Zytomegalie | Cytomegalie

Zytomegalie in der Schwangerschaft

Zytomegalie in der Schwangerschaft
Ein Prozent aller neugeborenen Babys sind mit dem Zytomegalie Virus infiziert. Damit ist es die häufigste übertragene Krankheit vor der Geburt und übertrifft sogar Röteln und Toxoplasmose. Erkrankt die Frau in der Schwangerschaft an Zytomegalie, kann sie ihr Ungeborenes anstecken, was in manchen Fällen zu schweren Behinderungen führt.

Was ist Zytomegalie?

Zytomegalie (CMV) ist ein Virus, der zur Familie der Herpesviren gehört und für einen gesunden Erwachsenen in der Regel ungefährlich ist. Zytomegalie ist weit verbreitet. Häufig zeigen Betroffene aber keinerlei Symptome, sodass viele gar nicht wissen, dass sie an diesem Krankheitserreger erkrankt sind. Etwa 40 bis 80 Prozent der Bevölkerung in den westlichen Industrieländern tragen das Zytomegalie-Virus in sich.

Gefährlich wird das Virus für Babys im Mutterleib. Während 80 Prozent der infizierten schwangeren Frauen keine auffälligen Symptome haben und es für die Frau selbst somit auch kaum kritisch ist, kann das Kind schwere Schäden davontragen. Die Viren gelangen über die Plazenta zum Kind und greifen dort Organe, wie das zentrale Nervensystem, die Niere, Leber oder auch das Herz an. Etwa 13 Prozent der Kinder, die im Mutterleib infiziert wurden, zeigen nach der Geburt verschiedene Auffälligkeiten und Krankheiten. Mindestens die Hälfte der infizierten Kinder haben dauerhafte Folgeschäden. Das Risiko für das Kind ist dabei am größten wenn sich die Mutter in der Frühschwangerschaft ansteckt. Etwa ein bis zwei Prozent der Schwangeren erkranken zum ersten Mal an Zytomegalie, bei ebenfalls ein bis zwei Prozent bricht das Virus erneut aus. Infiziert sich die werdende Mutter zum ersten Mal, überträgt sie es in 40 bis 50 Prozent der Fällen an ihr Baby. Dabei kann sich das Kind nicht nur im Mutterleib, sondern auch bei der Geburt oder dem Stillen infizieren. Allerdings besteht bei einer Ansteckung nach der Geburt in der Regel keine Gefahr für gesundheitliche Schäden beim Kind.

Wer einmal an Zytomegalie erkrankt, trägt die Viren ein Leben lang in sich, selbst wenn man ausgeheilt ist. Wird der Körper dann durch eine andere Krankheit geschwächt, kann das Virus erneut ausbrechen.

Zytomegalie: Ursachen

Übertragen wird Zytomegalie durch eine Schmierinfektion. Man kann sich also über CMV-haltigen Speichel, Tränen, Urin, Kot und Genitalsekret oder auch die Muttermilch anstecken. Dies ist ein Unterschied zur Tröpfcheninfektion: man steckt sich nicht durch Niesen oder Husten an.

Während sich Erwachsene häufig beim Geschlechtsverkehr infizieren, stecken sich Eltern und Erzieherinnen vor allem beim Windelnwechseln von Kleinkindern an. Kinder wiederum können die Erkrankung nach der Geburt durch das Stillen oder den Kontakt mit anderen Kleinkindern in einer Krabbelgruppe bekommen. Selbst wenn die Kinder keine Symptome zeigen, kann das Virus auch noch nach Monaten, sogar Jahren, im Speichel und Urin ausgeschieden werden. Dies ist jedoch die Ausnahme. In der Regel werden die Viren nur während der ersten Woche der Primärinfektion ausgeschieden.

Steckt sich eine Person an, befallen die Zytomegalie-Viren die Zellen, dringen in sie ein, vermehren sich dort und schädigen diese. Das Virus kann dabei fast alle Organe befallen.

Zytomegalie: Symptome bei Mutter und Kind

90 Prozent der gesunden Erwachsenen, die infiziert werden, zeigen keine Symptome. Die restlichen zehn Prozent klagen meist über grippeähnliche Anzeichen. In den meisten Fällen heilt die Krankheit auch ohne Folgen wieder ab. Die Inkubationszeit beträgt zwischen zwei und acht Wochen.

Zu den Risikogruppen gehören Menschen mit geschwächtem Immunsystem (z.B. durch Krebs oder AIDS) oder Schwangere. Die Schwangere selbst hat zwar häufig keine Anzeichen für eine Erkrankung, kann aber das Ungeborene anstecken.

