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Angst vor Geburt

Angstfreie Geburt

Ein Kind auf die Welt zu bringen erfordert sehr viel Kraft und ist auch emotional eine große Herausforderung. Dabei können Ängste vor der Geburt ihren natürlichen Ablauf stören und sollten daher vorher bearbeitet werden. Für ein entspannteres Geburtserlebnis.
Für die Geburt gemacht

Die Entbindung ist ein tiefgreifendes Erlebnis, das der werdenden Mutter einiges abverlangt. Eine Geburt ist mit das natürlichste Ereignis überhaupt und in der Regel geht alles gut. Es gibt jedoch immer ein gewisses Restrisiko und daher sind gewisse Ängste verständlich.

Der weibliche Körper ist von Natur aus dafür geschaffen, Kinder auf die Welt zu bringen. Wenn es soweit ist, hat er auch die Fähigkeit, in einen dafür idealen Zustand zu wechseln: Nun wird vermehrt das Hormon Oxytocin ausgeschüttet, das zum einen die Geburtswehen auslöst, zum andern aber auch für die Ausschüttung von Endorphinen sorgt. Diese Glückshormone haben eine schmerzlindernde Wirkung. Eine Geburt ist also nicht unbedingt so schmerzhaft, wie sie es für euch im „Normalzustand“ wäre.

Angst vor Geburtsschmerz

Viele Frauen haben jedoch so große Angst vor der Geburt, dass sie sich nicht voll und ganz darauf einlassen können und somit auch nicht in diesen natürlichen „Flow“ kommen. So geraten sie in einen Teufelskreis, in dem sie sich aus Angst vor dem Schmerz verkrampfen und aufgrund der Verkrampfung mehr Schmerzen haben, wodurch wieder ihre Angst zunimmt. Eine Studie aus Norwegen zeigt, dass die Entbindung bei Frauen mit Geburtsangst im Durchschnitt um die eineinhalb Stunden länger dauern kann.

Eine gute Vorbereitung ist wichtig

Was könnt ihr also tun, um gar nicht erst in diese Situation zu kommen oder wenn doch, wieder aus ihr heraus zu finden? Geht zu einem Geburtsvorbereitungskurs, in dem ihr Entspannungstechniken lernt und euch seelisch auf die Geburt vorbereitet. Und damit ist nicht gemeint einmal kurz zu hecheln und von der Hebamme gesagt zu bekommen, jetzt könne es losgehen. Nein, hier ist schon etwas mehr Zeit nötig, damit das Erlernte in der Extremsituation Geburt auch abgerufen werden kann. Auch Yoga kann hier sehr hilfreich sein.

Während der Geburt könnt ihr versuchen, euch auf die Wehen einzulassen, mit ihnen zu atmen (dabei hilft in der Regel auch die Hebamme, welche die Geburt begleitet), damit die ungünstige Verkettung mit der Angst unterbrochen wird, oder es gar nicht erst dazu kommt. Dann finden Wehen und Hormonausschüttung ihr natürliches Zusammenspiel. Es gilt also, sich nicht gegen die Wehen zu wehren, sondern mit ihnen zu arbeiten. Und sagt euch: Durch jede Wehe kommt ihr der Geburt eures Babys ein bisschen näher. Und: Es geht vorbei.

Falls das nicht ausreicht, könnt ihr euch immer noch zwischen verschiedenen schmerzlindernden Mitteln für eine möglichst schmerzfreie Geburt entscheiden.

Geborgenheit schaffen

Schmerz verstehen wir normalerweise als Warnsignal, das uns zeigt, dass etwas nicht stimmt. Wieso ist aber ein natürlicher Vorgang wie die Geburt überhaupt mit Schmerzen verbunden? Bei der Geburt ist die Frau in einer höchst verletzlichen Situation. Der Körper sendet also ein Warnsignal aus, das sie dazu bringt, einen möglichst sicheren Ort aufzusuchen, an dem Mutter und Kind geschützt sind.

Wählt für eure Geburt einen Ort aus, an dem ihr euch so sicher wie möglich fühlt. Habt jemanden an eurer Seite, der euch Rückhalt gibt und vom dem ihr wisst, dass er für euch und eure Wünsche die Geburt betreffend eintritt, wenn ihr selbst nicht in der Lage dazu sein solltet, etwa euren Partner. Dann könnt ihr euch voll und ganz auf die Geburt konzentrieren. Je geborgener sich eine Gebärende fühlt, desto einfacher ist meistens auch die Geburt. Zwar sind die Wehen immer noch schmerzhaft, aber in einem erträglichen Maß.

Entspannungstechniken

Wie schon gesagt ist es wichtig, bei der Geburt Entspannungstechniken an der Hand zu haben. Ebenso wichtig ist es, ein Gefühl für den eigenen Körper zu entwickeln und Vertrauen in die eigene Kraft zu gewinnen. Bewährt haben sich für viele Frauen Selbsthypnose und Hypnobirthing. Weitere Möglichkeiten sind autogenes Training, Meditation und Schwangerschaftsyoga.

Tokophobie

Bei manchen Frauen liegt schon vor der Geburt oder sogar vor der Schwangerschaft eine übersteigerte Angst vor Schwangerschaft und Geburt vor, die sogenannte Tokophobie. Die Angst vor der Geburtsprozedur oder davor, ein totes Kind auf die Welt zu bringen können hierbei eine Rolle spielen.

Die Wahrscheinlichkeit, eine Tokophobie zu entwicklen, ist höher, wenn eine vorherige Geburt als traumatisch erlebt wurde, oder wenn in der Familie Missbrauch vorkam. Oft sind aber keine dahinterliegenden Gründe erkennbar. Wenn bei euch die Angst vor der Geburt also Ausmaße einer Phobie annimmt und euch zu sehr belastet, solltet ihr Kontakt zu eurem Frauenarzt, eurer Hebamme oder direkt zu einer professionellen Therapeutin oder einem Therapeuten aufnehmen, um euch diese Last von den Schultern zu nehmen und an den heftigen Ängsten zu arbeiten, so dass ihr entspannter in die Geburt gehen könnt.

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