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HypnoBirthing - Expertentalk

Entspannte Geburt mit HypnoBirthing

HypnoBirthing
STECKBRIEF

Name: Kendra Gettel
Beruf:
Kursbetreuerin, Autorin, Übersetzerin
Tätigkeiten: 2009 - 2016 HypnoBirthing-Kursleiterin

Foto: Kendra Gettel

Im folgenden Expertentalk haben wir uns ausführlich mit Kendra Gettel, ehemalige Kursleiterin von HypnoBirthing-Kursen, über die Entspannungsmethode HypnoBirthing unterhalten.

Viele Schwangere haben bei Ihrer Geburt große Schmerzen und fühlen sich unwohl. Das muss nicht sein. HypnoBirthing - eine Methode aus den USA - bringt den Gebärenden die nötige Gelassenheit und das Selbstvertrauen. Durch diese Entspannung verlaufen die Geburten ohne übermäßige Schmerzen oder Komplikationen. Eine wirklich empfehlenswerte und interessante Methode der Entspannung für Schwangere.

HypnoBirthing: die Methode

babyclub.de: Frau Gettel, was ist HypnoBirthing?

Kendra Gettel: HypnoBirthing ist eine Methode zur Geburtsvorbereitung, durch welche die Mutter erlernt, sich während der Geburt in einen tief entspannten Zustand zu versetzen. Beobachtungen gebärender Mütter zeigen deutlich, dass Schmerzen und Komplikationen in dem Maße abnehmen, wie die Frauen in der Lage sind, sich zu entspannen.

Der Körper schüttet bei Stress, Angst und Anspannung Katecholamine aus, Stoffe, die den Geburtsvorgang behindern, damit die Mutter sich aus der angenommenen „Gefahrensituation“ in Sicherheit bringen kann, bevor das Kind kommt. Dadurch krampft sich die Gebärmutter zusammen und es entstehen die schrecklichen Schmerzen und langen, schwierigen Geburtsverläufe, von denen man so oft hört.

Es ist tatsächlich möglich, ein Kind mit gar keinen oder kaum Schmerzen zur Welt zu bringen, wie dies in anderen Kulturen auch der Fall ist. Wenn die Mutter entspannt ist, schüttet der Körper Endorphine aus, die für ein rauschhaftes Wohlbefinden sorgen und stärker gegen Schmerzen wirken als Schmerzmittel.

HypnoBirthing arbeitet mit einer Form der Hypnose, durch welche die Mutter sich in den dafür nötigen, sehr entspannten und hochkonzentrierten Zustand versetzen kann. Sie bekommt alles mit, bleibt aber vollkommen gelassen und arbeitet harmonisch und unter optimalem Kräfteeinsatz mit ihrem Körper.

Zusätzlich machen wir geführte Reisen ins Unterbewusstsein, um vorhandene Ängste vor der Geburt aufzuspüren, aufzulösen und durch positive Bilder zu ersetzen. Dies bewirkt bei den Müttern eine enorme Zunahme an Gelassenheit und Selbstvertrauen. Rund 70% von denen, die vaginal gebären, benötigen am Ende keine Schmerzmittel oder Interventionen!

Die Geburten verlaufen in der Regel wesentlich schneller und leichter – viele Frauen merken lange Zeit gar nicht, dass sie schon mittendrin sind, weil es gar nicht weh tut! Erschöpfung der Mutter, wie auch Stress und Sauerstoffmangel beim Kind werden vermieden. Die Kinder sind merklich ruhiger und aufmerksamer, schreien kaum und haben höhere Apgar-Werte.

Außerdem wird bei HypnoBirthing der Vater entscheidend miteinbezogen. Er ist nicht nur außenstehender Beobachter, sondern übt schon vor der Geburt mit der Mutter gemeinsam Entspannung und bekommt für die Geburt einen genauen Plan, was zu tun ist.

Es ist also eine Teamarbeit der Eltern, die sie näher zusammen bringt und die Bindung zwischen den Eltern untereinander wie auch zum Kind verstärkt.

Herkunft dieser Entspannungsmethode zur Geburtsvorbereitung

babyclub.de: Woher kommt die Methode ursprünglich?

Kendra Gettel: Die Methode ist von der US-Amerikanerin Marie Mongan als Geburtsvorbereitung für das erste Kind ihrer Tochter entwickelt worden. Daraus hat sich ein Programm mit über 20 Jahren Erfahrung entwickelt, das in vielen Ländern der Welt von über 1000 Kursleitern angeboten wird.

HypnoBirthing selbst erlernen

babyclub.de: Kann man als Schwangere HypnoBirthing selbst erlernen?

Kendra Gettel: Man kann HypoBirthing bis zu einem gewissen Grad selbst erlernen und mit einem Buch arbeiten. Klar, schließlich beruht HypnoBirthing ja auf der Philosophie, dass Geburt von Natur aus leicht und einfach und der Körper der Frau dazu ganz von alleine in der Lage ist. Im Grunde braucht es dazu keine Methode.

