Zika-Virus

Zika löst Schädelfehlbildung aus

Zika-Virus
US-Forscher haben jetzt nachgewiesen: Das Zika-Virus kann dem ungeborenen Kind schaden und eine Schädelfehlbildung (Mikrozephalie) auslösen. Diese kann Entwicklungsverzögerungen und geistige Beeinträchtigungen nach sich ziehen. Deshalb raten Ärzte Schwangeren und Frauen mit Kinderwunsch von Reisen in die betroffenen Länder ab.

In Brasilien und anderen Ländern Südamerikas treten gehäuft Fehlbildungen bei Neugeborenen auf. Diese werden nun sicher auf Infektionen mit den von Mücken übertragenen Zika-Viren während der Schwangerschaft zurückgeführt, das teilte jetzt die US-Gesundheitsbehörde (CDC) mit. CDC-Direktor Tom Frieden spricht von einem "Wendepunkt im Kampf gegen Zika". Die Weltgesundheitsorganisation WHO unterstützte die Aussage der CDC: "Wir glauben, es ist an der Zeit, dass wir klare Worte finden, damit nun endlich Maßnahmen ergriffen werden", sagte Bruce Aylward, WHO-Zuständiger für Zika. Bereits am 1. Februar hatte die WHO den „Öffentlichen Gesundheitsnotstand internationalen Ausmaßes“ ausgerufen.

Charakteristisch für eine Zika-Virus-Erkrankung ist das Auftreten eines knotig-fleckigen Hautausschlages, begleitet von Fieber, Kopf- und Gelenkschmerzen sowie einer Bindehautentzündung. Eine Schutzimpfung gibt es nicht. Wer nicht sicher ist, ob er infiziert ist oder war, der kann beim Arzt einen Bluttest machen. Dieser gibt innerhalb weniger Stunden Klarheit darüber, ob eine Infektion vorlag oder -liegt. Die Empfehlung der Experten: Schwangere sollen sich nach Fernreisen in Zika-Epidemiegebiete auf jeden Fall testen lassen.

Erkrankt eine Schwangere an dem Virus, kann es neben den Symptomen bei der werdenden Mutter auch zu Schädelfehlbildungen beim Baby kommen.

"Die brasilianischen Behörden haben einen Zusammenhang zwischen dem Zika-Virus-Ausbruch und den Schädel-Fehlbildungen bei Neugeborenen bestätigt", so Professor Tomas Jelinek, wissenschaftlicher Leiter des Centrums für Reisemedizin. In den Jahren 2010 bis 2014 wurden in Brasilien jährlich zwischen 150 und 200 Kinder mit Mikroenzeyphalie geboren. Aktuell vermeldet das brasilianische Gesundheitsministerium mehr als 4222 Verdachtsfälle im Zusammenhang mit dem Zika-Ausbruch, der vor knapp einem Jahr begann.

"Wir empfehlen Schwangeren und Frauen mit Kinderwunsch – also mit einer möglichen Schwangerschaft – derzeit von nicht notwendigen Reisen in Gebiete mit aktuellen Zika-Virus-Ausbrüchen abzusehen", betont Jelinek.
Ist ein Aufenthalt unvermeidbar, sollten Reisende sorgfältigen Mückenschutz beachten. Zu empfehlen sind körperbedeckende Kleidung und Mückenschutzmittel mit dem Wirkstoff DEET in einer Konzentration von über 30 Prozent. Achtung: Wer schwanger ist, muss die Packungsbeilage lesen.
Wer schwanger in den betroffenen Ländern unterwegs war, der sollte das auf jeden Fall dem behandelnden Frauenarzt mitteilen. Da das Virus auch beim Sex übertragen werden kann, empfehlen Experten, zumindest vier Wochen nach einer Reise in Zika-Gebiete zum Schutz des Partners Safer Sex zu praktizieren.

Infektionen mit den von Mücken übertragenen Zika-Viren wurden Anfang 2015 erstmals in Brasilien registriert, das waren die ersten Erkrankungen auf dem südamerikanischen Festland überhaupt. Brasilien ist zwar am stärksten betroffen, das Virus hat sich jedoch auch in andere Länder Lateinamerikas und der Karibik ausgebreitet: Kolumbien, El Salvador, Französisch-Guayana, Guatemala, Haiti, Honduras, Martinique, Mexiko, Panama, Puerto Rico, Paraguay, Suriname und Venezuela und Puerto Rico und Jamaika melden ebenfalls Fälle. Auch in den USA ist das Virus bereits aufgetaucht: Derzeit gibt es zwei Infizierte in Florida, die krank von einer Kolumbienreise zurück kamen. Zwölf Infizierte sind aktuell landesweit bekannt.

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