90 Prozent der Kinder, die sich im Mutterleib infizieren, lassen bei der Geburt keine Symptome erkennen. Diese können allerdings im Laufe ihres Lebens noch auftreten. Von diesen 90 Prozent erleiden zehn bis 15 Prozent später trotzdem Langzeitschäden wie Hör- oder Sehstörungen, eine verzögerte geistige und körperliche Entwicklung oder auch Gehirnentzündungen mit späteren Verkalkungen im Gehirn.

Die restlichen zehn Prozent dagegen haben bei der Geburt Anzeichen einer Erkrankung. Dies können ein geringes Geburtsgewicht, Gelbsucht, Einblutungen in der Haut, Nieren- und Lebervergrößerung, ein zu kleiner Kopf oder Netzhautentzündungen sein. Außerdem steigt auch die Gefahr einer Frühgeburt.

Zytomegalie: Diagnose

Zur Diagnose ist eine Laboruntersuchung nötig. Dabei wird das Blut auf Zytomegalie-Viren hin untersucht. Da es wichtig ist zu wissen, ob es sich um eine Erstinfektion oder eine ruhende, also eine bereits früher aufgetretene, Infektion handelt, müssen zwei Proben im Abstand von 14 Tagen untersucht werden.

Zytomegalie: Behandlung

Gegen das Zytomegalie-Virus gibt es keine Impfung. Nicht-schwangere Erkrankte können sogenannte Virostatika in Form von Infusion oder Tabletten als Therapie bekommen. Für Schwangere eignet sich dieses Medikament jedoch nicht, da es dem Baby im Mutterleib schaden kann.

Schwangere können stattdessen mit einem CMV-Immunglobulin-Präparat behandelt werden. Dieses Präparat kann eine Ausbreitung der Infektion im Körper verhindern. Da es gezielt auf die Viren wirkt, schaden sie dem Ungeborenen wohl nicht.

Zytomegalie: Vorbeugung

Da Zytomegalie weltweit verbreitet ist, sollten sich besonders Risikogruppen, also Schwangere und abwehrgeschwächte Personen, schützen. Nach jedem Kontakt mit kindlichem Speichel oder Urin (z.B. beim Windelwechseln, Füttern oder Abwischen von laufenden Nasen) sollte sich die Schwangere die Hände waschen. Außerdem sollten Eltern nicht dasselbe Besteck, Trinkgefäß, Zahnbürsten oder Handtücher wie ihre Kinder benutzen und sie (in der Schwangerschaft) auch nicht auf den Mund küssen.

Auf Gegenständen kann das Zytomegalie-Virus bis zu 48 Stunden überleben. Es reicht jedoch bereits aus, diese Gegenstände mit Seife zu waschen, um den Erreger zu töten.

Wer ein Kind möchte, sollte sich bereits vor der Schwangerschaft oder so früh wie möglich während der Schwangerschaft auf Zytomegalie testen lassen. Allerdings wird dieser Test nur bei einem begründeten Verdacht von der Kasse bezahlt. Besteht das Risiko einer Infizierung durch den ausgeübten Beruf, z.B. bei einer Erzieherin, muss der Arbeitgeber zahlen. Besitzt die Schwangere keine Antikörper (ist also bislang noch nie an Zytomegalie erkrankt), ist es ratsam, sich alle acht Wochen auf eine mögliche Infektion untersuchen zu lassen. So kann im Falle einer Erkrankung möglichst früh eine Behandlung angesetzt werden. Fällt solch ein Text positiv aus und möchte die werdende Mutter Gewissehit haben, können die Ärzte zudem mit einer Fruchtwasseruntersuchung feststellen, ob sich das Kind infiziert hat.

Trägt die Schwangere das Virus in sich und kommt es zu einer Frühgeburt, sollte mit dem Arzt besprochen werden, ob es sinnvoll ist zu stillen, da der Virus auch auf diesem Wege übertragen werden kann.

Hat sich das Baby im Mutterleib mit Zytomegalie angesteckt, ist es ratsam das Kind später in regelmäßigen Abständen einen Hörtest machen zu lassen, da Hörschäden teilweise erst spät bemerkt werden.

Weiterlesen:
Vorbeugen & erkennen

Wie wird Toxoplasmose übertragen? Wie kann ich eine Ansteckung vermeiden? Hier gibt's Infos zum Thema Toxoplasmose in der Schwangerschaft.

Juckreiz im Intimbereich

Es juckt und brennt im Intimbereich? Oft ist ein Scheidenpilz die Ursache. Wir klären euch über diese Pilzinfektion auf und sagen euch, ob sie gefährlich ist. mehr

Schwangerschaft

Die Hormonumstellung zu Beginn einer Schwangerschaft kann häufig zu Kopfschmerzen führen. Wir sagen euch, was ihr dagegen tun könnt. mehr

Aus der Hebammensprechstunde:
Aus der Community: