Beschäftigungsverbot

Beschäftigungsverbot für Schwangere

Beschäftigungsverbot
Das Beschäftigungsverbot ist ein Teil des Mutterschutzgesetzes, gilt dem Arbeitgeber und verbietet Schwangere als Arbeitskraft einzusetzen. Der Mutterschutz schützt somit Mutter und Kind vor bestimmten körperlichen oder anderen Beschäftigungen. Was das Beschäftigungsverbot beinhaltet, erfahrt ihr hier:

Beschäftigungsverbot für werdende Mütter

Werdende Mütter dürfen nicht beschäftigt werden, falls ein ärztliches Attest belegt, dass bei weiterer Beschäftigung das Leben oder die Gesundheit von Mutter oder Kindgefährdet ist.

In den letzten sechs Wochen vor der Entbindung dürfen Schwangere nicht beschäftigt werden, es sei denn, sie erklären sich ausdrücklich zur Arbeitsleistung bereit. Diese Erklärung kann jederzeit widerrufen werden.

Beschäftigungsverbot bei welchen Tätigkeiten?

  • Schwere körperlichen Arbeiten und Arbeiten mit schädlicher Einwirkung von gesundheitsgefährdenden Stoffen, Strahlen, Staub, Gasen, Dämpfen, Hitze, Kälte, Nässe, Erschütterungen oder Lärm beschäftigt werden.
  • Regelmäßig Lasten von mehr als 5kg oder gelegentlich mehr als 10kg ohne mechanische Hilfsmittel von Hand bewegen.
  • Nach Ablauf des 5. Monats nicht mehr als vier Stunden am Tag stehen.
  • Häufiges strecken, beugen, hocken oder bücken.
  • Die Bedienung von Geräten mit einer hohen Fußbeanspruchung.
  • Das Schälen von Holz.
  • Arbeit, bei der ein Risiko einer Berufskrankheit besteht.
  • Arbeit mit erhöhter Unfallgefahr.
  • Akkordarbeit
  • Fließarbeit mit vorgeschriebenem Arbeitstempo.

Beschäftigungsverbot nach der Entbindung

Mütter dürfen bis zum Ablauf von 8 Wochen nach der Geburt und bei Früh- und Mehrlingsgeburten bis zum Ablauf von 12 Wochen nicht beschäftigt werden. Beim Tod ihres Kindes kann die Mutter auf ausdrückliches Verlangen schon 2 Wochen nach der Entbindung wieder beschäftigt werden, wenn ein ärztliches Zeugnis nicht dagegen spricht. Diese Erklärung kann von der Mutter jederzeit widerrufen werden.

Stillzeit

Stillende Müttern ist entweder zweimal täglich 30 Minuten oder einmal täglich eine Stunde freizugeben. Durch die Stillzeit darf kein Verdienstausfall eintreten und auch kein vor- oder nacharbeiten stattfinden.

Mehrarbeit, Nacht- und Sonntagsarbeit

Schwangere und Stillende dürfen nicht mit Mehrarbeit (über 8h/Tag oder über 80h/14 Tage), nicht nachts zwischen 20 und 6 Uhr und nicht an Sonn- und Feiertagen beschäftigt werden.

In den ersten vier Monaten der Schwangerschaft und während der Stillzeit darf die Frau in Gast- und Schankwirtschaften und im übrigen Beherbergungswesen bis 22 Uhr arbeiten. In der Landwirtschaft darf die Schwangere oder Stillende mit dem Melken von Vieh ab 5 Uhr und als Künstlerin bei Musikaufführungen, Theatervorstellungen und ähnlichen Aufführungen bis 23 Uhr arbeiten.

Auf das Beschäftigungsverbot bestehen

Die Schwangere selbst hat darauf zu achten, dass ihr Berufsumfeld, als auch ihr Tagesablauf nach den individuellen Bedürfnissen ausgerichtet ist. Bei stehenden Tätigkeiten gibt es ein Anrecht auf Sitzgelegenheit. Schwangere, die im Sitzen arbeiten, muss die Möglichkeit eingeräumt werden, sich die Füße zu vertreten. Der Arbeitgeber ist verpflichtet den Arbeitsplatz umzugestalten. Sollte er seinen Pflichten nicht nachkommen, kann man sich an das Gewerbeaufsichtsamt wenden.

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Die neuesten Kommentare zu diesem Thema:
Kommentar vom 30.04.2010 13:30
Kommentar #1
Hallo,
ich habe für die gesamte Dauer meiner Schwangerschaft ein Beschäftigungsverbot.Habe ich dennoch Anspruch auf mein Urlaubsgeld??

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