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Erziehungstipps

Den richtigen Weg finden

Erziehungstipps
"Gras wächst nicht schneller, wenn man daran zieht". Dieses afrikanische Sprichwort ist natürlich wahr und lässt sich wunderbar auf die Kindererziehung übertragen. Nur: irgendetwas möchten Eltern tun, um ihre Kinder auf ein Leben in unserer Welt vorzubereiten. Sie haben die Qual der Wahl zwischen alten und neuen Erziehungsstilen und zahlreichen Tipps von anderen Eltern, Freunden, der Familie. Welcher Weg ist der richtige? Es gibt wohl so viele Wege wie es Familien gibt, Folgendes sollte jedoch für alle wichtig sein:  Die Erziehung muss das Wohlergehen des Kindes im Blick haben und es liebevoll in seiner körperlichen, geistigen und seelischen Entwicklung unterstützen. 

1. Rückhalt geben

Auch wenn nicht alles so läuft wie sich die Eltern das vorstellen – das Kind muss spüren: die Familie steht hinter mir, sie ist mein Rückhalt und ich kann mir der Liebe und Zuneigung von Mama und Papa sicher sein, immer - nicht nur wenn ich brav bin und gehorche. Denn das Kind will um seiner selbst willen geliebt werden, nicht für das was es tut oder nicht tut. Das ist zugegebenermaßen nicht immer leicht für die Eltern und im Ärger verhalten sie sich auch mal nicht perfekt, aber was zählt ist die grundsätzliche Haltung und die spürt auch das Kind.

2. Kindern zuhören

Dem Kind aufmerksam zuhören ist wichtig. Am besten versucht man dabei die Lage auch aus der Situation des Kindes zu beurteilen, sowie dessen Sorgen und Nöte ernst zu nehmen. Vieles was Erwachsenen wie „Kinderkram“ vorkommt, kann für den Nachwuchs eine große Belastung darstellen. Fühlt es sich wegen des neuen Geschwisterchens vernachlässigt? Kommt es in seiner neuen Spielgruppe nicht zurecht? Ist es frustriert, weil es etwas noch nicht so gut kann, wie seine Freunde? Wovor fürchtet es sich? Wann fühlt es sich wohl? An was denkt es gerade? Dem Kleinen sollte klar sein, dass es sich bei allen Problemen immer an Mama und Papa wenden kann, um eine gemeinsame Lösung oder auch einfach nur Trost zu finden.

Ist das Kind klein oder sehr emotional, kann es all dies (noch) nicht verbal ausdrücken sondern zeigt sein Unwohlsein durch sein Verhalten. Die Kunst ist es dann, heraus zu lesen, was dahinter steckt, wenn das Kind schreit und tobt. Bleibt bei ihm, begleitet es in seinem Schmerz und helft ihm heraus, wenn es das selbst nicht schafft. So fühlt es sich und seine Gefühle angenommen, "deine Gefühle dürfen da sein" - so lautet die nonverbale Botschaft, die ihr ihm idealerweise vermittelt. 

Auch die Fragen des Kindes zu beantworten ist wichtig. Klassische "Warum-Fragen" können zwar manchmal etwas anstrengend sein, doch es öffnet auch Eltern einen ganz neuen Blickwinkel und sie können die Welt durch Kinderaugen neu entdecken.

3. Rituale pflegen

Regelmäßige Essens- und Schlafenszeiten, gemeinsame Spieleabende, frühstücken im Schlafanzug am Sonntag, die Gute-Nacht-Geschichte vor dem Einschlafen, das alljährliche Geburtstagsständchen – Kinder brauchen Rituale, die ihnen Geborgenheit und Sicherheit vermitteln. Das bedeutet natürlich nicht, dass der Alltag in Langeweile ausarten soll oder einem starren Takt folgen muss. Aber ein gewisser Rhythmus ist allein schon für die körperliche und seelische Entwicklung des Kindes wichtig. Außerdem verstärken familiäre Rituale das Gemeinschaftsgefühl, das Kind sieht sich als Teil einer Gemeinschaft - der für es wichtigsten Gemeinschaft überhaupt. 

4. Lerneffekt statt Strafen

Statt Kinder einfach zu bestrafen, ist es sinnvoller sie mit den Konsequenzen ihres Tuns zu konfrontieren. Wenn Kinder lernen, dass jede Handlung eine unmittelbare Folge nach sich zieht, entwickeln sie ein Gefühl für verantwortungsvolle Entscheidungen.