Gleichzeitig steckt die Angst mittlerweile so tief im Unterbewusstsein von uns Frauen und die negativen Botschaften rund um Geburt sind so dominant und allgegenwärtig, dass es so gut wie unmöglich sein kann, sich eine positive Einstellung zu bewahren, wenn man alleine arbeitet.

In einer Gruppe geht es viel leichter. Dazu gibt es vorbereitende Elemente, die man alleine einfach nicht machen kann, wie die geführten Angstauflösungen. Weitere Vorteile eines Kurses sind, dass man einen Ansprechpartner für Probleme hat, der Vater viel mehr miteinbezogen wird alles nötige Wissen mitbekommt, man alle Übungen unter Anleitung lernt und Skripte zum Üben für zu Hause bekommt, in Rollenspielen geübt wird, wie man seine Geburtswünsche Arzt und Hebamme mitteilt und wie man bei vorgeschlagenen Interventionen die beste Entscheidung für sich treffen kann.

HypnoBirthing Kurse

babyclub.de: Wie findet man Kurse für HypnoBirthing?

Kendra Gettel: Kurse für HypnoBirthing findet man am einfachsten im Internet auf den Seiten www.hypnobirthing.com oder www.hypnobirthing.ch. Dort findet man alle Kursleiter, kann sich jemanden bei sich in der Nähe heraussuchen und sich bei ihm über Kurse informieren.

Auf den genannten Seiten findet man alle Kursleiter, die nach der bewährten Methode von Marie Mongan zertifiziert sind und das Programm nach ihren Leitlinien unterrichten. Die Zertifizierung wird jährlich überprüft, wobei die Rückmeldungen der Eltern über den betreffenden Kursleiter – jedes Paar wird gebeten, einen Fragebogen auszufüllen – bei der Erneuerung mit beachtet werden.

Da der Name „HypnoBirthing“ in Deutschland nicht rechtlich geschützt werden kann, gibt es auch Nachahmer, die eigene Programme anbieten. Deren Qualität kann ich nicht beurteilen.

Wenn man sich an einen zertifizierten Kursleiter hält, hat diese Person auf jeden Fall alle nötigen Kenntnisse, um einen Kurs durchzuführen. Abgesehen davon glaube ich, dass bei der Auswahl persönliche Faktoren wichtig sind. Fühle ich mich mit dem Kursleiter wohl? Hat er Geduld und ist offen für meine Fragen, egal wie viele und welcher Art? Habe ich das Vertrauen, dass er mein Selbstvertrauen stärken wird und ich mich bei Problemen an ihn wenden kann?

Mama werden mit HypnoBirthing

babyclub.de: Wie unterscheidet sich eine HypnoBirthing Geburt von einer „normalen“ Geburt?

Kendra Gettel: Nun, wie bereits gesagt, verläuft eine HypnoBirthing Geburt in der Regel wesentlich schneller und leichter. Erst gestern las ich einen amüsierten Kommentar von Marie Mongan, dass sie selbst seit zwei Jahren bei keiner Geburt mehr dabei gewesen ist, weil es bei ihren Paaren immer so schnell geht, dass gar keine Zeit mehr ist, hinzufahren.

Hinzu kommt eine sehr friedliche, teilweise spirituelle Atmosphäre im Gegensatz zu der Hektik und der „Notfallatmosphäre“, die sich oft entwickelt. Dies ergibt sich von selbst durch die ruhige Ausstrahlung der Hauptakteurin, der Mutter, und daher, dass wir sie in ihrer Entspannung durch angenehme Musik, sanfte Beleuchtung und dergleichen unterstützen. Alle Anwesenden werden gebeten, leise zu sprechen und Lärm und Hektik sowie unnötige Untersuchungen und Störungen der Mutter zu vermeiden.

Welche Schwangeren können von Hypnobirthing profitieren?

babyclub.de: Raten Sie allen Schwangeren zu HypnoBirthing? Gibt es Einschränkungen?

Kendra Gettel: Nein, Einschränkungen gibt es keine, denn ganz egal, in welchen Umständen sich die Mutter befindet oder welchen Verlauf die Geburt am Ende nimmt, wird sie davon profitieren, sich zu entspannen, zu wissen, dass sie ihren Partner an ihrer Seite hat und anhand welcher Kriterien sie die besten Entscheidungen für sich treffen kann. Solcherart gestärkt wird eine Frau jede Situation besser bewältigen.

Wenn man entspannt ist, hat man viel mehr Kompetenz, sich in herausfordernden Situationen konstruktiv zu verhalten, und der Körper hat mehr Energie zur Heilung zur Verfügung.

Auch wenn eine Frau dazu tendiert, lieber einen Kaiserschnitt zu wollen bzw. wenn einer unumgänglich ist, würde ich sie einladen, mitzumachen, denn sie wird so viel lernen, was sie auch auf diesem Weg unterstützen kann. Gerade für Frauen, die schon einmal einen Kaiserschnitt hatten und nun Angst haben, vaginal zu gebären, kann HypnoBirthing ein wahrer Segen sein, denn das oft gefürchtete Risiko, dass der Uterus reißt, kann durch die gelernten Methoden und den wesentlich sanfteren Geburtsverlauf minimiert werden.

