Wochenbettdepression Behandlung
Ist eine Behandlung notwendig?
Ist eine Behandlung notwendig?
STECKBRIEF

Name: Birgit Laue
Beruf: Hebamme & Buchautorin
Buch: Babypflege Schritt für Schritt, 1000 Fragen an die Hebamme, etc.

  • babyclub.de: Wie sollte man auf eine Wochenbettdepression reagieren? Soll sie behandelt werden?

Birgit Laue: Leider wird die Wochenbettdepression viel zu häufig verschwiegen. Unserer Gesellschaft fehlt immer noch das Bewusstsein und Verständnis für psychische Störungen im Wochenbett. Betroffene Frauen werden nach wie vor stark stigmatisiert. Besonders durch die Medien haben wir ein verklärtes Mutterimage: Das Bild einer jungen Mutter, das uns ständig präsentiert wird, ist fit, fröhlich, strahlend und rundum glücklich.

Für gemischte Gefühle, Traurigkeit oder sogar Schwermut besteht nach allgemeiner Ansicht nach der Geburt eines gesunden Kindes kein Anlass. Viele Frauen können aber bei einer Wochenbettdepression gegenüber ihrem Baby nur wenig oder auch gar keine Liebe empfinden. Sie haben deswegen Schuldgefühle, spielen sie mit dem Gedanken, sich vom Kind zu trennen, trauen sich aber nicht, mit jemanden darüber zu sprechen. Aus Scham und Furcht werden die Symptome oft heruntergespielt oder verschwiegen.

Wochenbettdepressionen sind auf jeden Fall behandlungsbedürftig. Werden sie nicht behandelt, steigt das Risiko, an einer Psychose zu erkranken immens an. Verhaltens- oder Gesprächstherapien können vielen Frauen aber oft bereits über ihre Krise hinweghelfen. Bei akut selbstmordgefährdeten Frauen ist die Aufnahme in eine psychiatrische Klinik absolut unumgänglich. Je früher die Erkrankung diagnostiziert wird, umso schneller und effektiver greifen die therapeutischen Maßnahmen. Wichtig ist es auf jeden Fall, die Situation ernst zu nehmen und nicht unter den Tisch zu kehren oder wegzuschauen.

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