Ran an die Milch!
Tipps für einen guten Stillbeginn
Wenn bei der Geburt alles normal verlaufen ist, zeigen die meisten gesunden Kinder 20-60 Minuten nach der Geburt das erste Saugbedürfnis, das gilt auch für operativ beendete Geburten. Wenn Routinemaßnahmen wie Wiegen, Messen, Baden o. Ä. warten können, werden die Neugeborenen nicht gestört und finden den Weg zur Milchquelle von ganz allein: Der fruchtwasserähnliche Duft der Brustwarze lockt sie an.Fragen Sie unbedingt in Ihrer Geburtsklinik nach, wie stillfreundlich man dort ist. Denn das frühe erste Anlegen hat enorme Vorteile für beide:
- Ihre Milchproduktion wird angeregt, und die Mengen an kostbarer Vormilch nimmt zu. Diese - auch Kolostrum genannte - Milch ist für das Neugeborene optimal verdaulich und macht satt, ohne den kleinen Magen zu belasten. Außerdem unterstützt sie durch wertvolle Eiweißstoffe das noch unreife Immunsystem.
- Babys Verdauung kommt schneller in Gang, und der erste Stuhlgang wird rascher ausgeschieden, was einer Neugeborenengelbsucht vorbeugt.
- Sie selber verlieren weniger Blut, weil sich Ihre Gebärmutter durch das Still- und Wehenhormon Oxytocin gut zusammenzieht. Wenn der Mutterkuchen sich noch nicht gelöst hat, wird durch ein frühes Anlegen die natürliche Geburt der Plazenta unterstützt.
- Der Aufbau der Beziehung zwischen Ihnen und Ihrem Kind wird gefördert. Oxytocin wird nämlich auch als "Liebeshormon" bezeichnet. Es hilft uns, uns körperlich und seelisch zu öffnen. Die größte Oxytocinausschüttung haben Frauen beim Orgasmus, bei der Geburt ihres Kindes und beim Stillen. Übrigens: Auch Männer produzieren dieses Hormon. Es baut sich allerdings durch die männlichen Geschlechtshormone schneller wieder ab.
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