menü
babyclub.de News | Stilldauer
Beikost ab dem 4. Monat? Diese Empfehlung gilt jetzt nicht mehr
Stilldauer
Bildquelle: Ipatov | depositphotos.com

Die langsame Einführung von Beikost ab dem vollendeten 4. Lebensmonat – unter anderem aus Gründen der Allergieprävention – wird ab sofort nicht mehr empfohlen. Eine neue S3-Leitlinie rät stattdessen klar: Babys sollen sechs Monate ausschließlich gestillt werden. Erst ab Beginn des siebten Lebensmonats soll Beikost eingeführt werden. Damit beendet Deutschland nach rund 15 Jahren seinen Sonderweg und kehrt zur international etablierten Empfehlung der Weltgesundheitsorganisation (WHO) zurück.
Was empfiehlt die neue S3-Leitlinie konkret?

  • Ausschließliches Stillen bis zum Ende des 6. Lebensmonats
  • Beikost ab Beginn des 7. Lebensmonats
  • Weiterstillen mindestens bis zum 12. Monat – und darüber hinaus, solange Mutter und Kind es möchten
Die WHO empfiehlt dieses Vorgehen schon lange. Nun schließt sich Deutschland wieder dieser Linie an.

Warum wurde die Beikost früher eingeführt?

In den vergangenen Jahren lautete die deutsche Empfehlung, bereits nach dem abgeschlossenen 4. Monat mit Beikost zu beginnen. Hintergrund waren Studien zur Allergieprävention. Sie zeigten, dass bestimmte Lebensmittel möglichst noch während der Stillzeit eingeführt werden sollten.
Anstatt jedoch die Stilldauer insgesamt zu verlängern, wurde die Beikosteinführung zeitlich nach vorne gezogen. Dieser Kurs wird nun korrigiert.

Der Deutsche Hebammenverband begrüßt die Änderung

Kathrin Herold, kommissarische DHV-Bundesbeauftragte für Stillen und Ernährung, sagt:
„Die neue S3-Leitlinie zur Stilldauer empfiehlt sechs Monate ausschließliches Stillen und eine Mindeststilldauer von zwölf Monaten. Das begrüßt der DHV ausdrücklich. Mit der Veröffentlichung kehrt Deutschland nach gut 15 Jahren Sonderweg zur international etablierten WHO-Empfehlung zurück. Stillen ist ein zentraler physiologischer Prozess mit erheblicher Bedeutung für die Gesundheit von Stillenden und Kindern. […] Die Leitlinie ist damit ein Schritt in die richtige Richtung.”

Warum Stillen so wertvoll ist

Stillen hat viele Vorteile für Mama und Baby und ist weitaus mehr als Ernährung. Es unterstützt das Immunsystem eures Babys, fördert die Bindung und wirkt sich langfristig positiv auf die Gesundheit aus. Auch ihr als Mütter profitiert: Eine längere Stilldauer steht unter anderem mit einem geringeren Risiko für Brust- und Eierstockkrebs sowie Herz-Kreislauf-Erkrankungen in Zusammenhang.

Die neue Leitlinie setzt daher nicht nur ein Zeichen für Kindergesundheit – sondern auch für euch!

Was bedeutet das für euren Alltag?

Die aktualisierte Empfehlung gibt euch vor allem eins: Orientierung und Sicherheit.

  • Ihr müsst nicht frühzeitig mit Beikost starten.
  • Sechs Monate ausschließliches Stillen gelten als optimale Grundlage.
  • Holt euch bei Fragen Unterstützung bei eurer Hebamme, Stillberaterin oder Kinderärztin.
Und ganz wichtig: Jede Stillbeziehung ist individuell. Empfehlungen sind Leitplanken – kein Leistungsdruck. Ihr dürft euren eigenen Weg finden.

Weiterlesen:
Bereit für den ersten Brei?
Gründe & Still-Alternativen

Hebammenrat

-Sie sollten auf jeden Fall die o.g. Mittel zur Milchbildung verwenden. Zusätzlich können Sie 3x/tgl je 10 Globuli Phytolacca D6 einnenhmen. Wirkungsvoll kann... Weiterlesen ...

-Durch das stillen werden viele Abwehrstoffe weitergegeben, die die Kleinen gegen Krankheiten schützen. Leider sind mir persönlich hier keine Studien bekannt,... Weiterlesen ...

Das kann eine Hebamme vor Ort, die sieht, wie Ihr Kind an der Brust trinkt und wie es sich verhält etc. am Besten richtig beurteilen, um danach gezielte Maßna... Weiterlesen ...

Aus der Community

  • Schattenbild Community-Mitglied ohne Profilfoto
    Hallo liebes Holle-Team, ich selbst habe eine Glutenallergie und beschäftige mich deshalb natürlich auch bei meiner Tochter mit dem Thema. Sie ist jetzt 6...
  • Schattenbild Community-Mitglied ohne Profilfoto
    Hallo, mein Sohn (6 monate) hat eine starke Weizenallergie. Ich habe ihm letztens einen Grießbrei gegeben darauf hat er anaphlaktisch reagiert. Es verzweifelt ...
  • Schattenbild Community-Mitglied ohne Profilfoto
    Hallo, ich bin fast 43 und würde gerne schwanger werden. Gibt es hier jemanden in der gleichen Situation?

Es wurden noch keine Kommentare verfasst! Schreibe doch einen.

Kommentar verfassen
Leben mit Baby - frage unsere Hebammen!