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Baby Osteopathie | Expertentalk

Osteopathie für Babys

Baby Osteopathie
Oft entstehen beim Baby bereits in der Schwangerschaft oder durch die Geburt Blockaden und Verspannungen. Diese äußern sich später durch Unruhe, häufiges Schreien oder Schlaflosigkeit. Mit Osteopathie können viele Beschwerden sanft behandelt werden.

Osteopathin Petra Gohl-Frohnmayer erklärt im Expertentalk wie eine osteopathische Behandlung beim Baby helfen kann, Verspannungen und Blockaden zu lösen.

Baby Osteopathie
STECKBRIEF
Name: Petra Gohl-Frohnmayer
Beruf: Heilpraktikerin
Praxis: Praxisgemeinschaft Osteopathiepraxis am Killesberg, Stuttgart

babyclub.de: Mit dem Baby automatisch zum Osteopathen zu gehen ist fast schon ein Trend geworden. Ist das wirklich nötig?

Petra Gohl-Frohnmayer: Wenn die Eltern es wollen, macht es durchaus Sinn, den Säugling einmal einem Osteopathen vorzustellen und prüfen zu lassen, ob alles in Ordnung ist, denn er kann sich ja noch nicht selber äußern. Und hat er Beschwerden oder verhält er sich auffällig, sowieso. Der Osteopath kann dann vorsichtig erspüren, ob alles so ist, wie es sein soll – beispielsweise am Schädel oder an den Kopfgelenken, im Darm, an den Hüften, im Herzbereich, mit den Lungen, am Zwerchfell usw. Viele Probleme werden auch erst viel später bemerkt, hätten mit einer osteopathischen Untersuchung aber schon „im Frühstadium“ gefunden und behandelt werden können, da sie schon als Fehlspannungen oder Veränderungen im Gewebe zu spüren gewesen wären.

babyclub.de: Und was machen Sie dann mit einem Neugeborenen?

Petra Gohl-Frohnmayer: Wir versuchen, erst einmal die Spannung aus seinem Körper zu nehmen. Es war neun Monate lang sehr eingeengt und es gibt auch bestimmte Bereiche, die bei der Geburt besonders beansprucht werden. Wir unterstützen zudem die neuen Lebensfunktionen wie Atmung, das Herz, den Darm und helfen natürlich bei konkreten Beschwerden.

babyclub.de: Bei welchen Beschwerden macht Osteopathie Sinn?

Petra Gohl-Frohnmayer: Wenn das Baby Trinkprobleme hat, zum Beispiel durch einen Rückbiss, wenn es übermäßig viel schreit, sehr unruhig ist, sich komisch bewegt, sehr schlecht schläft oder auch, wenn bei der Geburt etwas anders als normal verlaufen ist. Medikamente, eine Saugglocke, eine Zange oder auch mechanischer Druck auf den Bauch der Frau können das Baby nachhaltig stressen. Später kommen als mögliche Indikationen noch Schädelasymmetrien, Hüftglenksdysplasien, Fehlbildung der Schädelnähte, muskuläre Fehlspannungen und Verdauungsprobleme hinzu. Eine Therapie ist auch bei genetischen Syndromen wichtig wie zum Beispiel bei Trisomie 21. Auf längere Sicht kann man hier eine gute Verbesserung erreichen. Und bei Fehlbildungen oder Anomalien kann der Osteopath die gesunde Entwicklung des Kindes unterstützen.

babyclub.de: Wie läuft eine osteopathische Behandlung beim Baby ab?

Petra Gohl-Frohnmayer: Zuerst findet eine Begrüßung statt und das Kind bleibt bei der Mutter bzw. dem Vater. Sie oder er wird über die Schwangerschaft, die Geburt und den Grund des Besuches befragt, also was bei dem Kind auffällig ist usw. Dann nehme ich über die Hände Kontakt mit dem Kind auf und versuche zu erspüren, wo es Probleme hat und behandele diese. Oft zeige ich auch den Eltern Handgriffe, z.B. beim Rückbiss, durch die sie das Stillen unterstützen können oder wie man den Lymphfluss im Bauch anregt oder die Wirbelsäule und die Kopfgelenke entspannt.

babyclub.de: Worauf achtet der Osteopath bei einer Behandlung?

Petra Gohl-Frohnmayer: Das Baby muss sich wohl führen. Dazu lasse ich immer die vertraute Person in der Nähe und suche eine Ausgangsstellung, in der das Kind ruhig ist. Eventuell kann es dazu gestillt werden.

babyclub.de: Wie lange dauert eine Behandlung und wie oft sollte man diese durchführen lassen?

Petra Gohl-Frohnmayer: Das ist je nach Fall unterschiedlich. Manchmal reichen zwei bis drei Behandlungen aus, manchmal – wie bei stärkeren Asymmetrien – sollte das Baby zwei bis dreimal kurz hintereinander kommen und dann alle vier Wochen während des gesamten ersten Lebensjahres. Bei uns wird das kleine Kind 30 Minuten inklusive Gespräch mit der Mutter oder dem Vater behandelt.

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