Themenbereich: Fehlgeburt

"Methergin-Einnahme nach einer Fehlgeburt sinnvoll?"

Anonym

Frage vom 07.05.2010

Guten Tag,
Als Mutter zweier Kinder (19 und 7) hatte ich vor 6 Monaten eine eingeleitete Totgeburt in der SSW 16 (bzw.14) mit anschliessender Ausschabung. Vorgestern hatte ich zuhause einen Abgang in der SSW 10 (Stand 6+3), weil ich mich geweigert hatte mich schon wieder ausschaben zu lassen. Mein Gefühl sagt nach der Menge und Größe der abgehenden Gewebeteile, dass alles draussen ist. Ein Kontrollultraschall bestätigt das vorerst. Ich bin sehr froh und stolz, dass mein Körper das komplett alleine (+ Himbeerblättertee) eingeleitet und umgesetzt hat. Nun soll ich Methergin nehmen 3 mal täglich 20 Tropfen. Neine Frage nun: ich blute noch so leicht vor mich hin, spüre ein leichtes Ziehen am unteren Rücken und konnte auf dem Ultraschall nicht mal mehr eine Fruchtwasserblase am Tag danach sehen. Soll ich meinem Körper nun in sein so gut alleine hinbekommenes Werk reinpfuschen oder "unterstütze" ich Ihn da? Mir kommt es bei den leichten Blutungen auch komisch vor, dass ich da den Fluss unterbrechen (laut Beipackzettel steht "bei Blutungen nach Fehlgeburt und verstärkter Blutung nach der Geburt - aber das habe ich ja gar nicht) und die Gebärmutter schliessen soll. Verkauft wurde mir das Ganze als "falls doch noch Reste drinn sind, werden sie heraus gepresst". Laut dem Beipackzettel wäre die Wirkung dann doch aber eher kontraproduktiv. Meine Frage also: nehmen oder nicht oder eine natürlich Alternative (welche?) und wenn ja, wie viel und wie lange? Freue mich sehr über eine Rückmeldung. Schöne Grüße

Antwort vom 08.05.2010

Methergin wird, wie Sie auch dem Beipackzettel entnehmen konnten, vor allem bei stärkerer Blutung nach der Geburt eingesetzt. Vor der Methergin-Einnahme wird sicher gestellt, dass keine Gewebereste der Schwangerschaft mehr in der Gebärmutter haften, denn Methergin sorgt für einen festen Verschluss des Muttermundes, so dass nur noch Flüssigkeit, also Blut herausfließen kann. Wenn Ihnen Methergin verordnet wurde, muss eigentlich sicher sein, dass die Fehlgeburt vollständig war; also: Ihr Gefühl, der Körper hat das "komplett alleine geschafft", ist höchstwahrscheinlich richtig. Eine leichte, nachlassende Blutung und leichte Schmerzen nach einer Fehlgeburt sind für 3-4 Tage normal, alle Abweichungen davon sollten unbedingt nochmal abgeklärt werden. Sie können evtl auf die empfohlene Methergin-Einnahme verzichten, ich würde aber empfehlen, auf jeden Fall nochmal Kontakt zu einer Hebamme in Ihrer Nähe aufzunhemen. Auch nach Fehlgeburt besteht Anspruch auf Hebammenhilfe auf Kosten der Krankenkasse, dafür brauchen Sie auch keine ärztliche Verordnung. Im direkten Kontakt ist es leichter zu beurteilen, ob Sie ohne Methergin auskommen oder ob es evtl ein anderes geeignetes Mittel für Sie gibt.
Ich wünsche Ihnen alles Gute und viel Kraft für die kommende Zeit!

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