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Lotus-Geburt: Neuer Trend

Wer klemmt noch die Nabelschnur ab?

Jede Geburt ist ein einmaliges Erlebnis. Für die frisch gebackenen Väter heißt es kurz danach oft: Nabelschnur durchtrennen – eine uralte Tradition. Doch es gibt einen Trend, der derzeit immer öfter auftaucht: die Lotus-Geburt. Hier erfahrt ihr welche Idee dahinter steckt und welchen Nutzen sie haben soll.

Woher der Begriff Lotus-Geburt kommt

Das Wichtigste zuerst: Die Lotus-Geburt hat nichts mit der Geburt zu tun. Vielmehr versteht man darunter die Praxis, die Nabelschnur nach der Geburt nicht abzutrennen, sondern diese samt Plazenta, auch Mutterkuchen genannt, am Neugeborenen zu belassen. Die Plazenta bleibt also mit dem Neugeborenen verbunden. Und das bis zu zehn Tage. Der Begriff soll auf die amerikanische Hellseherin Claire Lotus Bay zurückgehen, die die gängige Praxis und die Notwendigkeit des Durchtrennens der Nabelschnur in den 1980er Jahren hinterfragte. Angeblich war sie die erste westliche Frau, die ihr Kind nach der Geburt nicht abnabelte.

Diese Funktionen hat die Plazenta

  • Versorgt das ungeborene Baby mit Sauerstoff und Nährstoffen wie Vitaminen, Glukose und Aminosäuren.
  • Über die Plazenta werden alle Abfallprodukte, die der kindliche Kreislauf produziert, entsorgt.
  • Der Mutterkuchen produziert Hormone, die zur Aufrechterhaltung der Schwangerschaft nötig sind und hält schädliche Stoffe, Viren und Bakterien zum größten Teil zurück.
  • Fakten: Im Laufe der Schwangerschaft kann die Plazenta einen Durchmesser von 15 bis 20 Zentimetern, einer Dicke von zwei bis vier Zentimetern und ein Gewicht von etwa 500 Gramm bekommen.

Gefahren und Risiken

„Aus meiner Erfahrung als Hebamme besteht überhaupt keine Notwendigkeit, die Verbindung der Nabelschnur mit der Plazenta länger als wenige Minuten nach der Geburt bestehen zu lassen. Die Blutzufuhr durch die Nabelschnur zur Plazenta hört circa zwei Minuten nach der Geburt auf und die Plazenta hat keine Funktion mehr“, sagt die Hebamme Monika Fuchs. Die angeblichen Vorteile der Lotus-Geburt haben ihrer Meinung nach keinerlei wissenschaftliche Grundlage. Eher im Gegenteil:

  • Erhöhte Infektionsgefahr: durch die Zersetzung der Plazenta entstehen Keime und Bakterien
  • Keime können sich besonders im Mutterkuchen verbreiten und entlang der abgestorbenen Nabelschnur vermehren

Die Idee dahinter

Zweifelsohne sind die Aufgaben der Plazenta im Bauch der werdenden Mama essentiell. Wohlgemerkt: IM Bauch. Doch viele Frauen oder Paare sind überzeugt: Bleibt das Gesamtpaket Mutterkuchen samt Nabelschnur nach der Geburt beim Kind, so ergibt sich eine spirituelle Einheit zwischen Neugeborenem und der Plazenta. Eine Einheit, die für das Neugeborene im späteren Leben zu mehr Geborgenheit und Glück führen soll. So Bays Grundgedanke. Dabei berief sie sich in ihrer Theorie auf Beobachtungen von Schimpansen. Diese würden die Plazenta nach der Geburt auch aufbewahren – ihrer Meinung nach eine Praxis, die demnach auch nicht schlecht für das menschliche Neugeborene sein kann. Tierforschern aber widersprechen dieser Annahme. Vielmehr würden Schimpansenweibchen die Nabelschnur durchtrennen und die Plazenta anschließend aufessen. Trotzdem griffen viele Menschen den Gedanken von Bay auf. Bis heute. Die Lotus-Geburt hat den Verfechtern nach folgende Vorteile:

  • geringeres Risiko für Gelbsucht bei Neugeborenen
  • der Nabel verheilt schneller und besser
  • geringeres Infektionsrisiko für die Nabelwunde
  • Babys sind nach der Geburt entspannter
  • Babys nehmen nach der Geburt leichter an Gewicht zu

Besonders skurril: Es gibt im Internet sogar Nähanleitungen für atmungsaktive Taschen im Internet oder gleich fertig produzierte Taschen, in denen die Mütter ihr Kind samt Mutterkuchen herumtragen können.

Was bei einer Lotusgeburt zu beachten ist

Trotzdem gibt es immer mehr Frauen oder Paare, die davon überzeugt sind, dass eine Lotus-Geburt dem Kind nicht schadet. Diesen Befürwortern wird dann empfohlen, die Plazenta zu waschen und mit Salz und Kräutern einzureiben. Dieser Vorgang führt dazu, dass der bakterielle Fäulnisvorgang unterbrochen wird. Ein Prozess, der dem Pökeln sehr ähnlich ist. Das Ergebnis: Die Plazenta trocknet aus. Die Gefahr von Keimen oder Bakterien wird so wenigstens minimiert. Ein paar Tage später fällt die Nabelschnur dann ab.
Wer sich für eine Lotus-Geburt entscheidet muss wissen: in vielen Deutschen Kliniken ist die Lotus-Geburt aufgrund der Infektionsgefahr nicht erlaubt. Befürworter sollten sich daher unbedingt eine erfahrene Hebamme für eine Hausgeburt oder in einem Geburtshaus suchen.

Was man aus der Idee der Lotus-Geburt lernen kann

Die Idee, die Nabelschnur nicht sofort zu durchtrennen, sondern damit ein paar Minuten zu warten, ist aber prinzipiell nicht falsch. Es existieren Studien, die darauf hinweisen, dass ein späteres Abnabeln des Kindes durchaus Vorteile haben kann. Die Weltgesundheitsorganisation WHO empfiehlt seit dem Jahr 2012 sogar, dass die Nabelschnur etwa eine bis drei Minuten auspulsieren soll.
Durch das Auspulsieren der Nabelschnur wird das Baby direkt nach der Geburt mit einer Extra-Portion Sauerstoff und Eisen versorgt. Ein spätes Abnabeln funktioniert also wie eine Art Bluttransfusion. Durch dieses natürliche Blutreservoir ist das Blutvolumen bei spät abgenabelten Neugeborenen um etwa ein Drittel höher als bei sofort abgenabelten Kindern. Mit dem Durchschneiden der Nabelschnur etwas länger zu warten kann also vor allem bei Müttern mit Blutarmut von Vorteil sein. Bei Frühchen soll ein spätes Abnabeln die Hirnblutungsrate um bis zu 50 Prozent senken.

 


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