Themenbereich: Schwangerschaft allgemein

"Fehlgeburtswahrscheinlichkeit"

Anonym

Frage vom 10.02.2004

Hallo,
ich hatte vor 1 1/2 Jahren eine Fehlgeburt in der 10. SSW. Anzeichen waren damals ab der 7. SSW dunkelbraune Schmierblutungen. meine Mutter und meine Tante mußten ebenfalls mit dieser Problematik in der Schwangerschaft kämpfen. Nun bin ich wieder in der 9. SSW und habe ganz leichte Schmierblutungen bzw. verfärbten Ausfluß. Seit der 6. SSW bin ich arbeitsunfähig und bekomme Progesteron und Magnesium als Therapie.
Meine Frage. Was kann ich noch tun, um mein Kind zu halten? und wenn das Kind bei uns bleibt, wie hoch ist das Risiko, dass das Kind behindert ist?
Vielen Dank im Voraus für Ihre Hilfe!

Antwort vom 10.02.2004

Hallo,
wenn Sie schon krankgeschrieben sind und medikamentös behandelt werden tun Sie schon alles was möglich ist um das Kind zu halten. Ein Risiko für Behinderungen steht nicht in direktem Zusammenhang mit der Fehlgeburtsneigung. Die Wahrscheinlichkeit einer Behinderung richtet sich eher nach dem Alter und familiären Vorbedingungen (Behinderungen bei nahen Verwandten). Sie können sich bei Ihrem Arzt über die verschiedenen Möglichkeiten von Labor- und Ultraschalluntersuchungen zur Früherkennung einer eventuellen Behinderung erkundigen. Psychologisch halte ich es für etwas schwierig, wenn Sie das Kind einerseits halten wollen, seine Existenz aber unter die Bedingung stellen, dass es gesund ist. Die Behinderungsfahndung mit der Möglichkeit eines Schwangerschaftsabbruchs führt zu einer gewissen Distanzierung und behindert die Annahme der Schwangerschaft. Die Wahrscheinlichkeitsangabe nach Laboruntersuchungen und Altersberechnung gibt zudem keine Sicherheit, weil Sie danach lediglich sowas wissen wie 1 zu 1000 oder 1 zu 350. Weiterführende Untersuchungen um „Sicherheit“ zu erlangen führen dann häufig zu Konflikten, weil die Fruchtwasseruntersuchung mit einem vergleichsweise hohem Fehlgeburtsrisiko verbunden ist (1-2 auf 100).
Fehlgeburtsneigung steht in gewissem Zusammenhang zu (oft unerkanntem) Schwangerschaftsdiabetes. Es besteht die Möglichkeit frühzeitig einen Glukosebelastungstest durchführen lassen (ist ab 3 Fehlgeburten empfohlen). Sie können aber auch vorsorglich so essen als läge ein Diabetes vor, d.h.auf Zucker, Obst in Mengen (auch Fruchtsäfte) und Kohlehydrate (besonders Weißmehl) verzichten. Falls die Fehlgeburtsneigung in Ihrer Familie diesen Hintergrund hatte, kann so die Wahrscheinlichkeit gesteigert werden, dass Sie das Kind halten.
Alles Gute für die weitere Schwangerschaft, Monika Selow

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