PCO | Polyzystisches Ovarialsyndrom

PCO-Syndrom: Klappt es mit der Schwangerschaft?

PCO-Syndrom
Zyklusstörungen, unerfüllter Kinderwunsch & Übergewicht – dies können Anzeichen für das Polyzystische Ovarialsyndrom (= PCO-Syndrom/PCOS) sein, die häufigste hormonelle Krankheit bei Frauen. Was kann man dagegen tun? Und ist eine Schwangerschaft trotzdem möglich?

Was ist PCOS?

PCOS ist eine Hormonstörung, die bei etwa fünf bis zwölf Prozent der Frauen im gebärfähigen Alter auftritt. Meist entwickelt sich die Krankheit zwischen dem 15. und 25. Lebensjahr.

Die Hormonstörung tritt auf, wenn es zu einem Ungleichgewicht zwischen den weiblichen und männlichen Geschlechtshormonen (Östrogene und Androgene), dem luteinisierenden Hormon (LH) und dem Follikel-stimulierenden Hormon (FSH) kommt. LH löst den Eisprung aus, während FSH die Eizellen heranreifen lässt.

PCOS Symptome

PCOS kann viele unterschiedliche Symptome zeigen. Alle Symptome können wiederum auch auf eine andere Krankheit hindeuten. Das erschwert es, die Hormonstörung zu diagnostizieren. Die Schulmedizin orientiert sich bislang noch an den Rotterdam-Kriterien. Diese wurden 2003 festgelegt und bestimmen drei Hauptmerkmal von PCOS. Um die Krankheit sicher zu bestimmen, müssen zwei dieser drei Merkmale gegeben sein.

Die drei Rotterdam-Kriterien sind:

  • Zyklusstörungen: meist sind die Zyklen zu lang und es kann zum Ausbleiben des Eisprungs und damit auch zum Ausbleiben der Menstruationsblutung oder zu Zwischenblutungen kommen. So haben etwa 50% der betroffenen Frauen einen zu langen Zyklus und ein Drittel leidet unter Zwischenblutungen.
  • Die Eierstöcke vergrößern sich, da sich dort immer mehr Eizellen ansammeln und es so zu Zysten, den sogenannten Polyzystische Ovarien, kommt. Etwa 70% aller an PCOS erkrankten Frauen weisen Zysten an den Eierstöcken auf.
  • Es werden vermehrt männliche Hormone (Androgene) ausgeschüttet, was zu einem männlichen Behaarungstyp führen kann. Viele Frauen bekommen z.B. einen Damenbart, während die Kopfhaare ausfallen.
Weitere Symptome können sein:

  • Unerfüllter Kinderwunsch.
  • Die Konzentration des Hormons, das den Eisprung auslöst, steigt an, so dass der LH-Wert dauerhaft erhöht ist.
  • Übergewicht: 50% bis 80% der erkrankten Frauen haben einen zu hohen BMI.
  • Akne.
  • Erhöhte Bluttfettwerte.
  • Insulinresistenz bis hin zu Diabetes. Etwa 45% der Frauen, die übergewichtig sind und an PCOS leiden, zeigen einen Typ-2-Diabetes.
  • Kommt es zu einer Schwangerschaft, ist die Wahrscheinlichkeit für eine Fehlgeburt erhöht.
Frauen, bei denen PCOS festgestellt wurde, sollten sich weiter untersuchen lassen. Bisherige Forschungen haben sowohl zwischen PCOS und dem metabolischen Syndrom als auch zwischen PCOS und einer Schilddrüsenunterfunktion (Hashimoto) einen Zusammenhang festgestellt.

PCOS und Kinderwunsch

Da sich bei einigen Frauen viele unreife Eizellen in den Eierstöcken ansammeln, es aber nicht zum Eisprung kommt, kann PCOS zu Unfruchtbarkeit führen. Allerdings tritt dieses Symptom nicht bei allen Betroffenen auf, sodass eine Schwangerschaft auf natürlichem Wege möglich sein kann.

PCOS Ursache

Erkrankt eine Frau an PCOS beginnt ein Teufelskreis, der sich nur schwer durchbrechen lässt:

Die Hirnanhangdrüse (Hypophyse) schüttet zu viel LH aus und produziert stattdessen zu wenig FSH. LH ist für den Eisprung zuständig. Durch die vermehrte LH-Ausschüttung sammeln sich in den Eierstöcken immer mehr unreife Eizellen an. FSH wiederum ist für die Reifung der Eizelle verantwortlich. Da es nun aber zu wenig FSH gibt, können die Eizellen nur schwer oder auch gar nicht heranreifen. Dies bringt zwei Folgen mit sich: zum einen bleibt der Eisprung aus, weshalb die Frau nicht schwanger werden kann. Zum anderen vergrößern sich die Eierstöcke, weil sich immer mehr Eizellen dort ansammeln.

