Themenbereich: Entwicklung des Ungeborenen

"Unterschiedliche Angaben zum Schwangerschaftsalter"

Anonym

Frage vom 10.01.2016

Liebe Hebammen,
liebe Damenwelt,

erstmal hoffe ich, dass ich niemanden von Ihnen verärgere wenn ich mich als Mann in Ihre Runde begebe. Ich weiss einfach nicht mehr weiter!

Ich, 34 Jahre alt, bin etwas verzweifelt und habe nach stundenlangem surfen im Internet keinerlei Aufschluss oder Informationen zu meinem Thema gefunden. Aus diesem Grund wende ich mich an Sie um Infos zu erhalten welche mir behiflich sind meine etwas vorangeschrittene Angst zu bändigen.

Meine Frau, 37 Jahre alt, und ich haben am Sonntag, den 20.12.2015, nach ausbleibender Periode mit diversen Anzeichen wie Unterleibsschmerzen, angeschwollenen Brüsten, Stimmungsschwankungen, Blähungen, Müdigkeit, Appetitlosigkeit wie auch erschwertem Stuhlgang einen Schwangerschaftstest gemacht. Dieser war positiv. Wir haben den Menstruationszyklus nie wirklich im Auge gehabt. Da meine Frau einen ziemlich unregelmässigen Zyklus hat, haben wir ebenso keine Routine darin. Sie ist der Meinung, dass der erste Tag der Menstruation der 07.11.2015 ist.

Am darauf folgenden Dienstag, den 22.12.2015 waren wir beim Frauenarzt. Dieser hat ein Ultraschall gemacht und eine Fruchthöhle gesehen. Er informierte uns, dass meine Frau schwanger ist. Wir waren sehr glücklich und meine Frau blüht seither sehr auf. Sie fühlt sich als komplette Frau da sie nun doch weiss schwanger werden zu können. Auf dem Ultraschall Foto notierte er 5SSW + 3. Beim nächsten Termin sollten wir das Thema "Herzschlag" sehen da es ansonsten eine "nicht intakte Schwangerschaft sei". Aufgrund der Feiertage terminierte er uns für den 11.01.2016. Wir justierten unsere sowieso bewusste Ernährung anhand diverser Ermpfehlungen aus dem Internet. Ich bin sehr bemüht jeden Tag frisch gepresste Säfte zu machen und eine auf eine Ballast- und Mineralstoffreiche Ernährung zu achten. Ebenso nimmt sie Folsäure wie Magnesium. Jod geht aufgrund einer Schilddrüsenproblematik nicht.

Am Samstag, den 02.01.2016 hatten wir am frühen Abend sehr vorsichtigen Geschlechtsverkehr. Während dessen kam es zu einer Blutung. Ich fühlte es und sah nach und war schockiert. Mein schlechtes Gewissen plagt mich seither brutal und ich kann meine Schuldgefühle nicht kontrollieren. Jedenfalls sind wir am Montag, den 04.01.2016 ohne Termin zum Frauenarzt gegangen. Dieser sah zunächst mit einem metallischen "Teleskop" im Unterleib nach und sagte, dass das altes Blut gewesen sei und die Blutung somit keine Problematik darstelle. Danach machte er ein Ultraschall. Diesmal war in der Fruchthöhle ein winziges Lebewesen zu sehen. Wir waren sehr aufgeregt. Er suchte vergeblich einen Herzschlag. Meines Erachtens war er sehr ausdauernd und suchte ca. 1-2 Minuten lang danach. Er fand ihn nicht. Er nahm Maße des Fetos ab und die EDV errechnete, dass wir uns aktuell in der 6 ssw + 1 bzw. 2 befänden. Dies irritierte uns gewaltig da er ja noch am 22.12. uns mitteilte, dass wir in der 5 SSW + 3 seien.
Direkt danach waren wir nach dem Frauenarzt Termin etwas shoppen. Sie hat einfach in keine Kleidung mehr reingepasst und ich musste ihr etwas passendes zum Anziehen kaufen. Wir waren ca. 2 bis 3 Stunden danach auf den Beinen. Am Abend stellte Sie anhand ihres Slips fest, dass sie eine bräunliche Blutung hatte. Diese hatte sowas wie eine Struktur. Es sah aus, als wären es lauter kleine Popelkrümel die einem Bindegewebe ähnelten. Ich war in Panik und rief ein Krankenhaus an. Natürlich konnte mir die Dame aufgrund der Distanz und den Ereignissen der letzten Tage nur Mut und Geduld zusprechen. Seither gab es keine Blutungen mehr. Bzw. sagt es mir meine Frau auch sicherlich nicht da sie weiss das ich ein brutal schlechtes Gewissen wegen dem Geschlechtsverkehr habe!

