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Frühchen ins Leben begleiten

Frühchen, Frühgeburt
Frühchen sind Neugeborene, die vor der 37. SSW zur Welt kommen. Sinne und körperliche Funktionen sind dann noch nicht vollständig ausgereift. Auch wer bei der Geburt weniger als 2.500 Gramm wiegt, gilt als Frühchen. Etwa neun Prozent aller Geburten sind Frühgeburten. Davon werden die meisten jedoch nach der 32. SSW geboren.

Ursachen einer Frühgeburt

Bei den meisten Frühgeburten können die Ursachen nicht eindeutig bestimmt werden. Häufig ist das Zusammenspiel aus mehreren Faktoren verantwortlich. Es gibt jedoch Risikofaktoren, die eine Frühgeburt begünstigen können.

Mögliche Ursachen und Risikofaktoren sind:

  • wirtschaftlich oder sozial schwierige Verhältnisse und meist damit einhergehend psychische Belastungen der Mutter
  • Erkrankungen wie (Scheiden-)Infektionen, Präeklampsie, Diabetes mellitus oder hormonelle Erkrankungen
  • Fehlbildungen der Gebärmutter oder des Kindes
  • Nikotin- und Alkoholkonsum
  • Alter der Mutter unter 18 oder über 35 Jahren
  • vorangegangene Früh- oder Fehlgeburten
Es kann aber auch nötig sein, eine Frühgeburt einzuleiten, weil die Gesundheit der Mutter oder des Kindes akut in Gefahr ist.

Anzeichen einer Frühgeburt

In den letzten Wochen einer Schwangerschaft zieht sich die Gebärmutter immer wieder leicht zusammen. Dies ist ein normaler Vorgang des Körpers. Vorzeitige Wehen kann man aber erkennen, wenn sie mehr als dreimal in einer Stunde kommen und über einen längeren Zeitraum anhalten. Außerdem tritt ein Ziehen im unteren Rücken auf und das Gefühl, dass das Gewicht des Kindes nach unten drückt. Auch ein Blasensprung ist ein Hinweis auf eine Frühgeburt. Weitere Anzeichen können sein, wenn sich der Gebärmutterhals verkürzt, während der Muttermund gleichzeitig weich wird und sich erweitert. Dies kann die Schwangere aber selbst nicht spüren, sondern wird vom Arzt oder der Hebamme festgestellt.

Frauen, die schon früh leichte Wehen bekommen, müssen sich dennoch keine Sorgen über eine Frühgeburt machen. Die Geburt kann sich noch um einige Tage und Wochen verschieben. Grundsätzlich sollte sich die Schwangere in solch einem Fall aber schonen und alles vermeiden, was sie stresst.

Vorbeugung einer Frühgeburt

Um Risikofaktoren einer Frühgeburt möglichst früh feststellen zu können, ist es wichtig regelmäßig zu den Vorsorgeuntersuchungen zu gehen. Außerdem kann die Schwangere einer Frühgeburt vorbeugen, indem sie auf Rauchen und Alkohol verzichtet, auf eine ausgewogene Ernährung und regelmäßige Bewegung achtet. Zudem sollten belastende Situationen, auch bei der Arbeit, vermieden werden.

Je nach Schwangerschaftsdauer und möglicher Gefahren für Mutter und Kind werden medizinische Präventionsmaßnahmen eingeleitet. In der Regel wird versucht, die Schwangerschaft so lange wie möglich zu verlängern, da jeder Tag für die Entwicklung des Kindes wichtig ist. Vorzeitige Wehen können mit einem Wehenhemmer gestoppt werden. Ist die Lungenreife des Ungeborenen noch nicht weit genug entwickelt, wird der Mutter Kortison gegeben, welche eben diese Lungenreifung unterstützt.

Was passiert nach einer Frühgeburt?

Nach der Frühgeburt wird das Baby auf die Intensivstation gebracht und in einen Brutkasten gelegt. Hier sind Sauerstoffgehalt, Temperatur und Luftfeuchtigkeit so eingestellt, dass sie die Entwicklung des Frühchens bestmöglich unterstützen. Atmung und Herzschlag werden ständig überwacht. Je nachdem wie früh das Baby geboren wird, kann es eine Magensonde erhalten, um mit den nötigen Nährstoffen versorgt werden zu können, da es so bald noch nicht selbst trinken kann.

Außerdem kann ein einfacher Hirn-Scan im MRT zeigen, ob und welche Regionen im Gehirn des frühgeborenen Säuglings beschädigt sind. Auf diese Weise können die Ärzte eventuelle Enwticklungsstörungen früh erkennen und möglicherweise therapieren.

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