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Stilltipps

Tipps für einen guten Stillbeginn

Muttermilch ist zwar die natürlichste Nahrung für Babys, aber Frauen sollten sich dennoch Zeit und Ruhe gönnen, um zusammen mit ihrem Kleinen in das Stillen hineinzufinden, da dies am Anfang nicht immer reibungslos klappt. Wir geben euch hier Stilltipps, damit der Stillstart gelingt.

Das oben eingebundene Kurzvideo kommt vom Netzwerk Gesund ins Leben, gibt Infos rund um den Stillbeginn und zeigt den Breast Crawl.

Breast Crawl: der erste Kontakt

Nach der Geburt wird das nackte Neugeborene idealerweise direkt auf die nackte Brust der Mutter gelegt (Bonding) und mit warmen Tüchern zugedeckt. Dort – im direkten Hautkontakt – kann es erst einmal in Ruhe ankommen. Und einem Urinstinkt folgend, wird es sich den Weg zur Brustwarze automatisch suchen, in dem es sich vorwärts schiebt und mit Händchen und Mund nach der Brustwarze sucht, um die wertvolle Erstmilch, das Kolostrum, zu erhalten. Ihr müsst ihm i.d.R. also nicht dabei helfen. Dieses Phänomen wird „breast crawl“ genannt und kann länger als eine Stunde dauern.

Wichtig: Auch Frauen, die nicht stillen, können ihrem Baby das nährstoffreiche Kolostrum geben – in dem Fall wird es abgepumpt und mit dem Fläschchen o.ä. gefüttert.

Stillen ist nicht nur Nahrungsaufnahme

Babys wollen nicht nur dann an die Brust, wenn sie Hunger verspüren. Sie suchen dort auch nach Nähe und (Haut-)kontakt, Sicherheit, Geborgenheit und möchten sich manchmal auch einfach durch das Saugen beruhigen. Daher kann es phasenweise sehr oft vorkommen, dass euer Kleines an die Brust möchte.

Der Stillbeginn – richtig Anlegen

Nach diesem ersten Stillkontakt solltet ihr darauf achten, dass euer Kleines auch richtig angelegt wird. Richtig stillen geht so: Zunächst nehmt ihr eine geeignete Stillposition ein. Dann hebt ihr sanft die Brust an, dabei darauf achten, dass die Finger weit genug von der Brustwarze entfernt sind. Jetzt führt ihr langsam das Kind an die Brustwarze heran. Das Baby sollte den Mund weit öffnen, wie etwa beim Gähnen, damit es den ganzen Warzenhof und nicht nur die Brustwarze erfassen kann. Falls das Kleine den Mund nicht aufmacht oder den Kopf wegdreht, Wange und Lippen mit der Brustwarze berühren. Dadurch wird der automatische Saugreflex ausgelöst. Wenn das nicht (gut) klappt, beratet euch mit eurer Hebamme oder sucht Hilfe bei einer Stillberaterin z.B. von La Leche Liga – der Stillbeginn kann durchaus etwas holprig sein und es wäre schade, zu früh aufzugeben.

Der Still-Zeitpunkt: typische Hungeranzeichen

Voraussetzung für entspanntes Stillen ist ein möglichst ruhiges Baby. Deshalb sollte das Kind nach Bedarf gestillt werden – nehmt es also idealerweise bei ersten Anzeichen von Hunger zur Brust und nicht erst, wenn es bereits schreit und strampelt.

Typische Hungeranzeichen sind z.B.:

  • Sauggeräusche
  • Schlecken an den Lippen
  • Zunge immer wieder ein bisschen herausstrecken
  • Finger in den Mund stecken
  • Hin- und Herdrehen des Kopfes
  • schnelle Bewegungen der Augen
  • Stirnrunzeln

Wieviel Mahlzeiten benötigt das Baby?

Wir raten von einem starren, von außen vorgegebenen Stillrhythmus ab und plädieren dafür, das Kind nach Bedarf zu stillen.

