Wie wird man schwanger?

Fruchtbarkeit bei Frau und Mann

Spätestens in der Kinderwunschzeit wird Fruchtbarkeit ein Thema: aber was passiert überhaupt im weiblichen und männlichen Körper, damit neues Leben entstehen kann? Wer gut über den eigenen Körper Bescheid weiß, hat schon einen entscheidenden Schritt gemacht, um dem Traum vom eigenen Baby näher zu kommen. Bild: ©detailblick - Fotolia.com

Sowohl bei Männern als auch bei Frauen steuern Hormone die fortpflanzungsrelevanten Abläufe im Körper. Taucht nur ein Problem in diesen fein aufeinander abgestimmten Prozessen auf, können sie schon empfindlich gestört werden. Vielen Menschen scheint dies nicht ausreichend klar zu sein: Sie halten es für nahezu selbstverständlich ein Kind zu bekommen, sobald sie das wollen – auch wenn sie schon älter sind und die Fruchtbarkeit nachgelassen hat.

Für eine erfolgreiche Zeugung muss das Hormonsystem von Mann und Frau funktionieren, der weibliche Zyklus intakt sein, ein Eisprung stattfinden, gute Spermienqualität vorliegen und das Paar sollte während der fruchtbaren Tage der Frau Sex haben.

Weibliche Geschlechtsorgane

Die Geschlechtsorgane der Frau, die für die Fortpflanzung relevant sind, liegen im Inneren des Körpers. Zu diesen zählen die Scheide oder Vagina, die als dehnbarer Muskelschlauch die äußeren Geschlechtsorgane (Vulva) mit der Gebärmutter (Uterus) verbindet. Am oberen, breiten Ende der Gebärmutter befinden sich die beiden Eileiter und daran die Eierstöcke (Ovarien). Der untere, schmalere Teil der Gebärmutter ist der Gebärmutterhals. Sein unterstes Ende wird als Muttermund bezeichnet und ragt in die Scheide hinein.

Fruchtbarkeit: Frau

Bekommt ein Mädchen ihre erste Menstruation, beginnen für sie die fruchtbaren Jahre, die mit den Wechseljahren wieder ausklingen. Der gesamte Eizellenvorrat einer Frau wird bereits in der Embryonalzeit in einem Vorstadium angelegt. Insgesamt hat sie etwa 400.000 Eizellen zur Verfügung und es kann in ihrem Leben zu 300-500 Eisprüngen kommen.

Jede Menstruation leitet einen neuen Zyklus ein, der durchschnittlich vier Wochen dauert. In dieser Zeit reifen in einem der beiden Eierstöcke Eizellen heran, meist erreicht aber nur eine die nötige Reife für den Eisprung und ist danach lediglich 12 bis 18 Stunden befruchtungsfähig.
Frauen die schwanger werden wollen sollten wissen, wann ihr Eisprung stattfindet – denn nur an wenigen Tagen innerhalb des Zyklus ist eine Befruchtung überhaupt möglich. Hierfür können sie mit verschiedenen Methoden ihren Eisprung berechnen.

Bei der Frage „warum werde ich nicht schwanger?“ liegt in den meisten Fällen eine Störung dieses ausgeklügelten Hormonsystems vor.

Die männlichen Geschlechtsorgane

Auch beim Mann unterscheidet man zwischen äußeren und inneren Geschlechtsorganen. Außen liegt der Penis, der Hodensack sowie die Harnröhre. Innen befinden sich die beiden Hoden mit den Nebenhoden, die Samenleiter und die Geschlechtsdrüsen. In den Hoden werden die Samenzellen (Spermien) gebildet, welche dann zur Ausreifung in die darüber liegenden Nebenhoden geleitet werden. Von dort aus wandern die Spermien über den Samenleiter in die Harnröhre. Geschlechtsdrüsen wie die Prostata und die Samenbläschen sorgen mit speziellen Flüssigkeiten dafür, dass die Samenzellen dort beweglicher werden um schließlich nach außen zu gelangen.

