untersuchung mit sehr viel herumdrücken auf dem Bauch kann durchaus zu sehr viel Unruhe beim Kind beitragen! Zudem gibt es einfach Kinder, die schon im Bauch sehr aktiv sind, während andere eher ruhig sind.
Leider gibt es immer wieder Ärzte, die sehr Apparate- und Technikorientiert sind, und sich nur schwer auf den Menschen bei der Untersuchung einstellen können. Schade, dass Sie bei der Unsicherheit, in der Sie sich derzeit befinden auch noch einen solchen Arzt geraten mussten.
Zu dem Seitenventrikelmaßen kann ich Ihnen leider keine Angaben machen, die mir die genauen Maße nicht bekannt sind und ich sie auch nicht in meinen Literaturangaben finden kann. Fragen Sie dazu bitte Ihren Frauenarzt. Die Diagnose "Wasserkopf" kann Ihr Arzt aber meines Erachtens nicht nur mit einem einzigen abweichenden Maß begründen, hier sind noch eine Vielzahl anderer Maße ausschlaggebend, bevor er eine solche Diagnose oder auch nur eine solche Vermutung stellen sollte!
Leider schreiben Sie nicht, wie viel Fruchtwasser bei Ihnen vermutet wird. Normalerweise haben Frauen am Geburtstermin bis zu einem Liter Fruchtwasser, etwas reichlich wären dann bis zu 2 Liter am Termin und erst bei mehr als zwei Liter Fruchtwasser am errechneten Termin spricht man von einem Hydramnion. Natürlich sollte in einem solchen Fall dann auch immer nach der Ursache der vermehrten Fruchtwassermenge gesucht werden, um hier evt. auch behandeln zu können. In den meisten Fällen wird ein Diabetes der Mutter diagnostiziert, aber auch eine Nierenerkrankung (Nephritis) kann die Ursache sein. Natürlich sollte auch das Kind untersucht werden, um hier evt. die Ursache zu finden. Es wird aber durchaus manchmal keine Ursache für dieses Hydramnion gefunden.
Meines Erachtens nach sollten Sie zum einen zunächst die nächste Untersuchung abwarten. Eine andere Möglichkeit wäre natürlich - vor allem wenn Sie sehr verunsichert sind durch den letzten Arztbesuch - wenn Sie sich die Fachmeinung eines dritten Arztes einholen würden. Leider kann ich Ihnen keine Adressen von Ärzten in Ihrer Stadt nennen. Daher möchte ich Ihnen raten, sich mit einer Hebamme zusammenzusetzen, die Ihnen vielleicht weiterhelfen kann. Adressen von Hebammen finden Sie auch unter www.hebammensuche.de. Bitte melden Sie sich nochmals, wenn Sie nach dem nächsten Besuch noch weitere Fragen haben, bis dahin werde ich mir Unterlagen über die Ultraschallmessungen besorgt haben.

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