Verhütung nach der Geburt

Kondom, Diaphragma und Spirale - Die Barrieremethoden

In diese Gruppe fallen alle Verhütungsmethoden, die mittels einer Barriere verhindern, dass das Sperma überhaupt zur Eizelle gelangt. Gerade in der Stillzeit haben Kondom & Co. den Vorteil, dass sie die Milchproduktion nicht beeinflussen und auch nicht in die Muttermilch übergehen können so wie z.B. hormonelle Verhütungsmittel. Optimale Sicherheit versprechen die Barrieremethoden, wenn sie mit chemischen Verhütungsmitteln kombiniert werden. Diese sind als Spray, Creme, Gel oder Zäpfchen erhältlich und wirken spermizid, d.h. sie töten die Samenfäden ab.

Kondome

Das Kondom kann rein theoretisch sofort nach der Geburt zum Einsatz kommen. Auch wenn Paare bereits in den ersten vier bis sechs Wochen nach der Geburt schon wieder Lust verspüren und der Wochenfluss eigentlich Sex noch verbietet, ist es das ideale Verhütungsmittel. Denn es schützt zuverlässig vor Bakterien und Infektionen.

Vorteile:
- kann bedenkenlos in der Stillzeit angewandt werden
- hat keinerlei Nebenwirkungen
- günstig
- schützt vor Bakterien und Infektionen
- keine Beeinflussung des Zyklus
- muss nicht vom Arzt verschrieben werden.

Nachteile:
- nur in Kombination mit chemischen Verhütungsmitteln ganz sicher
- nicht geeignet bei einer Latexallergie
- Nach der Geburt haben viele Frauen das Gefühl, dass ihre Scheide viel trockener ist als vorher. Hier schaffen Gleitmittel Abhilfe.

Diaphragma / Pessar

Das Diaphragma ist eine elastische Gummikappe, das über den Muttermund gestülpt wird und so verhindert, dass die Samenzellen bis zur Eizelle vordringen. Zusätzlich wird es mit einem Spermizid bestrichen, das Samenzellen abtötet. Idealerweise wird das Diaphragma kurz vor dem Verkehr in die Scheide eingeführt und muss spätestens nach zwölf Stunden wieder entfernt werden. Nach einer Geburt sollten Sie aber sechs Monate lang warten, bis Sie ein Diaphragma benutzen, denn im Zuge der körperlichen Rückbildung verändern sich Muttermund und Gebärmutter. Das kann dazu führen, dass das Diaphragma nicht mehr optimal passt und Samenfäden durchlässt. Wer schon vorher mit einem Diaphragma verhütet hat, muss es nach der Geburt unbedingt anpassen lassen, damit es wieder richtig sitzt.

Vorteile:
- unkompliziertes, nebenwirkungsfreies Verhütungsmittel
- keine hormonelle Belastung
- gut geeignet für alle, die nur gelegentlich Geschlechtsverkehr haben.
- keine Beeinflussung des Zyklus
- auch in der Stillzeit geeignet

Nachteile:
- nur in Kombination mit chemischen Verhütungsmitteln ganz sicher
- nicht geeignet bei einer Latexallergie
- manche Frauen tun sich mit dem Einsetzen schwer
- muss vom Arzt verschrieben und angepasst werden
- erst sechs Monate nach der Geburt wieder empfehlenswert

Kupfer-Spirale

Aufgrund der Infektionsgefahr und der Wundheilung sollte die Spirale frühestens zwei bis drei Monate nach der Geburt eingesetzt werden. Die Entscheidung trifft der behandelnde Arzt. Danach ist sie allerdings eine nebenwirkungsfreie Verhütungsmaßnahme und auch in der Stillzeit geeignet. Untersuchungen haben bislang keine Auswirkung der Kupferspirale auf die Muttermilch nachweisen können. Bitte nicht die Kupferspirale (die eine Einnistung der Eizelle verhindert) mit der Hormonspirale verwechseln (die durch eine konstante Hormonabgabe eine Eizellen-Reifung verhindert).

Vorteile:
- muss nicht jedes Mal neu angewandt werden
- greift nicht in den Hormonhaushalt ein.
- ist auch in der Stillzeit geeignet

Nachteile:
- bleibt meist für 3-5 Jahre in der Gebärmutter, also eher für Frauen geeignet, die nicht so schnell wieder schwanger werden wollen.
- Beim Einsetzen können in Einzelfällen Verletzungen auftreten.
- Manche Frauen bekommen von der Spirale eine stärkere Regelblutung.
- Das Risiko für Eileiterschwangerschaften ist leicht erhöht.

Chemische Barrieremethoden (Schaum, Gel, Spray)

Chemische Verhütungsmittel wirken spermizid, d.h. sie töten die Samenfäden ab und lassen sie gar nicht erst zur Eizelle durchdringen. Meist sorgt der Wirkstoff Nonoxinol-9 in Zäpfchen und Sprays für die spermizide Wirkung. Mittel mit diesem Wirkstoff dürfen ohne Bedenken in der Stillzeit angewandt werden. Auch Zitronensäure oder Milchsäure, die sich manchmal in diesen Mitteln befinden, sind harmlos. Wenn Sie trotzdem das Gefühl haben, ein Mittel nicht zu vertragen, setzen Sie es ab und fragen Ihren Arzt oder die Hebamme nach einer Alternative.

Vorteile:
- Schaum und Gel können die Gleitfähigkeit verbessern.
- Chemische Mittel erhöhen die Sicherheit von Kondom, Diaphragma & Co.
- Manche Mittel können das Scheidenmilieu positiv beeinflussen.

Nachteile:
- Als alleiniges Verhütungsmittel nicht empfehlenswert.
- Die meisten chemischen Mittel müssen mindestens eine halbe Stunde vor dem Geschlechtsverkehr angewendet werden, sind also für spontane Schäferstündchen weniger geeignet.
- In einzelnen Fällen sind Schleimhautreizungen möglich.


Zurück zum Thema "Verhütung nach der Geburt"