Neurodermitis Baby

Neurodermitis erkennen und behandeln

Neurodermitis Neurodermitis ist eine Hauterkrankung, die sich in juckenden und schuppenden Ekzemen äußert. Diese treten in Schüben auf, meist an Ellenbeugen, Kniekehlen, Nacken, Hals und im Gesicht. Der chronische Krankheitsverlauf, eine Vielzahl an Therapiemöglichkeiten und oft widersprüchliche Expertenmeinungen bedeuten für betroffene Familien und Kinder oft einen langen Leidensweg.

Doch es gibt Hilfen. Ein wichtiger Faktor für den Therapieerfolg ist nicht zuletzt umfassendes Wissen und Akzeptanz der Neurodermitis  - sowohl innerhalb als auch außerhalb der Familie.

Wie erkennt man Neurodermitis bei Babys?

Im Säuglingsalter beginnt die Neurodermitis meistens mit Hautveränderungen an den Wangen, dort schuppt sich die Haut und verändert sich häufig zu einem nässenden Ekzem. Oft breitet sich die Neurodermitis anschließend auch auf Arme, Beine und den ganzen Körper aus. Ein starker Juckreiz ist charakteristisch für die Erkrankung. Teilweise kratzen die Kinder die betroffenen Hautstellen so stark auf, dass die Haut offen, wund und anfällig für bakterielle Infektionen wird. Die Heilungschancen bei Kindern sind inzwischen relativ hoch: Bei über 70 Prozent der betroffenenen Kinder verschwinden die Ekzeme bis zum Erwachsenenalter. Es gibt jedoch gewisse Faktoren, die eine längere Krankheitsdauer wahrscheinlich machen. Dazu gehören die erbliche Anlage (Neurodermitis in der Familie), ein frühes erstes Auftreten der Krankheit (vor dem dritten Lebensmonat) und das zusätzliche Auftreten von Allergien.

Behandlung von Neurodermitis bei Babys

Bei Neurodermitis unterscheidet man verschiedene Behandlungsmethoden. Eine Basispflege ist für alle Kinder sinnvoll. Bei akuten Krankheitsschüben wird diese Grundpflege durch weitere Behandlungen ergänzt. Wichtig: Es gibt nicht DIE allgemein gültige und hilfreiche Neurodermitis-Therapie. Kinder reagieren unterschiedlich auf einzelne Behandlungen. Was beim einen Kind ein voller Erfolg ist, verschlimmert beim anderen die Symptome. Finden Sie heraus, was Ihrem Baby gut tut und haben Sie Geduld.

Basispflege bei Neurodermitis - was heißt das?

Die sensible Neurodermitis-Haut wird durch regelmäßige Pflege widerstandsfähiger und robuster. Bei der Reinigung ist das Duschen dem Baden vorzuziehen, denn es trocknet die Haut weniger stark aus. Es spricht nichts gegen tägliches Duschen mit klarem Wasser, damit Schmutz, Schweiß und Krankheitskeime entfernt werden. Bäder sollten nicht öfter als dreimal pro Woche durchgeführt werden. Beim Baden ist eine eher kühle Wassertemperatur empfehlenswert (ca. 36 Grad). Gegen Ende des Bades kann Öl (z.B. 1 Esslöffel Olivenöl) oder ein Schuss Ölbad (ohne Seife und Duftstoffe) ins Badewasser gegeben werden, es pflegt und fettet die Haut. Nach dem Bad wird die Haut vorsichtig abgetrocknet und mit einer rückfettenden Creme dünn eingecremt. Im Sommer sind wasserreiche Cremes und leichtere Lotionen vorzuziehen, im Winter geben fettreiche Salben zusätzlichen Schutz. Bei der Wahl der Creme gibt es kein Allheilmittel – probieren Sie aus, welche Pflege Ihr Kind am besten verträgt und sprechen Sie die Wahl der Basispflege immer auch mit dem behandelnden Arzt ab. Prinzipiell gilt: Flüssiges auf Flüssiges und Festes auf Festes. Konkret heißt das: Auf nässende und offene Hautstellen besser flüssige Mittel oder feuchte Kompressen auftragen, von trockener und schuppiger Haut werden feste Salben und fett-feuchte Verbände besser vertragen.

Tipp: Die Salbe im Kühlschrank aufbewahren, das empfinden die meisten Kinder beim Auftragen als sehr angenehm. Das Eincremen sollte unabhängig vom Baden oder Duschen ein- bis zweimal täglich erfolgen.

Akute Therapie

Bei einem akuten Neurodermitis-Schub reicht die Basispflege nicht mehr aus. Bis vor einigen Jahren war in einem solchen Fall der Griff zur Kortison-Salbe gang und gäbe. Heutzutage gibt es jedoch Alternativen. Bei Krankheitsschüben, die von starkem Juckreiz begleitet werden, tun fett-feuchte Wickel gute Dienste. Sie kühlen die Haut und mildern den Juckreiz.

So funktioniert´s: Den Körper mit einer bewährten, fettreichen Salbe eincremen, anschließend auf der betroffenenen Haut einen feuchten Verband auflegen und 3-5 Stunden oder über Nacht auf der Haut belassen. Darüber wird ein trockener Verband getragen, so dass das Kind nicht auskühlt.

Tipp: Es gibt für diesen Wickel fertige elastische Schlauchverbände zu kaufen, z.B. von Tubifast. Eine Therapie muss immer auf die individuellen Reaktionen und das Ansprechen der Haut auf die Behandlung abgestimmt sein. Eine enge Verständigung mit einem Kinderarzt Ihres Vertrauens ist dabei unerlässlich.

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