Baby spuckt viel | Spuckkind

Spucken ist meist ganz normal

Baby spuckt viel
Das Baby spuckt viel? Keine Panik! Spucken im Säuglingsalter ist ganz normal. Dabei spucken die einen etwas weniger, andere wiederum etwas mehr. Babys fangen oft im ersten Lebensmonat an zu spucken. Meist spucken sie nach drei bis fünf Monaten weniger und hören dann mit 12 Monaten schließlich auf.

Gründe warum das Baby spuckt

Für das Spucken im Säuglingsalter gibt es zwei Erklärungen:

1. Die Kleinen trinken zu viel und zu hastig und spucken anschließend den Nahrungsüberschuss wieder aus.

2. Der Mageneingangsmuskel schließt bei Babys noch nicht vollständig, weil das Verdauungssystem bei Säuglingen noch nicht voll entwickelt ist. Ärzte sprechen dann von „Reflux“, d.h. dem Zurückfließen der Nahrung in die Speiseröhre. Die Refluxkrankheit tritt in den ersten Lebensmonaten relativ häufig auf und ist meist unbedenklich.

Häufiges Spucken – kein Grund zur Sorge

Häufige Spucken muss kein Grund zur Sorge sein, wenn Säuglinge trotzdem normal und altersgerecht wachsen und gedeihen. Eine gesunde Gewichtszunahme erkennt man daran, dass das Baby

  • in den ersten drei Monaten pro Woche etwa 110 bis 250 Gramm zunimmt
  • innerhalb von 24 Stunden ca. sechs bis acht Mahlzeiten trinkt
  • vier bis sechs nasse Windeln pro Tag hat
  • der Urin hell und geruchlos ist
  • die große Fontanelle nicht eingesunken ist
  • eine rosige Hautfarbe und meistens einen warmen Körper hat
  • insgesamt einen zufriedenen Eindruck macht

Hilfe für Spuckkinder

  • Es ist wichtig zu prüfen, ob das Kind beim Trinken zuviel Luft schluckt. Stillmütter sollten deshalb darauf achten, dass das Baby richtig angelegt wird. Dabei können verschiedene Stillpositionen helfen. Es ist zudem ratsam, die Brust vor dem Anlegen etwas auszustreichen, damit nicht zu viel Milch auf einmal kommt. Gerade bei hastig trinkenden Kindern ist eine ruhige, entspannte Stillatmosphäre entscheidend.
  • Wenn Babys die Flasche bekommen, müssen Mütter darauf achten, dass das Loch im Sauger die richtige Größe hat. Außerdem darf das Fläschchen nicht zu stark geschüttelt werden, sonst bilden sich Luftbläschen in der Milch.
  • Mütter, die stillen, sollten auf Kaffee, Alkohol, fettes Essen und stark kohlensäurehaltige Getränke sowie auf Nikotin verzichten, da dadurch die Refluxkrankheit ausgelöst bzw. gefördert werden kann. Das gleiche gilt für einige Arzneimittel. So sollten Frauen, die Medikamente wie Andrenergika, Anticholinergika, Xanthine oder Kalziumantagonisten einnehmen, mit ihrem Arzt Rücksprache halten.
  • Größere Mengen Milch, sind für Babys schwerer zu verdauen. Daher kann es bei Spuckkindern helfen, lieber öfter, dafür kleinere Milchmahlzeiten zu füttern.
  • Vielen Kindern tut es gut, wenn sie direkt nach dem Trinken in einer leicht erhöhten Position liegen. Hierfür eignet sich ein Keilkissen, das unter das Oberteil der Matratze geschoben wird. Bitte kein Kissen unter den Kopf des Babys legen! Dies könnte den plötzlichen Kindstod begünstigen. Vielen Säuglingen hilft es auch, wenn sie nach dem Essen zum Schlafen auf die rechte Seite gelegt werden. In dieser Position tritt das Spucken seltener auf.
  • Forschungen haben ergeben, dass sowohl Spuckkinder, als auch Schreikinder manchmal unter dem so genannten KISS-Syndrom leiden, der „Kopfgelenks-Induzierten Symmetrie Störung“. Darunter versteht man eine geburts- oder schwangerschaftsbedingte Verschiebung des Halswirbels beim Baby. Diese Blockade kann durch Krankengymnastik oder den Besuch bei einem Osteopathen aufgelöst werden. Weitere Infos zum Kiss-Syndrom gibt es unter www.kiss-info.de.

Das Baby spuckt: Ab wann zum Arzt?

Bei etwa zwei Prozent aller Spuck- oder auch „Speikinder“ ist das Spucken krankhaft und kann zu gesundheitlichen Beeinträchtigungen führen. Wenn das Baby spuckt und folgende Symptome erkennbar sind, sollte unbedingt ein Arzttermin vereinbart werden:

  • Das Kind nimmt nicht genügend an Gewicht zu
  • Es weint viel, wirkt unruhig und erschöpft
  • Die Milch kommt nach jeder Mahlzeit schwallartig wieder heraus
  • Das Erbrechen wird von Durchfällen begleitet
  • Das Baby hat Fieber

Außerdem gilt:

  • Schwallartiges Erbrechen nach jeder Milchmahlzeit kann ein Hinweis auf einen Magenpförtnerkrampf sein. Das heißt, dass der Magenausgangsmuskel verdickt ist und die Nahrung nicht vom Magen in den Darm fließen kann.
  • Bekommt das Kind nach dem Spucken Schreiananfälle, könnte dies ein Zeichen dafür sein, dass das Spucken dem Kind Schmerzen bereitet. Zum Beispiel, wenn die Speiseröhre durch den sauren Mageninhalt gereizt wird.
  • Auch wenn es sich nicht nur um gespuckte Milch, sondern um Erbrochenes handelt, ist Vorsicht geboten. Kleine Kinder können sehr schnell austrocknen, wenn ihr Flüssigkeitshaushalt aus den Fugen gerät.
Auch in diesen Fällen sollte unbedingt ein Kinderarzt aufgesucht werden, damit entsprechende Maßnahmen veranlasst werden können.

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