Verhüten nach der Geburt

Pille und andere hormonelle Verhütungsmethoden

Wie auch vor der Schwangerschaft sind hormonelle Verhütungsmethoden nach der Geburt ein sehr sicheres Mittel, um eine erneute Schwangerschaft zu verhindern. Stillende Mütter sollten jedoch bedenken, dass Hormone immer auch in die Muttermilch übergehen.



Es gilt dabei die Faustregel, dass ca. 0,1 Prozent der eingenommenen Hormone mit der Muttermilch wieder ausgeschieden und so dem Baby zugeführt werden. Je nach Art der hormonellen Verhütung schwankt diese Menge. Grundsätzlich gilt, dass Präparate, die das Hormon Östrogen enthalten, die Milchmenge und -qualität negativ beeinflussen. Also sollte in der Stillzeit auf östrogenfreie Präparate zurückgegriffen werden. Diese enthalten dann meist Gestagen, das zwar auch in die Muttermilch übergeht, deren Menge und Zusammensetzung aber nicht beeinflusst. Für alle hormonellen Verhütungsmethoden gilt: Hormone reichern sich wie alle anderen Stoffe in der Muttermilch an.

Wer sein Baby also keiner Hormondosis – egal wie gering sie sei – aussetzen möchte, sollte lieber auf andere Verhütungsmethoden, z.B. Barrieremethoden zurückgreifen, die den körperlichen Hormonhaushalt nicht beeinflussen.

Wichtig: Wenn Sie während der Stillzeit hormonell verhüten möchten, ist vorab ein ausführliches Arztgespräch unverzichtbar.

Die Pille

Die klassische Antibabypille enthält eine Kombination der beiden Hormone Östrogen und Gestagen. Östrogene bewirken einen Rückgang der Milchmenge. Dieser Effekt ist umso stärker, je früher nach der Geburt mit der Einnahme begonnen wurde. Für eine Einnahme in der Stillzeit ist ein solches Kombinationspräparat deshalb ungeeignet. Die östrogenfreie Minipille enthält nur das Hormon Gestagen (Gelbkörperhormon), deshalb darf sie auch von stillenden Frauen eingenommen werden. Allerdings geht auch das Gestagen in die Muttermilch über, aber nur in so geringen Mengen, dass dies kein Gesundheitsrisiko für das Baby bedeutet. Eine Einnahme der Minipille ist sechs bis acht Wochen nach der Geburt wieder möglich.

Vorteile der Minipille:
- kann jederzeit wieder abgesetzt werden
- kann in der Stillzeit angewandt werden
- sehr sichere Methode, wenn die Pille jeden Tag zur gleichen Zeit eingenommen wird.

Nachteile:
- sehr sichere Methode, wenn die Pille jeden Tag zur gleichen Zeit eingenommen wird
- muss jeden Tag zur gleichen Zeit eingenommen werden
- greift in den Hormonhaushalt ein
- manchmal treten Zyklusstörungen und Zwischenblutungen auf

Die Drei-Monats-Spritze

Bei der Drei-Monats-Spritze bekommen Sie vom Arzt alle drei Monate eine Hormongabe injiziert. Der Körper legt dann von selber ein Hormondepot an, das drei Monate lang gleichmäßig Gestagene abgibt. Da die Drei-Monats-Spritze keine Östrogene enthält, ist sie auch in der Stillzeit geeignet.

Vorteile:
 - die Einnahme kann nicht vergessen werden
- darf in der Stillzeit angewandt werden
- sicherer Verhütungsschutz

Nachteile:
- kann bei Nebenwirkungen nicht abgesetzt werden
- nach dem Absetzen kann es eine Weile dauern, bis sich eine Schwangerschaft einstellt.

Verhütungsstäbchen

Das Verhütungsstäbchen wirkt ähnlich wie die Drei-Monats-Spritze. Dabei wird ein streichholzgroßes Stäbchen bei örtlicher Betäubung in den Oberarm unter die Haut implantiert. Dort bleibt es drei Jahre und gibt täglich eine Dosis Gestagenhormon ab, welches den Eisprung verhindert. Außerdem verändert das Hormon die Gebärmutterschleimhaut und den Schleimpfropf, so dass die Samenfäden schlecht bis zur reifen Eizelle durchkommen und sich eine befruchtete Eizelle gar nicht einnisten kann. Da diese Methode ebenfalls ohne Östrogene auskommt, ist sie in der Stillzeit erlaubt.

Vorteile:
- die Einnahme kann nicht vergessen werden
- darf in der Stillzeit angewandt werden
- sicherer Verhütungsschutz

Nachteile:
- Stäbchen bleibt meist für 3 Jahre im Arm, also eher für Frauen geeignet, die nicht so schnell wieder schwanger werden wollen.
- die Monatsblutung wird meist stärker und dauert länger an.

Hormonspirale

Die Hormonspirale gibt in geringen Mengen das Hormon Gestagen an den Körper ab. Da sie direkt am „Einsatzort“ wirkt, ist die Hormonbelastung für den restlichen Körper meist sehr viel geringer als z.B. bei der Pille, deren Hormone über den Magen-Darm-Trakt in den Körper gelangen und so in einer höheren Konzentration verabreicht werden müssen. Im Gegensatz zur herkömmlichen Kupferspirale hat die Hormonspirale zudem den Vorteil, dass die Risiken für eine Eileiterschwangerschaft und für Entzündungen deutlich minimiert sind. Die Hormonspirale darf erst dann eingesetzt werden, wenn die körperliche Rückbildung abgeschlossen ist. Das ist frühestens sechs Wochen nach der Geburt. Über den genauen Zeitpunkt entscheidet der behandelnde Arzt.

Vorteile:
- die Einnahme kann nicht vergessen werden
- darf in der Stillzeit angewandt werden
- sicherer Verhütungsschutz
- körperliche Hormonbelastung geringer als bei der Pille

Nachteile:
- Die Spirale kann bis zu fünf Jahre im Körper bleiben. Also eher für Frauen geeignet, die die Familienplanung schon abgeschlossen haben.
- Das Einsetzen empfinden manche Frauen schmerzhaft.
- beim Einsetzen kann es in Einzelfällen zu Verletzungen kommen.