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Babys erster Brei

Expertentipps zu Babys erstem Brei

Babys erster Brei
Bildquelle: Holle baby food
Ernährungswissenschaftlerin Christine Reichenbach arbeitet bei unserem babyclub.de-Partner Holle baby food in den Bereichen Qualitätsmanagement und Beratung. Sie verfügt über ein breites Wissen der Babyernährung und kennt aufgrund des täglichen Kundentontaktes am Beratungstelefon die häufigsten Sorgen, Probleme und Fragen von jungen Eltern.
In welchem Alter sollte die Beikost eingeführt werden?

Christine Reichenbach: "Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfiehlt in den ersten 6 Monaten ausschließlich zu stillen und mit Beikost ab Anfang des 7. Monats zu beginnen. Es gibt jedoch viele Kinder, die schon früher die Beikostreife erreichen. Nach dem 4. Monat (ab Beginn des 5. Monats) ist der früheste Zeitpunkt, ab dem Beikost in die Säuglingsernährung eingeführt werden kann."

Woran erkenne ich, dass mein Kind für die Umstellung auf Breinahrung bereit ist?

Christine Reichenbach: "Typische Anzeichen für die Beikostreife sind z.B. ein sehr aufmerksames Beobachten der Familie beim Essen, zunehmendes Interesse an Lebensmitteln und die Bereitschaft Brei zu essen. Auch sollte sich der Zungenstoßreflex zurückentwickelt haben d.h. dass das Kind das Essen nicht automatisch mit der Zunge wieder herausschiebt. Bei Babys, die sich den Mahlzeiten versuchen zu entziehen, indem sie z. B. den Kopf wegdrehen, sollte noch abgewartet werden."

Was passiert, wenn mein Baby den Brei verweigert?

Christine Reichenbach: "Es gibt auch Babys, die über den 7. Monat hinaus noch keine Beikost mögen. Der Wechsel von reiner Milchnahrung auf Breimahlzeiten ist eine große Umstellung und anfangs mühsam. Eltern sollten hier unbedingt Geduld üben und Breinahrung immer wieder ohne Zwang und ohne zusätzliche Animation anbieten. Das Interesse am Brei kann auch durch gemeinsame Familienmahlzeiten gefördert werden. Bei grundsätzlicher Ablehnung des «Breilöffelns» können ein paar Tage «Breipause» zwischendurch hilfreich sein. Möglicherweise ist dann nach ein paar Tagen wieder ein ungezwungenerer Neustart möglich."

Funktioniert die Nahrungsaufname bei jedem Säugling gleich?

Christine Reichenbach: "Nein, denn so unterschiedlich Charaktere sein können, so verschieden sind auch die Präferenzen beim Essen. Was dem einen missfällt, kann einem anderen erst recht schmecken. Es gibt wahre Nimmersatte, die von Anfang an größere Mengen essen und scheinbar alles mögen. In der Regel aber dauert es einige Zeit bis der erste Brei eingeführt ist. Zu Beginn nimmt das Baby oft nur kleine Mengen in den Mund und befördert diese auch teilweise mit der Zunge wieder hinaus. Das Schlucken von Brei ist für den Säugling etwas völlig Neues und muss erst erlernt werden. Nach und nach wird die Menge zu einer ganzen Mahlzeit gesteigert. Die verzehrte Menge kann hierbei von Kind zu Kind sehr unterschiedlich sein. Wichtig ist, dass die ausgesendeten Hunger- und Sättigungssignale des Babys beachtet werden."

Wann soll ich auf Folgemilch wechseln?

Christine Reichenbach: "Mit der Breieinführung nimmt die Anzahl der Still- bzw. Flaschenmahlzeiten ab, denn jede der drei empfohlenen Breirezepturen ersetzt eine Milchmahlzeit. In der Übergangsphase, wenn erst wenig Brei gegessen wird, sollte anschließend noch gestillt oder eine Säuglingsmilch angeboten werden. Weil die Folgemilch 2 als Bestandteil einer gemischten Ernährung einzusetzen ist, sollte ein Wechsel zur Folgemilch 2 erst erfolgen, wenn das Baby 6 Monate alt ist und bereits eine Milchmahlzeit vollständig durch eine Breimahlzeit ersetzt wurde."

Welcher Brei sollte als erstes gefüttert werden?

Christine Reichenbach: "Weil die kindlichen Eisenvorräte aus der Schwangerschaft um den 6. bis 7. Monat langsam zu Neige gehen, sollte bei der Beikost besonders auf eine gute Eisenversorgung geachtet werden. Es wird daher empfohlen mit dem Gemüse-Kartoffel-Fleischbrei zu beginnen. Der zweite und der dritte Brei sind dann der Milch-Getreidebrei und der Obst-Getreide-Brei. Die Reihenfolge ist bei diesen beiden nicht mehr so wichtig. Der gehaltvolle Milch-Getreidebrei mit Vollmilch kann jedoch eine anhaltendere Sättigung erzielen."

Aus welchen Bestandteilen sollte die Gemüsemahlzeit am besten bestehen?