Jedenfalls sagte er, dass wir uns nun genau an der Grenze des Thema "Herzschlags" befinden würden. Es könne durchaus sein, dass der Herzschlag in den darauf folgenden Tagen käme und empfahl uns den Termin für Montag, den 11.01.2015 bitte wahr zu nehmen.

Meine Frau hat nachwievor angeschwollene und sensible Brüste. Der Babybauch wächst kontinuierlich heran. Die Blähungen halten an. Die Appetitlosigkeit ebenso. Von den Stimmungsschwankungen ganz zu schweigen. Leider sind diese gepaart mit Angst so das es sich nochmal verstärkt. Sie und mich plagen zudem Schuldgefühle aufgrund des Geschlechtsverkehrs.

Kann mir bitte jemand diese einzelnen Puzzelstücke zu einem gesamten Bild konstruieren? Warum gibt es so große Differenzen bei der Errechnung der SSW? Kann der Geschlechtsverkehr sich negativ auf die Schwangerschwaft auswirken? Können Schwangerschaftssymptome erhalten bleiben obwohl das Kind keinen Herzschlag hat? Oder sind diese Schwangerschaftssymptome eher ein Anzeichen dafür, dass alles intakt ist?

Bitte entschuldigen Sie das ich so ausdauernd und ausführlich schreibe. Meine Frau ist gerade bei ihrer Cousine und ich dachte mir die Zeit zu nutzen und mir von erfahrenen Frauen eine Meinung zu holen.

Für Ihre Antwort danke ich Ihnen allen sehr herzlich im voraus!

Viele Grüsse

Antwort vom 11.01.2016

Hallo,

zunächst einmal Glückwunsch zum Eintritt der Schwangerschaft. Mit dem ersten US mit Bestätigung der Schwangerschaft und dem Sitz in der Gebärmutter war eigentlich alles festgestellt, was in der frühen Schwangerschaft feststellbar ist und somit alles in Ordnung. Einer weiteren Kontrolle in kurzem zeitlichen Abstand hätte es nicht bedurft. Der erste Ultraschall nach den Mutterschaftsrichtlinien ist in der rechnerisch 9.-10. Woche vorgesehen, wobei dann anhand der Maße das Schwangerschaftsalter entsprechend korrigiert wird. Das ist recht häufig der Fall, insbesondere wenn der Zyklus unregelmäßig ist oder das Datum der letzten Periode nicht mehr so genau bekannt ist.
Der Herzschlag kann ab einer gewissen Größe des Kindes meistens erkannt werden. Wenn diese Größe noch nicht erreicht ist, dann ist eher anzunehmen, dass die Schwangerschaft eben noch jünger ist, als es der Berechnung nach zu vermuten wäre. Die derzeitigen Schätzungen des Schwangerschaftsalters mit einem eigentlich zu frühen US sind so etwas wie eine "Arbeitshypothese", die jedoch noch Korrekturen Bedarf, obwohl alles in Ordnung ist.
Ich rate Ihnen weiter abzuwarten. Wenn eine Weiterentwicklung stattfindet (erst kein Embryo zu sehen, dann doch, Embryo größer geworden zwischen zwei Untersuchungen) ist das genügend Beleg für den Fortbestand der Schwangerschaft. Zu frühe und häufige Untersuchungen haben den Nachteil, dass sie zu Verunsicherung führen, ohne dass etwas positives daraus möglich ist. Insgesamt können Sie davon ausgehen, dass die Schwangerschaftssymptome ein gutes Zeichen sind. Sie selbst können Ihre Frau unterstützen, indem Sie mit Ihr "guter Hoffnung" sind und sie in ihren eigenen positiven Empfindungen unterstützen.
Was die Blutungen nach dem GV angeht: Durch die Hormone in der Schwangerschaft kommt es zu einer Auflockerung des Gewebes und einer vermehrten Durchblutung. Bei Kontakt kann dann leichter etwas Blut auftreten. Dieses hat keinen Einfluss auf die Schwangerschaft.
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ich wünsche Ihnen alles Gute für den weiteren Schwangerschaftsverlauf, Monika Selow

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