Je nach Alter des Kindes gibt es unterschiedliche Wege, ihm zu vermitteln was richtig und was falsch ist. Kleineren Kindern nützen intellektuelle Erklärungen wenig, ihr erreicht viel mehr mit einer kleinen Geschichte. Ein Beispiel: das Kind ärgert auf dem Spielplatz ein anderes Kind, nimmt ihm den Bagger weg und wirft mit Sand. Statt dem Kind zu erklären warum das nicht in Ordnung ist, können Eltern auch eine kleine Geschichte erzählen, in der etwas ähnliches passiert und wie alles sich dann wieder auflöst, so dass es für alle Beteiligten wieder gut ist. Damit erreicht ihr auf Dauer mehr. 

Erst ältere Kinder verstehen wirklich, warum sie dies und jenes unterlassen sollen, welche Konsequenzen sich daraus ergeben und was sie tun können, um diesen Fehler wieder gerade zu bügeln oder in Zukunft zu vermeiden.

Wenn es Konsequenzen gibt, sollten die immer in direktem Zusammenhang mit dem Fehlverhalten stehen: Der Tisch wird mit Farben angemalt? Die Farbe kommt für den Rest des Tages weg und das Kind muss den Tisch abwischen (wenn es alt genug dazu ist). Das Kind wirft absichtlich Essen auf den Boden? Dann ist das Essen beendet und muss vom Boden aufgehoben werden. Solche Konsequenzen bewirken weitaus mehr als abstrakte Dinge wie beispielsweise ein Süßigkeitenverbot. 

Bei all dem braucht ihr jedoch viel Geduld, denn Kinder lassen sich nicht "dressieren", sie sind Menschen mit eigenen Bedürfnissen und Wünschen und die passen nicht immer zu denen der Eltern. Daher muss man manche Dinge über 100.000 mal vermitteln, bis sie - hoffentlich - erhört werden. Ein typisches Beispiel, welches wohl alle Eltern kennen: die Schuhe, Jacke und Mütze nach dem Heimkommen nicht auf den Boden werfen, sondern ordentlich wegräumen. 

5. Vernünftig Grenzen setzen

Mal ehrlich: ohne Grenzen geht es nicht. Aber es geht nicht darum, die Kinder gewaltsam in ein Korsett aus starren Regeln zu zwängen, sondern ihnen klar und authentisch zu zeigen, wenn die persönliche Grenze der Eltern (oder anderer Personen) erreicht ist. Wenn ihr nicht wollt, dass die Kinder bei Tisch herumschreien, sagt nicht "man schreit nicht beim Essen", sondern vermittelt deutlich, dass es euch stört, wenn am Tisch so ein Lärm herrscht und ihr euch Ruhe beim Essen wünscht. Notfalls kann man das Kind dann auch mal ruhig, aber bestimmt aus dem Zimmer bringen und ihm nochmal sagen, dass ihr Ruhe möchtet und es daher in sein Zimmer gebracht wurde. Und dass ihr euch freut, wenn es wiederkommt und ihr alle zusammen ganz normal essen könnt. Auch dieser Weg wird nicht immer funktionieren und erfordert mitunter viel Geduld und starke Nerven, aber auch hier gilt: versucht es einfach immer, dann wird es auch immer wieder klappen.  

6. Liebevoll fördern

Jedes Kind ist einzigartig. Zeigt eurem Kind, dass ihr es voll und ganz wahrnehmt: wenn es z.B. auf ein Klettergerüst klettert und oben nach euch ruft, "schau mal Mama, wie hoch ich hier bin", nicht loben, dass es so etwas geschafft hat, sondern vermitteln, dass ihr es wahrhaftig seht, sagt z.B.: "ja, Schatz, ich sehe dich, du bist ja wirklich sehr weit oben". Und: Handy weg - Kinder brauchen auch mal die ungeteilte Aufmerksamkeit der Eltern.

Jedes Kind hat ganz besondere Talente, die es zu fördern gilt, egal wie ungewöhnlich sie erscheinen. Die Tochter möchte nicht ins Ballett und dafür in den Fußballverein? Der Sohn trällert den ganzen Tag unbeschwert, ohne einen Ton zu treffen? Kinder sind nicht dazu da, den Idealbildern der Eltern zu entsprechen und z.B. in Papas Fußstapfen zu treten. Kinder brauchen den Freiraum, sich selbst auszusuchen, womit sie sich beschäftigen wollen. Auch Loben ist in gewissem Maße in Ordnung, aber aufrichtig  – das kindliche Feingefühl durchschaut höflich geheuchelte Floskeln sofort. Und lobt die Kinder nicht zu oft, meist reicht es ihnen, wenn sie einfach nur mal richtig wahrgenommen werden (wie beim oben erwähntem Kletterbeispiel). 

Ein großer Fehler in der Kindererziehung generell ist es, den Kindern nichts zuzutrauen und sie mit einem „das kannst du nicht“ abzuspeisen. Die Unsicherheit wird aufs Kind übertragen, es wird ängstlich und bleibt unselbstständig.

7. Gemeinsam leben

Natürlich ist es aus Zeitgründen manchmal praktisch, die Kinder vor dem Fernseher oder Laptop & Co. "zu parken", ihr solltet dann je nach Alter darauf achten, was sie sehen. Doch sollte das nicht zu oft vorkommen und grundsätzlich gilt: kein Smartphone für Babys.
Spieleabende, Ausflüge, Geschichten erzählen, Bastelbücher heraus kramen, Ratespiele veranstalten, mit dem Fahrrad eine Tour machen - gemeinsame Zeit sollte immer wichtig sein und im stressigen Alltag eingeplant werden, denn auch davon leben die Beziehungen in einer Familie. 

8. Gleichberechtigung in der Gemeinschaft

Kinder sind gleich viel Wert wie Erwachsene und sollten daher gleichwürdig behandelt werden. Das heißt nicht, dass sie gleichberechtigt alles selbst entscheiden können, aber ihr könnt ihnen in einem gewissen Rahmen dass Gefühl geben, dass auch sie mit bestimmen dürfen. Also z.B. nicht fragen: "welchen Joghurt willst du?", sondern "möchtest du heute Erdbeer- oder Vanillejoghurt?". Oder: statt "sollen wir rausgehen? Frische Luft ist so gesund" lieber "wir gehen jetzt raus. Du darf dir aussuchen, ob wir auf den Spielplatz gehen oder in den Wald" sagen. So fühlen sich Kinder ernst genommen und gesehen und bekommen nicht das machlose Gefühl des totalen fremdgesteuert Werdens. In einer (Familien-)Gemeinschaft zählen die Bedürfnisse aller. 

9. Verantwortungsbewusstsein fördern

Geben und Nehmen – ein Gleichgewicht, das erst einmal gelernt werden muss. Kindern sollte - altersgemäß - gezeigt werden, wie sie sich in der Familie hilfreich einbringen. Die Eltern können sich z.B. öfter mal beim Kochen, der Gartenarbeit oder im Haushalt helfen lassen. Auch die Pflege eines Haustieres kann sich sehr positiv auf das Verhalten und Verantwortungsbewusstsein von Kindern auswirken. All das unterstützt das Gefühl der Kinder, dass sie vollwertige und wichtige Mitglieder der Familie sind. 

10. Den Augenblick genießen

Kinder leben immer ganz im Hier und Jetzt. Sie denken nicht an den wichtigen Termin von morgen, dass sie bald Schuhe kaufen müssen weil ihre zu klein werden oder an die To-do-Liste der ganzen Woche. Kinder genießen den Augenblick und lassen sich ganz darin fallen. Wenn Eltern mit ihrem Kind spielen und sich mit ihm beschäftigen, dann sollten auch sie hundertprozentig da sein – und nicht mit den Gedanken bei der nächsten Erledigung oder mit den Augen und Fingern auf dem Smartphone. Das kann mitunter sehr entspannend sein im stressigen Familienalltag. 

Hebammenrat:

Hallo, der Erziehungsurlaub beginnt mit Beendigung des Mutterschutzes (frühestens 8 Wochen nach der Geburt)und endet an dem Tag, an dem das Kind das 3. Lebens... Weiterlesen ...

Hallo, diese Ratgeber sind so vielseitig wie die Frauen die sie lesen. Schmökern Sie sich doch einfach im Buchhandel mal durch ein paar durch. Den Unversialra... Weiterlesen ...

Meines Wissens nach haben Sie dann keinen Anspruch mehr auf das Erziehungsgeld. Wichtig für den Erziehungsgeldanspruch ist, dass ein Elternteil das Kind zu Hau... Weiterlesen ...

Meinung aus den Foren:
  • also wenn ich manchmal so sehe, wie die kinder sich in gegenwart ihrer eltern benehmen und die eltern es auch noch durch gehen lassen, kann ich das nicht verste...
  • Hallo liebe Mamas oder Zukunfts-Mamas, Ich weiß nicht genau ob das jetzt hier rein passt. Ich bin zwar erst in der 15. Ssw aber mache mir natürlich jetzt s...
  • Hallo liebe Mamis und Papis, habe folgendes "Problemchen". Meine "Große" wird demnächst drei Jahre alt und ist ziemlich plietsch für ihr Alter. Wenn sie ...
Kommentar vom 03.06.2010 12:51
Hallo babyclub.de Redaktion,
finde euren Artikel & auch die 20 Gründe, warum Mami die Beste ist toll!
Ganz liebe Grüße "aus der Wartehalle"...
Katrin
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