Fruchtbarkeit: Mann

Beim Mann ist das Follikelstimulierende Hormon (FSH) und das Luteinisierende Hormon (LH) existenziell für das Fortpflanzungssystem. LH bewirkt, dass sich im Hoden das männliche Geschlechtshormon Testosteron bildet. Unter dem Einfluss beider Hormone bilden sich pro Tag etwa 100 Millionen Spermien. Ein Mann kann von der Pubertät bis an sein Lebensende eine unbeschränkte Menge an Samenzellen produzieren, pro Sekunde etwa 1000 Stück. Natürlich ist er dabei nicht gleichbleibend fruchtbar, auch bei ihm wirkt sich fortschreitendes Alter negativ aus.

Spermien überleben in der Scheide drei bis sechs Tage lang und können in dieser Zeit in eine Eizelle eindringen. Die Reise der kleinen Schwimmer ist nicht ohne, darum ist eine gute Spermienqualität auch so wichtig! Für einen unerfüllten Kinderwunsch kann auch männliche Unfruchtbarkeit eine Ursache sein.

Wie wird man schwanger?

Was geschieht eigentlich genau bei der Fortpflanzung? Vereinfacht erklärt läuft die Zeugung eines neuen Erdenbürgers folgendermaßen ab: hat der Mann beim Geschlechtsverkehr einen Samenerguss, gelangen Millionen von Spermien in die Vagina der Frau und durch die Gebärmutter zum Eileiter. Die fruchtbare Gebärmutterschleimhaut sorgt derweil für einen Reifungsprozess (Kapazitation) des Samens. Dadurch verändern sich die Proteine auf der Oberfläche der Samenzellen dahingehend, dass sich die Beweglichkeit und Überlebensfähigkeit der Spermien verbessert. So können sie bis zu sechs Tage auf den Eisprung warten.

Die Samenzellen treffen im Eileiter auf die befruchtungsfähige Eizelle. Dabei gelingt es meistens einigen Spermien, die Schale des Eis zu durchbohren. Aber nur die Zellmembran eines Spermiums verschmilzt mit der Membran der Eizelle. Ist der „Sieger“ eingedrungen, verändert sich die Eizelle erneut und schließt die anderen Spermien aus.

Die befruchtete Eizelle wandert nun durch den Eileiter zur Gebärmutter und beginnt bereits auf diesem Weg sich weiter zu entwickeln. Ungefähr sechs Tage nach der Befruchtung nistet sich der Embryo dann in der Gebärmutterschleimhaut ein. Ist die Empfängnis geglückt, spüren viele Frauen bald die ersten Schwangerschaftsanzeichen und sollten einen Schwangerschaftstest durchführen, um Gewissheit zu erlangen.

Welche Rolle spielt das Alter?

Paare, die ihr erstes Kind bekommen, werden heute immer älter. Welche Gründe auch immer diesem Trend zugrunde liegen – rein biologisch gesehen ist er nicht optimal, da der Körper einer Frau eigentlich Anfang 20 am fruchtbarsten ist. Danach reduziert sich die Fruchtbarkeit, ab Mitte 30 immer stärker – beispielsweise ist ein monatlich stattfindender Eisprung bei zunehmendem Alter der Frau keine Selbstverständlichkeit mehr. Und je älter sie ist, desto häufiger kommt es zu Fehlbildungen des Babys, die gesundheitlichen Risiken sind höher und die Fehlgeburtsrate steigt an.

Bei Männern verschlechtert sich die Spermienqualität etwa ab dem 35. Lebensjahr und der Testosteronspiegel sinkt. Bei Kindern von Vätern, die bei der Zeugung über 45 Jahre alt waren, wurden nachweislich mehr Fehlbildungen und psychische Erkrankungen festgestellt.

Dennoch ist jeder Körper individuell und die meisten Kinder „später Eltern“ kommen gesund und munter auf die Welt – ob natürlich gezeugt oder mit Hilfe einer Kinderwunschtherapie. Eine bewusste Lebensweise und die gute, medizinische Versorgung wirken sich positiv auf eine solche Schwangerschaft aus. Das Alter sollte bei der Familienplanung trotzdem unbedingt mit einbezogen werden – denn die Natur lässt sich auf Dauer nicht ignorieren.

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