Zecken entfernen

Schutz vor Zecken

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Sobald das Wetter wieder wärmer wird, heißt es für Eltern beim Aufenthalt im Freien wieder vermehrt auf die kleinen Blutsauger-Insekten am Körper von Babys und (Klein-)Kindern zu achten. Denn mit den steigenden Temperaturen im Frühjahr werden die gefährlichen Tiere richtig aktiv – bereits ab 6-8 Grad Celsius.
Was macht Zecken eigentlich so gefährlich?

In Deutschland ist von dieser Spezies der Spinnentiere, vor allem der Holzbock aktiv. Sticht er zu, werden vom Körper schlimmstenfalls Bakterien oder Viren aufgenommen. Dadurch kann der Holzbock zwei besonders ernsthafte und nicht nur für Kinder absolut gefährliche Krankheiten übertragen: Das FSME-Virus verursacht die so genannte Frühsommer-Meningoenzephalitis FSME (= Hirnhautentzündung). Außerdem können Zecken Borreliose, eine Gruppe von Bakterien-Infektionskrankheiten, auslösen.

Wo fühlen sich Zecken besonders wohl?

Die kleinen Insekten lieben hohe Luftfeuchtigkeit. Ihre bevorzugten Lebensräume sind Büsche bis in zwei Meter Höhe, Unterholz, hohes Gras, feuchte Wiesen und Gärten. Besonders aktiv sind sie nach einem Regentag im Sommer. Am höchsten ist die Gefahr in Deutschland in den Regionen Bayern und Baden-Württemberg. Dort wird die FSME-Impfung empfohlen. Eine solche Impfung ist ab dem 13. Lebensmonat möglich, sie sollte alle drei Jahre aufgefrischt werden. Gegen Borreliose gibt es noch keine wirksame Impfung, hier kann in der Regel mit Antibiotika behandelt werden.

Auf dem Körper suchen sich Zecken eine dünne, gut durchblutete, feuchtwarme Hautpartie. Bevorzugt sind bei Kindern der Haaransatz, der Hals sowie Kniebeugen, Achselhöhlen und die Bauchnabelgegend.

Zecken gar nicht erst ran lassen!

Am besten ist es, den Kindern lange Hosen, Strümpfe und geschlossene Schuhe anzuziehen. Auf einer hellen, einfarbigen Kleidung sind Zecken schneller zu entdecken und können abgeschüttelt werden. Das gleiche gilt für Krabbeldecken, denn auf hellen Stoffen kann man bei Pausen im Gras Zecken viel schneller entdecken. Der Kinderwagen kann mit einem Mückennetz geschützt werden.

Insektenabweisende Mittel sind nicht die beste Wahl, da sie vor allem bei Kleinkindern Schleimhäute und Augen reizen können. Außerdem wird vermutet, dass die regelmäßige und großflächige Anwendung schädlich ist.

Wie entfernt man Zecken richtig?

Mit dem richtigen Werkzeug ist das Entfernen des Holzbocks einfacher als man denkt. Außerdem gilt: Je schneller das Insekt entfernt wird, desto niedriger das Risiko, an Borreliose zu erkranken. Schon ein kurzer Stich kann eine Infektion in Gang bringen. Eine Übertragung der Borreliose-Erreger findet aber erst nach ca. 8-12 Stunden statt.

Für die Entfernung eignen sich Pinzetten, Zeckenkarten sowie spezielle, in der Apotheke erhältliche Zeckenzangen. Dazu das Tier möglichst dicht an der Haut fassen, lockern und langsam herausziehen. Ganz wichtig: Die Zecke nicht quetschen, das kann die Erregerabgabe erhöhen. Deshalb auch nicht einfach mit den Fingern entfernen. Auch mit Kunststoff-Pinzetten werden die Tiere meist gequetscht. Das Insekt muss vollständig entfernt werden und die Einstichstelle danach mit Alkohol oder handelsüblichem Desinfektionsmittel behandelt werden.

babyclub.de Team-Tipp: Bitte nicht versuchen das Insekt mit Öl, Klebstoff oder Nagellackentferner zu ersticken – auch das kann die Erregerabgabe erhöhen!

Hinweis für Haustierbesitzer: Zecken können auch von Haustieren auf Menschen übergehen.

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