Aus dem Ungleichgewicht zwischen dem Hormon, das den Eisprung auslöst (LH) und dem Hormon, das die Eizellen heran reifen lässt (FSH), werden in den Eierstöcken mehr männliche Hormone (Androgene) gebildet. Dabei kann es zu einer Vermännlichung des weiblichen Körpers kommen. Aufgrund der zu vielen Androgene kommt es zu einer verstärkten Ausschüttung der Östrogene. Dies geschieht häufig im Fettgewebe. Übergewicht ist nun die Folge und es kann unter Umständen zu einem metabolischen Syndrom kommen.

Aufgrund des zu hohen Östrogenspiegels wird wiederum zu viel LH ausgeschüttet, was den Kreis wieder schließt.

Studien haben gezeigt, dass die Gene eine große Rolle bei PCOS spielen. Das bedeutet, dass die Mutter es an ihre Tochter übertragen kann. Bislang konnte jedoch kein einzelnes PCOS-Gen identifiziert werden, weshalb man davon ausgeht, dass mehrere Gene daran beteiligt sind.

Auch bestimmte Umwelteinflüsse oder ein ungesunder Lebensstil können zu PCOS führen.

PCOS Diagnose

Da PCOS viele unterschiedliche Symptome hervorruft, ist eine umfassende Untersuchung nötig, um die Hormonstörung zu diagnostizieren:

  • Als erstes steht ein Gespräch mit dem Frauenarzt an, bei dem vor allem mögliche Zyklusstörungen analysiert werden.
  • Der Körper wird auf eine Veränderung der Behaarung oder Akne untersucht.
  • Um den Hormonstatus zu bestimmen, wird Blut abgenommen.
  • Die Eierstöcke werden mittels eines Vaginalultraschalls untersucht. So kann festgestellt werden, ob diese vergrößert sind und sich Zysten darin angesammelt haben.
  • Zusätzlich werden die Blutfettwerte bestimmt und ein oraler Glukosetoleranztest durchgeführt.

PCOS Behandlung

Ein erster wichtiger Schritt weg von PCOS kann eine Ernährungsumstellung sowie eine Gewichtsreduktion für übergewichtige Frauen sein. Östrogene werden unter anderem im Fettgewebe produziert. Eine Gewichtsreduktion kann deshalb dazu führen, dass weniger Östrogene entstehen und die Hormone so leichter wieder ins Gleichgewicht kommen. Studien haben gezeigt, dass bereits eine Verringerung des Körpergewichts um fünf Prozent die PCOS Symptome deutlich verringert und der Zyklus wiederkehrt. Dadurch kann auch eine Schwangerschaft wieder möglich werden.

PCOS löst häufig Folgekrankheiten wie Diabetes oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen aus. Dies ist ein weiterer Grund, die Ernährung umzustellen und mehr Bewegung in den Alltag zu integrieren.

Frauen mit Kinderwunsch können bestimmte Medikamente einnehmen, die den Eisprung stimulieren, z.B. Clomifen.

Besteht kein Kinderwunsch oder ist die Familienplanung bereits abgeschlossen, verschreiben die Ärzte häufig die Antibabypille, welche den Hormonhaushalt wieder ins Gleichgewicht bringt.

Auch Cortisonspräparate können eingenommen werden. Sie sorgen dafür, dass weniger männliche Hormone in der Nebenniere produziert werden.

Besteht eine Insulinresistenz werden Diabetesmedikamente empfohlen.

PCOS und Schwangerschaft

Schwangere Frauen mit PCOS sollten sich frühzeitig regelmäßig untersuchen lassen. Besonders wichtig ist dabei die Untersuchung auf Gestationsdiabetes sowie die Überwachung des Blutzuckers. Auch die Schilddrüse sollte kontrolliert werden, da häufig ein Zusammenhang zwischen PCOS und Schilddrüsenerkankungen festgestellt wurde. Gerade in der Schwangerschaft braucht der Körper aber vermehrt Schilddrüsenhormone.

PCOS Selbsthilfegruppen

Betroffene Frauen können in Selbsthilfegruppen Beratung und Unterstützung finden. PCOS – Selbsthilfe Deutschland e.V. bietet deutschlandweit Selbsthilfegruppen an. Mehr Infos findet ihr unter www.pcos-selbsthilfe.org.

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