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Anthroposophische Arzneimittel | Anthroposophische Ärzte

Anthroposophische Medizin

Anthroposophische Medizin
Anthroposophische Medizin fördert die Genesung auf natürliche Weise: Sie regt die Selbstheilungskräfte an, unterstützt die Abwehr und bringt die aus dem Gleichgewicht geratenen Abläufe im Körper wieder in Balance. Sie ist keine Alternative, sondern eine Ergänzung der Schulmedizin.

Anthroposophische Ärzte nutzen die üblichen Diagnose- und Therapiemethoden, betrachten aber den Menschen als Ganzes: Es wird nicht nur der Körper untersucht, sondern auch danach geschaut, wie es dem Kranken seelisch geht und in welchen Lebensumständen er sich gerade befindet. All diese Faktoren beeinflussen sich wechselseitig und werden daher bei der Therapieauswahl berücksichtigt.

Eine Behandlung zielt daher nicht nur auf die Bekämpfung der Krankheit ab, sondern regt auch die Selbstheilungskräfte des Organismus durch spezielle Arzneimittel und andere Therapien an. Hierbei wird dem Patient eine aktive Rolle zugewiesen – sowohl bei der Überwindung der Krankheit, als auch beim Erhalt der Gesundheit.

So wirken Anthroposophische Arzneimittel

Anthroposophische Arzneimittel helfen bei akuten und chronischen Beschwerden, wirken ausgleichend auf einseitig gewordene Funktionen wie zum Beispiel Bluthochdruck, lindern Symptome und unterstützen gleichzeitig den Heilungsprozess, indem sie die Selbstheilungskräfte des menschlichen Organismus anregen. Fieber und andere typische grippale Begleiterscheinungen werden dadurch nicht unterdrückt, sondern auf ein solches Maß reguliert, dass sie die Heilung unterstützen. Aus einem so behandelten Infekt kann der Körper sogar gestärkt aus dem Krankheitsgeschehen hervorgehen.

In der Anthroposophischen Medizin ist eine Natursubstanz dann für die Behandlung geeignet, wenn der Gesundheits- oder Krankheitsprozess einem charakteristischen Merkmal der Substanz entspricht. Ein Beispiel: Bei entzündeten Augen ist die Stoffwechseltätigkeit im Augenbereich erhöht. Durch die verstärkte Durchblutung bekämpft der Körper die Beschwerden. Dieser Prozess passt zur Heilpflanze Euphrasia. Sie wächst als Halbschmarotzer in die Wurzeln der sie umgebenden Gräser und Halme und zieht aus diesen Nährstoffe und Wasser ab. Bei der Behandlung von Augenentzündungen nutzt man diese Eigenschaften - Euphrasia (als Augentropfen oder Augensalbe) schwächt das "Fremdleben" auf der Bindehaut und entzieht den Entzündungserregern ihre Wachstumsgrundlage, indem die enthaltenen Gerb- und Bitterstoffe zusammenziehend und entzündungshemmend wirken und das ebenfalls enthaltene Aucubin leicht antibiotisch. 

Im anthroposophischen Arzneimitteln werden pflanzliche, tierische, mineralische oder metallische Ausgangsstoffe einzeln oder in Kombination eingesetzt. Die Herstellverfahren dieser Medikamente lehnen sich an in der Homöopathie verwendete Herstellvorschriften wie die Potenzierung an, können sich aber durch verwendete Pflanzenteile oder Extraktionsmethoden unterscheiden. Es gibt auch spezifisch anthroposophisch-pharmazeutische Herstellverfahren. Anthroposophische Arzneimittel sind von den Firmen Weleda und Wala erhältlich.

Therapien der Anthroposophischen Medizin

Anthroposophische Medizin umfasst neben der Arzneimitteltherapie auch andere Therapiebereiche:

  • äußere Anwendungen wie Krankengymnastik, Wickel und Auflagen, Bäder, Wärmeanwendungen, Rhythmische Massage
  • Kunsttherapien wie plastisch-therapeutisches Gestalten, therapeutisches Zeichnen und Malen, Musiktherapie, Sprachgestaltung, Heileurythmie
  • Gesprächstherapie und Biografiearbeit

Anthroposophische Ärzte

Anthroposophische Ärzte haben zusätzlich zum Medizinstudium eine Weiterbildung in Anthroposophischer Medizin absolviert. Daher lehnen sie die Methoden und Mittel der konventionellen Medizin (z. B. Antibiotika und Schutzimpfungen) nicht ab, sondern plädieren für einen rationalen, differenzierten Umgang. Sie überlegen in jedem Fall individuell, welche Therapien und Maßnahmen – ob schulmedizinisch, anthroposophisch oder beides – ein Patient gerade braucht. Auch Ärzte ohne Extra-Qualifikation verordnen mitunter Anthroposophische Arzneimittel oder Therapien. Anthroposophischen Arzt finden

Wird Anthroposophische Medizin erstattet?

Behandlungen durch einen Anthroposophischen Arzt gehören zu den Leistungen der gesetzlichen Krankenkassen, sofern er eine kassenärztliche Zulassung hat - allerdings nur zu den Vergütungssätzen, die auch für konventionell-schulmedizinische Behandlungen gelten. Alle anthroposophischen Krankenhäuser, stationäre Reha-Einrichtungen und anthroposophisch-medizinischen Abteilungen sind Teil der Grund- und Regelversorgung. Die dort erbrachten medizinischen und therapeutischen Leistungen werden mit der Kasse abgerechnet, es fallen lediglich die üblichen Zuzahlungen an.

Die anthroposophischen Therapien können, müssen aber nicht  von den Krankenkassen bezahlt werden. Es gibt jedoch einige Kassen, die zum Beispiel Kunsttherapie, Heileurythmie sowie Rhythmische Massage in ihren freiwilligen Leistungskatalog aufgenommen haben. Bei Patienten, die an der Integrierten Versorgung teilnehmen, rechnen die Kassen direkt mit den Therapeuten über die Versichertenkarte ab. Bei Privatpatienten ist die Erstattung vom jeweiligen Vertrag abhängig.

Schon gewusst? Zahlen und Fakten

  • weltweit wird Anthroposophische Medizin in über 80 Ländern praktiziert und durch fortlaufende Forschung weiterentwickelt
  • in Deutschland ist die Anthroposophische Medizin stationär durch 15 Klinikeinrichtungen vertreten, darunter befinden sich fünf Akutkrankenhäuser
  • es gibt auch Anthroposophische Pflegeheime, Pflegedienste und heilpädagogische Einrichtungen

Der Begründer Rudolf Steiner

Die Grundlagen der Anthroposophischen Medizin wurden von Rudolf Steiner und der Ärztin Ita Wegman zu Beginn des 20. Jahrhunderts entwickelt, basierend auf den Ergebnissen der konventionellen Medizin und den geisteswissenschaftlichen Erkenntnissen und Methoden der Anthroposophie.

Weitere Informationen gibt es auf der Website des Dachverbandes Anthroposophische Medizin in Deutschland: www.damid.de

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