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Geburt Video: Geburt eines Kindes

Natürliche Geburt

Wie wird meine Geburt wohl ablaufen? Das können wir leider nicht voraussagen. Aber darüber berichten, wie eine natürliche Geburt normalerweise abläuft – nämlich in vier Geburtsphasen. Wie lange diese dauern, wie frau diese empfindet – das ist individuell verschieden. Doch es ist empfehlenswert, sich vorab darüber zu informieren. Denn gut vorbereitet ist halb gewonnen!

1. Die Eröffnungsphase: Jetzt geht's los!

Mit den einsetzenden, in kürzeren Abständen auftretenden und regelmäßiger werdenden Wehen beginnt die Geburt.

In der Eröffnungsperiode verkürzt sich unter den einsetzenden Eröffnungswehen zunächst der Gebärmutterhals, bis er ganz verschwunden ist. Diese Wehen öffnen den Muttermund bis auf ca. 10 cm. Dabei wird das Gewebe im unteren Bereich der Gebärmutter dünner und der obere Anteil fester und dicker. So kann der Uterus später genügend Kraft entwickeln, das Kind während der Geburt nach unten zu schieben.

Diese Eröffnungsphase dauert erfahrungsgemäß am längsten, beim ersten Kind sind es durchschnittlich 12 - 14 Stunden. Als Faustregel sagen Hebammen, dass sich der Muttermund um ca. einen Zentimeter pro Stunde öffnet. Das klingt lang, ist aber kein Grund zur Panik. Denn zwischen den Wehen gibt es Pausen, die ganz bewusst zur Erholung dienen. Man kann während der Eröffnungsphase die Wehen selbst gut unterstützen, indem man eine möglichst aufrechte Position wählt und sich sowohl während der Wehen als auch in den Pausen viel bewegt. Diese Verschnaufpausen sind zwischendurch wichtig, damit man den Rest der Geburt kraftvoll aktiv sein kann.

Eine positive Einstellung zu der Wehenarbeit, die Kind und Körper nun leisten, macht es Frauen leichter, den Wehenschmerz zu akzeptieren. Auch der Partner kann Beistand leisten, mitatmen, massieren und motivieren.

2. Die Übergangsphase: Jetzt wird's ernst!

Der Muttermund ist nun vollständig geöffnet, aber das kindliche Köpfchen muss noch hindurchkommen und etwas tiefer ins Becken rutschen – die Eröffnungsphase ist beendet, die so genannte Übergangsphase beginnt. Das bedeutet im Klartext: Die Wehen sind sehr heftig, meistens nicht ganz regelmäßig und werden oft als besonders schmerzhaft erlebt. Es kann sogar sein, dass man schon einen Drang zum Mitschieben verspürt, diesem Drang aber nach Rat der Hebamme noch nicht nachgeben sollte.

In dieser Phase ist die Unterstützung der Hebamme und des Partners oder der Begleitperson sehr wichtig. Viele Frauen haben jetzt das Gefühl, die Geburt nicht zu überstehen, keine Kraft mehr zu haben. Manche schimpfen wie ein Rohrspatz oder werden regelrecht wütend. Keine Sorge: Hebammen sind nicht böse, wenn man jetzt den Gefühlen freien Lauf lässt. Es macht auch keinen Sinn, sich jetzt kontrollieren zu wollen. Wichtig ist jetzt: Auf die Atmung konzentrieren und versuchen, sich ganz zu öffnen.

Die Übergangsphase dauert meist nicht sehr lange, und dann ist es endlich soweit: Die Presswehen beginnen und es ist an der Zeit, dem Baby aktiv auf die Welt zu helfen.

3. Die Austreibungsphase: Pressen!

Das Baby ist nun auf dem Beckenboden angekommen, und mit jeder Wehe entsteht ein unaufhaltsamer Drang, das Baby durch die Scheide hinauszuschieben. Die Hebamme hilft mit der Atmung und dem Pressen.

Es ist wichtig, mit der Hebamme gut zusammenzuarbeiten und nicht einfach draufloszuschieben, auch wenn es sehr erleichternd wäre. Beim sanften schieben kann nämlich das stark gedehnte Dammgewebe besser vor dem Einreißen geschützt werden und einen möglichen Dammschnitt verhindern. Wenn der Kopf draußen ist, dauert es nur noch einen kleinen Augenblick, dann folgen die Schultern. Das wird nochmal deutlich gespürt, bevor der Rumpf und die Beine, oft noch mit einem Schwall Fruchtwasser, ganz leicht herausgleiten. Das Kind ist geboren!

4. Die Nachgeburtsphase: Es ist geschafft!

Die Geburt ist geschafft – aber noch nicht ganz vorbei. Denn kurz nachdem das Baby geboren ist, zieht sich die Gebärmutter zusammen, und die Nachgeburt (Plazenta) mit den Resten der Fruchtblase löst sich nach ca. 10 bis 30 Minuten von der Innenwand der Gebärmutter.

Durch die Nachwehen rutscht sie dann in die Scheide, man muss vielleicht nochmal ein wenig mitschieben, bis auch die Plazenta geboren ist. In manchen Kliniken bekommt man unmittelbar nach der Geburt deshalb noch ein Wehenmittel gespritzt, und die Plazenta wird durch einen Zug an der Nabelschnur, der so genannten Cord-Traction, gelöst.

Die Hebamme überprüft anschließend, ob der Mutterkuchen und die Eihäute vollständig sind, d.h. sich keine Reste mehr in der Gebärmutter befinden und schaut an Scheide, Damm und Schamlippen nach eventuellen Geburtsverletzungen, die dann noch versorgt werden müssen. Damit ist die Geburt nun wirklich beendet.

Und wir versichern: Wer ein Neugeborenes im Arm hält, hat die ganze Aufregung und den Wehenschmerz schnell vergessen und freut sich nur noch über eines: Das Wunder des Lebens!

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