In den ersten Lebensstunden und -tagen ist dies häufiger angebracht, das Baby braucht in der Regel mindestens acht bis zwölf Stillmahlzeiten pro Tag (und Nacht) – gerne auch öfter. Später werden es etwas weniger, aber das ist individuell verschieden. Mit Ruhe und Achtsamkeit werdet ihr euren eigenen Rhythmus finden und lernen, die Signale eures Kindes zu deuten.

Bei jeder Stillmahlzeit solltet ihr darauf achten, dass euer Kleines an jeder Brust trinkt, legt es also wechselseitig an.

Eine Stillmahlzeit läuft gut, wenn das Baby gleichmäßig saugt und schluckt und nach einer Weile die geballten Fäustchen lockert. Nach dem „Essen“ sollte das Kind sanft über eure Schulter gelegt werden, damit es die verschluckte Luft durch ein „Bäuerchen“ aufstoßen kann. Wenn man beim Stillen unterbrechen möchte, dass Kind auf keinen Fall zurück ziehen – das tut weh an der Brustwarze! Stattdessen lieber den kleinen Finger in den Mundwinkel des Babys stecken, um das Vakuum zu lösen. So kann das Baby ohne Schmerzen von der Brust gelöst werden.

Gerade am Anfang kann es vorkommen, dass die Milch teilweise noch recht unkontrolliert fließt oder dass aus der anderen Brust, an der das Baby gerade nicht trinkt, Milch läuft. Hier erweisen sich Stilleinlagen als praktische Helfer.

  • babyclub.de Team-Tipp: Bei einem verzögerten Milchfluss kann die Stimulation mit einer Milchpumpe helfen. So wird die Milchbildung zusätzlich angeregt. Beratet euch dazu mit eurer Hebamme oder einer erfahrenen Stillberaterin.

So viel passt in Babys Magen
Diese Infografik (Copyright: BLE, Illustration: Jasmin Friedenburg, BZfE) vom Bundeszentrum für Ernährung zeigt eindrücklich, warum ein Baby nicht wie wir wenige große Mahlzeiten kann, sondern viele kleine benötigt, um mit genug Nahrung versorgt zu werden. 
Stillprobleme? Wir helfen euch!

Es läuft leider nicht immer alles rund beim Stillen, daher haben wir einige Beiträge und Videos für euch, die euch weiterhelfen können. Eine Übersicht findet ihr in unserem Beitrag: Stillprobleme – was tun?

Tipps für die Stillzeit zum Download

Woran erkenne ich, dass mein Baby Hunger hat? Reicht meine Milch? Der Info-Comic "Tipps für die Stillzeit" vom Netzwerk Gesund ins Leben ist für die Beratung von Stillenden kurz nach der Geburt geeignet. Er gibt neun alltagsnahe Stilltipps, um Mütter in ihrer Stillkompetenz zu stärken. Hier findet ihr den Flyer zum Download

Hebammenrat

-Sie sollten auf jeden Fall die o.g. Mittel zur Milchbildung verwenden. Zusätzlich können Sie 3x/tgl je 10 Globuli Phytolacca D6 einnenhmen. Wirkungsvoll kann... Weiterlesen ...

-Durch das stillen werden viele Abwehrstoffe weitergegeben, die die Kleinen gegen Krankheiten schützen. Leider sind mir persönlich hier keine Studien bekannt,... Weiterlesen ...

Das kann eine Hebamme vor Ort, die sieht, wie Ihr Kind an der Brust trinkt und wie es sich verhält etc. am Besten richtig beurteilen, um danach gezielte Maßna... Weiterlesen ...

Meinungen aus der Community

  • Ende August ist meine Tochter geboren. Nachdem sie im Kreißsaal etwa 2 Stunden auf mir lag, hat die Hebamme sie mir angelegt. Das ging relativ gut mit dem Sau...
  • Hallo Mamis, Ich weiß, die Diskussion, ob man stillt oder nicht, führt meistens ins Chaos. Das will ich hier aber auf alle Fälle vermeiden! Ich habe folgend...
  • Eine Bekanntin von mir stillt immer noch, obwohl ihr Sohn schon vier Jahre alt ist. meiner Meinung nach ist das zuviel und ich möchte mein Baby nicht in diesem...

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