Kindererziehung

Die Trotzphase: Wie Sie am Besten damit umgehen

Die Trotzphase als solche ist ganz natürlich und sogar wichtig für die Entwicklung. Sie setzt meistens zwischen dem ersten und dritten Lebensjahr ein und stellt eine Selbstbehauptungsphase dar, bei der das Kleinkind mit den Grenzen der Außenwelt und seinen eigenen Grenzen konfrontiert wird. Aus dem kleinen, hilflosen Baby ist plötzlich ein Wesen mit eigenen Vorstellungen geworden.

Dennoch muss es erkennen, dass vieles seine Fähigkeiten übersteigt, dass es gewisse Entscheidungen noch nicht treffen kann und es immer noch auf Mamas oder Papas Hilfe angewiesen ist. Und wehe, die wollen nicht so, wie es dem kleinen Dickkopf gefällt!

Der Widerspenstigen Zähmung

Kinder lernen erst ab etwa drei Jahren mit Misserfolgen und Enttäuschungen besser umzugehen. Deshalb kann es vorkommen, dass das Kleinkind an der Supermarktkasse nach Süßigkeiten plärrt, sich auf dem Spielplatz theatralisch auf dem Boden wirft, weil es noch nicht gehen will … wir alle kennen solche Szenen, bei denen die Eltern aus schlechten Gewissen oder um unangenehme Blamagen zu vermeiden, letztendlich nachgeben. Folge: Die elterliche Inkonsequenz „belohnt“ das wirkungsvolle und brutale Gebaren des kindlichen Egos. Der kleine Wüterich weiß seine Show erfolgreich einzusetzen. Und beim nächsten Einkauf geht das ganze Szenario von vorne los…

Doch wie beugt man solchen Situationen vor? Wichtig: Den Konflikt lösen, bevor es zum Zornesausbruch kommt!

  • Versuchen Sie, Kompromisse zu finden. Rationale Gründe wie „keine Zeit, Mama muss jetzt das und das machen“ können Kleinkinder oft noch nicht nachvollziehen. Besser: Kindern einen Schritt entgegenkommen und ihnen das Vorhaben versüßen. Das Kind will nicht schlafen gehen? Schade, im Schlafzimmer wartet doch schon das Kuschelschaf mit einer spannenden Gute-Nacht-Geschichte. Es will nicht zum bösen Onkel Doktor? Leider kann es danach auch nicht zu einem kleinen Abstecher auf den Spielplatz. Wenn es sie zum Einkaufen begleitet, darf es auch sein Lieblingsspielzeug mitnehmen, mit dem es sich gerade beschäftigt etc.
  • Beziehen Sie kleine Helfer wie einen Teddy mit ein, der zwischen ihnen und dem Kind „vermitteln“ kann. Auf diesen kleinen Freund wird das Kind weniger abweisend reagieren. Außerdem können Sie mit verstellter Stimme allerlei Rollenspiele inszenieren. Will der kleine Prinz partout mit niemanden teilen? Dann lassen Sie doch einfach den Teddy mit netter Stimme darum bitten, auch etwas abzuhaben.
  • Ablenkungsmanöver mit Humor helfen, die Situation zu entspannen. Albern Sie herum, stimmen Sie den kleinen Dickkopf mit Kitzel- oder Fingerspielchen wieder milde.
  • Interessanter Ansatz: vertauschte Eltern-Kind-Rollenspiele. Das Kind soll den Part der Mama spielen, die gerade das Abendessen macht und Sie nörgeln und quengeln mit Kinderstimme herum, dass Ihnen dieses und jenes nicht schmeckt und jetzt lieber spielen wollen. So führen Sie Ihrem Kind das eigene Verhalten vor Augen.
  • Klar, dass sich Kinder manchmal langweilen, wenn Sie zu typischen Erwachsenentätigkeiten mitgeschleppt werden. Besser motiviert sind die Kleinen, wenn sie ins Alltagsgeschehen eingebunden und mit kleinen Aufgaben betraut werden.
  • Generell gilt: Sorgen Sie für ein entspanntes Umfeld. Zuviel Reizüberflutung durch Fernsehen, Videospiele, laute Musik, übermäßiges Konsumverhalten, Stress usw. macht Kinder aggressiv und launisch.
  • Auch schlechte Laune der Eltern springt leider meist auf die Kinder über – meist in noch viel größerem Maße. Machen Sie sich immer wieder klar, dass sich Kinder an Vorbildern orientieren. Und wenn die Eltern ständig genervt und gereizt reagieren, muss man sich nicht wundern, wenn die Kleinen dieses Verhalten nachahmen.

Wutausbrüche links liegen lassen

Trotz guter Vorsätze ist es manchmal unvermeidlich, dass der Nachwuchs aufbraust. Wenn sich das Kind mitten in einem Tobsuchtsanfall befindet, können Eltern nur noch eines tun – nichts! Egal in welcher Form Sie dem aggressiven Verhalten begegnen, ob Sie das Kind ermahnen, bestrafen oder sanft beschwichtigen, in dem Moment erhält es die Aufmerksamkeit, die es sich wünscht. Den Wutausbruch ignorieren, auch wenn es noch so schwer fällt, nimmt dem Trotzkopf über kurz oder lang den Wind aus den Segeln. Wenn Sie einmal um des lieben Friedens willen nachgeben, wird sich das Verhalten wiederholen, denn Kinder erkennen schnell, dass die peinliche Inszenierung und Bloßstellung in der Öffentlichkeit eines ihrer stärksten Waffen ist. Achten Sie nicht auf Kommentare von Nachbarn oder Passanten und bleiben Sie konsequent.

Konkret eingreifen müssen Sie natürlich wenn das Kind gewisse Grenzen verletzt, indem es zum Beispiel einen Spielkameraden schlägt oder sich selbst in Gefahr begibt, wenn es davon rennt. Sobald es sich wieder beruhigt hat, ist es wichtig, dass Eltern auf ihr Kind  zugehen und versuchen, Kompromisse zu finden und die Sache in Ruhe zu bereden. Dadurch signalisieren die Großen, dass sie die Wünsche und Bedürfnisse der Kleinen durchaus ernst nehmen und bereit sind, dem Kind entgegen zu kommen, solange auch das Kind Bereitschaft zeigt, sich mit der Sache vernünftig auseinanderzusetzen.

Beiträge zum Thema aus unseren Foren:

  • HILFE!!! Trotzphase???
  • Hallo Ihr Lieben! Brauche mal Euren Rat oder auch ein paar Tips!!! Mein Sohn ist 16 Monate als. Er kann nun endlich laufen und schon viele Wörter sprechen. Er...
  • von teddynp
    03.12.2007 15:00
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