Christine Reichenbach: "Als Ziel des Ernährungsaufbaus sollte der Gemüse-Kartoffel-Fleischbrei und evtl. ergänzend als vegetarische Variante der Gemüse-Kartoffel-Getreidebrei mit Obst stehen.
Hierzu wird zunächst mit einem milden Gemüse wie Karotten oder Kürbis begonnen. Aufgrund ihres angenehmen Aromas und der leichten natürlichen Süsse sind dies beliebte Gemüsesorten. Pastinaken, Zucchini, Brokkoli oder Blumenkohl können ebenfalls verwendet werden.

Nach etwa einer Woche sollte das Gemüse mit Kartoffel kombiniert werden. Als dritte Komponente nach einer weiteren Woche kommt dann Fleisch hinzu. Wird ein Kind teilweise oder ganz vegetarisch ernährt, wird das Fleisch durch eisenreiches Vollkorngetreide (wie Holle Bio-Vollkorngetreidebrei Hafer oder Hirse) ersetzt. Bei der vegetarischen Breivariante ist es sehr wichtig, dass der Brei durch Vitamin C- haltiges Obstmus oder -saft ergänzt wird. In der vierten Woche wird der Brei durch ein pflanzliches Öl vervollständigt.

Was auch wichtig ist: Babybreie sollten weder Salz und Gewürze noch Zucker oder andere Süßungsmittel enthalten - Babys sollten zunächst den natürlichen Geschmack der Lebensmittel kennenlernen. Wer Breimahlzeiten durch Gläschenkost ergänzen möchte, sollte auf eine besonders gute Qualität und die Inhaltsstoffe achten. Die Breie von Holle z.B. tragen das Demeter-Siegel - Bio-Produkte mit dem Demeter-Siegel müssen höhere Öko-Standards erfüllen als Produkte, die nur das staatliche EU-Bio-Siegel tragen. Und sie sind frei von Salz, chemisch-synthetischen Zusätzen, Farb- und Konservierungsstoffen, Aromazusätzen und Kristallzucker.

Wie kann ich für mein Kind eine gute Eisenversorgung erreichen?

Christine Reichenbach: "Eisen ist in vielen Lebensmitteln vorhanden, jedoch in verschiedener Weise darin gebunden. Fleisch ist eine gute Eisenquelle, weil das Eisen für den Körper gut nutzbar ist. Pflanzliches Eisen ist für den Körper schlechter verfügbar. Daher muss bei der vegetarischen Variante die Eisenaufnahme gesteigert werden. Vitamin C erhöht die Nutzbarkeit für den Körper. Deshalb kann durch die Anreicherung der Mahlzeit mit etwas Vitamin C-reichem Obstmus oder Obstsaft die Eisenaufnahme deutlich optimiert werden.
Wichtig ist, dass dieser Brei wie auch der Obst-Getreidebrei milchfrei bleibt (auch keine Zugabe von Sahne), da Calcium die Eisenaufnahme behindert."

Ist Fett zur Gemüsemahlzeit empfehlenswert?

Christine Reichenbach: "Anders als Muttermilch oder Säuglingsmilchnahrung sind Gemüse und Kartoffeln nahezu fettfrei. Um den Bedarf an lebensnotwendigen Fettsäuren und Vitaminen zu decken, sollten dem Gemüse-Kartoffel-Fleischbrei und dem Obst-Getreidebrei pflanzliche Öle zugegeben werden. Diese erhöhen aufgrund ihres hohen Energiegehaltes auch die Energiedichte der Mahlzeit (viel Energie bei geringem Volumen), was besonders dem noch kleinen Magen gerecht wird."

Wie stark sollten die Zutaten erhitzt bzw. gegart werden?

Christine Reichenbach: "Hier kommt es darauf an, ob man Breie selbst kocht oder aus bereits speziell vorgefertigter Babynahrung zusammenstellt. Generell sollten alle frischen Zutaten (Gemüse, Kartoffeln und Fleisch) gut gegart sein. Dies gilt ebenfalls für selbst gekochtes rohes Getreide. Gläschenkost benötigt indes lediglich eine Erwärmung auf Körpertemperatur (37° C). Die Flocken der Vollkorngetreidebreie von Holle sind ebenfalls bereits erhitzt. Ein Kochen ist nicht mehr notwendig."

Nicht zu viel Neues auf einmal geben, warum?

Christine Reichenbach: "In den ersten 4 Wochen sollte nur ein neues Lebensmittel pro Woche eingeführt werden. Auf diese Weise wird dem kindlichen Organismus genügend Zeit gelassen, sich an das neue Lebensmittel zu gewöhnen. Nach den ersten 4 Wochen kann dann alle 3-4 Tage ein neues Lebensmittel eingeführt werden. Positiver Nebeneffekt dieser Vorgehensweise ist, dass eine Unverträglichkeit gegenüber einem Lebensmittel schnell erkannt wird."

Holle baby food GmbH
Die Holle babyfood AG stellt seit 1934 biologische Babynahrungsprodukte her. Von Anfang an wurde kompromisslos auf chemische Verarbeitungs- und Konservierungsstoffe verzichtet. Die Produkte sind zudem in höchster Bio-Qualität dank Demeter-Zertifizierung erhältlich: Produkte mit dem Demeter-Siegel müssen noch höhere Öko-Standards erfüllen als Produkte, die nur das staatliche EU-Bio-Siegel tragen.

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Welcher Brei ab wann?

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Du erfährst im Video, wie ein Brei gekocht wird und bekommst die vier wichtigsten Babybrei-Grundrezepte.

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