Ziegenmilch

Ziegenmilch für Babys

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Was soll ich meinem Baby füttern, wenn ich nicht stillen kann? Babynahrung auf Kuhmilchbasis ist bekannt. Aber habt ihr auch schon von Ziegenmilchnahrung gehört? Wir erklären euch, warum Ziegenmilch eine echte Alternative zu Kuhmilch ist und welche Vorteile sie mit sich bringt.

Das Geheimnis Ziegenmilch

Über einen größeren Zeitraum betrachtet, wurden wahrscheinlich mehr Kleinkinder in Europa nach dem Stillen mit Ziegenmilch groß gezogen als mit Kuhmilch. Noch in den 50er Jahren trank jeder Deutsche durchschnittlich neun Liter Ziegenmilch pro Jahr. Doch nach und nach verlor sie an Bedeutung und wurde in den 80er und 90er Jahren fast völlig von der Kuhmilch verdrängt. In den südlichen Ländern ist sie allerdings noch immer ein weit verbreitetes und geschätztes Nahrungsmittel, nicht nur als Käse sondern auch als Rohmilch. Und auch in Deutschland rückt die Ziegenmilch seit wenigen Jahren wieder mehr in den Fokus, da sie einige entscheidende Vorteile gegenüber Kuhmilch zeigt:

Vorteile von Ziegenmilch

  • Ziegenmilch liefert hochwertiges Protein: sechs der zehn Aminosäuren, die über die Nahrung zugeführt werden müssen, kommen in Ziegenmilch häufiger vor als in Kuhmilch.
  • In Ziegenmilch sind die beiden Eiweiße αs1-Kasein und ß-Lactoglobulin weniger enthalten als in Kuhmilch. Diese Eiweiße sind dafür bekannt, Allergien auszulösen. So besteht das Eiweiß in der Säuglingsnahrung auf Grundlage von Ziegenmilch nur zu etwa 35%, die Säuglingsnahrung auf Kuhmilchbasis dagegen zu ca. 60% aus den beiden Eiweißen. Trotzdem ist zu beachten, dass Ziegenmilch keine Allergien vorbeugen kann.
  • Ziegenmilch enthält mehr kurz- und mittelkettige Fettsäuren als Kuhmilch. Diese können vom Körper leichter aufgenommen und verdaut werden. Außerdem hat Ziegenmilch einen höheren Anteil an mehrfach ungesättigten Fettsäuren, z.B. Linolsäure und Omega-3-Fettsäure.
  • Ziegenmilch liefert das wichtige Vitamin A. Kuhmilch hingegen enthält nur die Vorstufe Provitamin A / Karotin.

Babynahrung Ziegenmilch

Dass die Ziegenmilch in der Ernährung von Babys und Kleinkindern bisher kaum eine Rolle gespielt hat, lag daran, dass die Europäische Kommission erst seit 2014 offiziell Säuglingsnahrung auf Basis von Ziegenmilch in Deutschland zugelassen hat. Wissenschaftliche Studien aus Neuseeland haben damals gezeigt, dass Ziegenmilchpulver eine echte Alternative zu bisherigem Kuhmilchpulver ist. Diese Säuglingsmilchnahrung ist ein guter Ersatz für Muttermilch, wenn nicht gestillt werden kann.

Reine Ziegenmilch ist dabei jedoch, genauso wie reine Kuhmilch, für Babys im ersten Jahr ungeeignet. Die Nährstoffzusammensetzung für Menschenbabys ist in der reinen Milch nicht ideal. Säuglingsnahrung auf Grundlage von Ziegen- oder Kuhmilch ist hingegen bestens geeignet. Damit das Baby bei dieser Ersatznahrung alle nötigen Nährstoffe erhält, werden der Milch Vitamine und Mineralstoffe zugesetzt. Ziegenmilch enthält beispielsweise wenig Folat und muss deshalb mit Folsäure angereichert werden.

Ziegenmilch bei Allergien?

Auch wenn Ziegenmilch weniger der allergieauslösenden Eiweißen enthält, kann ein Kind, das allergisch auf Kuhmilch reagiert, die Ziegenmilch ebenfalls nicht vertragen. Säuglingsnahrung auf Ziegenmilchbasis eignet sich deshalb auch nicht zur Vorbeugung von Allergien. Ob eine allergische Kreuzreaktion auftritt, ist davon abhängig, auf welche Eiweißkomponenten reagiert wird. Unter Umständen kann Ziegenmilch eine Alternative für Kuhmilchallergiker darstellen. Es wird geschätzt, dass etwa zehn Prozent derjenigen, die Kuhmilch nicht vertragen, Ziegenmilch trinken können. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) gibt jedoch die klare Empfehlung, dass Babys, die eine Kuhmilcheiweißallergie zeigen, eine spezielle hyperallergene (HA) Nahrung benötigen.

Zeigt das Kind keine allergische Reaktion auf Kuhmilch, kann Babynahrung auf Ziegenmilchbasis eine gute Alternative sein. Interessant ist sie vor allem für Eltern, die Kinder mit Neurodermitis haben. Ziegenmilch wird schon lange gegen diese Hautkrankheit eingesetzt und kann in Einzelfällen erkrankten Babys helfen, wie einige Erfahrungsberichte zeigen.

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