Nachteile von HypnoBirthing

babyclub.de: Gibt es Nachteile oder besondere Risiken bei dieser Methode?

Kendra Gettel: Nun, wenn Sie einen schnelleren und leichteren Geburtsverlauf als Nachteil oder Risiko bezeichnen möchten: Kleiner Scherz 😉. Als einzigen Nachteil, wenn man es überhaupt so nennen möchte, würde ich sagen, dass man eben Zeit einplanen muss, um gewisse Atemtechniken zu lernen und die Entspannungsübungen zu machen und sich vorzubereiten.

HypnoBirthing Ausbildung

babyclub.de: Wie sind Sie persönlich zu HypnoBirthing gekommen? Welche Ausbildung haben Sie?

Kendra Gettel: Ich bin über eine Freundin zu HypnoBirthing gekommen, Frau Lichtenberg, die nun ebenfalls Kursleiterin ist.

Wir wollten die Methode ursprünglich „nur“ für uns selbst lernen, um uns auf den Tag vorzubereiten, wenn wir ein Kind bekommen würden. Sehr schnell hat mich jedoch die Leidenschaft gepackt, mit werdenden Eltern zu arbeiten.

Ich habe die Kursleiterausbildung vom HypnoBirthing-Institut gemacht, und es integriert sich wunderbar mit anderen Dingen, die ich zuvor gelernt habe, und meinen eigenen Erfahrungen.

HypnoBirthing Erfahrung

babyclub.de: Wie viele Schwangere haben von Ihnen bereits HypnoBirthing erlernt? Wie ist deren Erfahrung / Feedback?

Kendra Gettel: Ich arbeite zur Zeit mit meinem siebten Elternpaar. (Hinweis aus der Redaktion: Stand 2009). Die Geburten, von denen ich bisher gehört habe, waren jede auf ihre Art sehr schön.

Ansonsten höre ich, wie sehr der Kurs den Mut und das Selbstvertrauen der Mütter gestärkt und dass er ihnen einen ganz neue Perspektive eröffnet hat.

Die Väter haben meist sehr viel Spaß daran, zu lernen, wie sie ihre Partnerinnen „hypnotisieren“ können, und bekommen zum ersten Mal ein wirklich klares und vollständiges Bild davon, was auf sie zukommt und wie sie damit umgehen können – oft haben sie doch einfach noch nicht so viel Wissen über die ganzen körperlichen Vorgänge, was in ihrer Frau vor sich geht und wie sie in das ganze Geschehen hineinpassen. Der Kurs ist dann ein echtes Aha-Erlebnis.

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Kommentar vom 17.11.2009 12:41
Hallo!
Das ist ja wirklich eine interessante Methode, dieses HypnoBirthing!

Autogenes Training habe ich bei mir füher schonmal ausprobiert. Gibt es zwischen HypnoBirthing und autogenem Training einen Zusammenhang? Bzw. wie unterscheiden sich diese beiden Entspannungsmethoden? Und wie viel Geld muss ich für HypnoBirthing Kurse ausgeben? Wird so etwas von Krankenkassen übernommen?

Ich würde mich sehr über Antwort freuen, danke,
Julia2009



Kommentar vom 17.11.2009 19:58
Hallo Julia,

ich kenne autogenes Training nur vom Hörensagen. Wenn ich es richtig im Kopf habe, wird dabei auch mit Entspannungstechniken gearbeitet. Dieser Teil wird dann wohl HypnoBirthing ähneln, gleichzeitig geht gezielte Hypnose noch tiefer. Es geht ja nicht "nur" darum, sich zu entspannen, sondern im Unterbewusstsein eine leichte Geburt so sehr zu verankern, dass ein anderes Ergebnis (fast) nicht mehr möglich ist. Vereinfacht gesagt: Wenn man einem Raucher in Hypnose suggeriert, dass er Zigaretten widerlich findet, wird er plötzlich hinterher keine mehr mögen, und das Aufhören geschieht wie von selbst! Und wenn ich Dir die Details Deiner leichten und sanften Geburt suggeriere, ist das wie ein Befehl an Deinen Körper, und er kann gar nicht anders, als ihn umzusetzen -solange keine außergewöhnlichen Umstände dazwischenkommen.

Es gibt für HypnoBirthing-Kurse keinen geregelten Preis, jeder Kursanbieter entscheidet selbst. Von daher macht es vielleicht am meisten Sinn, sich gezielt beim Anbieter Deiner Wahl zu erkundigen. Die Krankenkassen übernehmen es bisher nicht - es ist ja auch noch relativ neu in Deutschland. Wir arbeiten daran, es bei den Kassen bekannt zu machen.
Einige Kursleiter bieten Sonderkonditionen für Menschen mit geringem Einkommen.

Ich hoffe, das hilft erstmal weiter?

Gruß,
Kendra
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