Wassergeburt

Wassergeburt: ein Erfahrungsbericht

Wassergeburt

Sie verspricht eine sanftere Geburt mit weniger Schmerzmitteln und wird immer beliebter: die Wassergeburt.Mittlerweile kommen in Deutschland ca. 5 Prozent aller Babys im Wasser zur Welt – mit steigender Tendenz. Um herauszufinden, was Frauen dabei erwartet, haben wir uns mit einer Mutter unterhalten, die bereits eine Wassergeburt erlebt hat:


Interview zur Wassergeburt

Birgit berichtet uns über ihre Erfahrungen vor, während und nach der Geburt ihres Sohnes Mateo.

Wann und warum hast du dich für eine Wassergeburt entschieden?


Birgit: "Was meine Hebamme im Geburtsvorbereitungskurs über die Wassergeburt erzählt hat, hat mir so gut gefallen, dass ich mich weiter darüber informiert habe. Die Argumente haben mich dann überzeugt: Eine vermeidbare PDA, weniger oder keine Schmerzmittel und die Aussicht auf eine leichtere und angenehmere Geburt."



Wie war es, als du gemerkt hast, dass die Geburt losgeht?

Birgit: "Ich bin erst relativ spät ins Krankenhaus, als die Wehen ca. alle zehn Minuten kamen. Bei der Anmeldung habe ich Bescheid gesagt, dass ich gerne eine Wassergeburt haben möchte. Glücklicherweise war die Wanne auch frei. Als ich Wehen im Abstand von 5 bis 7 Minuten hatte, bin ich dann auch sofort in die Wanne. Man sollte allerdings bedenken, dass es meistens ca. 30 bis 45 Minuten dauert, bis die Wanne komplett mit Wasser gefüllt ist, da sie ein spezielles Filterungssystem hat.



Wie lange warst du in der Wanne?

Birgit: "Ich bin in die Wanne, als die Wehen alle 5 bis 7 Minuten kamen, das war so gegen 16.00 Uhr. Die Geburt war dann um 18.30 Uhr, ich war also zweieinhalb Stunden im Wasser und empfand es zu keinem Zeitpunkt als unangenehm. Ich hatte nie das Gefühl, dass ich jetzt besser rausgehen sollte."



Wird das Wasser permanent gewechselt?

Birgit: "Nein, das Wasser wird nicht ausgetauscht. Die Temperatur bleibt ja konstant warm, da man komplett nackt in der Wanne ist und nicht auskühlen darf. Und wenn die eigentliche Geburt noch nicht los gegangen ist, wird das Wasser ja auch nicht schmutzig. Es empfiehlt sich jedoch, vorher einen Einlauf zu machen, sonst könnte es unangenehm werden..."



Können die Herztöne des Babys kontrolliert werden, wenn man im Wasser ist?

Birgit: "Es gibt dafür ein spezielles Funk-CTG. Der Nachteil davon ist jedoch, dass es in der Wanne leicht verrutscht und somit zu Aussetzern kommen kann. Wenn also kurzzeitig die Herztöne mal schwächer werden oder ganz weg bleiben, sollte man nicht sofort in Panik ausbrechen."



Wo war dein Partner, während du in der Wanne warst?

Birgit: "Er war die ganze Zeit außerhalb der Wanne, aber dennoch in meiner Nähe, so dass ich mich an ihm festklammern konnte. Er hätte aber die Möglichkeit gehabt, mit „einzusteigen“. Tipp: Vorsichtshalber in die Kliniktasche eine Badehose für den werdenden Papa einpacken!"



Wie war die Rolle der Hebamme während der Geburt?

Birgit: "Ich denke mal, ähnlich wie bei einer anderen normalen Geburt auch! Sie war die meiste Zeit über da, hat mit mir geredet, mir Tipps zum Veratmen der Wehen gegeben. Als es dann richtig losging, hat sie mich auch beim Pressen angeleitet. Aber eigentlich spürt man ja selber, wann der richtige Zeitpunkt zum Pressen gekommen ist."



Welche Position hast du in der Wanne eingenommen?

Birgit: "Die meiste Zeit über habe ich in der Wanne gekniet und die Arme über den Wannenrand gehängt. Dort saß auch mein Mann, an dem ich mich so super festhalten konnte. Ich habe es als großen Vorteil empfunden, dass ich mich in der Leichte des Wassers relativ leicht bewegen und meine Position ändern konnte. Trotzdem hat mir beim Positionswechsel manchmal die Hebamme geholfen. Als es dann in die Endphase ging, saß ich, dafür gibt es eine kleine Treppe innerhalb der Wanne. Diese sitzende Position ist bei der eigentlichen Geburt insofern empfehlenswert, da die Hebamme so gut sehen kann, wann das Köpfchen austritt.



Und nach der Geburt?

Birgit: "Nachdem Mateo ganz geboren war, habe ihn gleich genommen und hochgezogen. Dann durfte er ganz lange erste einmal bei mir auf der Brust liegen und wurde von der Hebamme mit einem Handtuch bedeckt. Da es uns beiden gut ging, dauerte das bestimmt 20 Minuten – angefühlt hat es sich aber wie eine Ewigkeit und es war einfach schön. Da alles ganz ohne Hektik und sehr entspannt ablief, konnten wir uns erst einmal in Ruhe kennenlernen und beschnuppern, das war eine sehr intensive und innige Zeit! Währenddessen wurde auch die Nachgeburt geboren. Erst dann wurde Mateo abgenabelt und danach bin ich dann mit Hilfe der Hebamme aus der Wanne gestiegen. Da ich mir bei der Geburt einen leichten Dammriss zugezogen hatte, wurde dieser anschließend „an Land“ versorgt."



Und zu guter Letzt: Deine ultimativen Tipps für Frauen, die im Wasser gebären wollen?


Birgit: "Geht nicht zu früh in die Klinik und auch nicht zu früh in die Wanne. Bei mir war der Zeitpunkt, ins Wasser zu steigen, bei einem Wehenabstand von 5 bis 7 Minuten optimal. Und ich denke, man sollte sich nicht absolut darauf versteifen, unbedingt in der Wanne entbinden zu wollen. Wer sich dort nicht wohlfühlt, ist vielleicht außerhalb des Wassers besser aufgehoben."

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