Kindersprechstunde - Dr. med. Michaela Glöckler

Vergiftung | Verätzung - Was tun?

Vergiftung | Verätzung
Gefährliche Flüssigkeiten, Gifte und Medikamente müssen gut verschlossen und vor allem außer Reichweite von kleinen Kindern aufbewahrt werden! Auch über Giftpflanzen und –tiere sollte man sich informieren (z. B. Horst Altmanns Buch: „Giftpflanzen – Gifttiere“). Hier Tipps für die Notfallsituation:

Verätzung

  • Augenverätzungen mit Säuren und Laugen (z. B. Kalkspritzer): Erst unter fließendem Wasser ca. 10 Minuten spülen bei gut geöffnetem Lidspalt. Dann sofort in die Klinik.
  • Hautverätzungen: Kleidung rasch entfernen. Gründlich unter fließendem Wasser abspülen. Anschließend ist die Behandlung dieselbe wie bei einer Verbrennung.
  • Bei Verschlucken von Säuren und Laugen darf kein Erbrechen herbeigeführt werden, da die ätzende Flüssigkeit sonst ein zweites Mal die Speiseröhre schädigt. Dieses gilt auch für Polituren, Spritzmittel, Benzin und eine Reihe ätzender Putzmittel. In diesen Fällen gibt man sofort reichlich Wasser oder Tee zur Verdünnung zu trinken.

Vergiftung

Bei Pillen oder Alkohol und allen nicht ätzenden Giften, wird so schnell wie möglich Erbrechen provoziert. Ist die nächste Klinik nicht rasch zu erreichen, so sollte man es zu Hause versuchen. Dabei empfiehlt sich die nachstehende Reihenfolge:

  • Reichlich (1/2-1l) Wasser zur Geschmacksverbesserung (wenn greifbar) mit Himbeer- oder Fruchtsaft vermischt, zu trinken geben.
  • Kleine Kinder zum Erbrechen über das Knie legen, größere in Seitenlage bringen.
  • Mit der einen Hand die Wange zwischen die Zähne pressen und mit dem Zeigefinger der anderen Hand den Gaumen- und Rachenring berühren, oder aber einen Löffelstiel in den Hals stecken, bis Erbrechen eintritt.
Bei ungewöhnlicher Schläfrigkeit oder Erregung ist immer auch an eine Vergiftung zu denken! Bei entsprechendem Verdacht fährt man am besten direkt in die Klinik.

Telefonnummern der Giftnotrufzentralen

Es ist zu empfehlen, die Telefonnummer der nächstgelegenen Giftnotrufzentrale im Handy einzuspeichern oder in der Nähe des Telefons zu deponieren. Beim Telefonat müssen dann die Fragen „Wer, Womit, Wie viel, Wann und Wo“ beantworten werden.

  • Berlin: 030/19240
  • Bonn: 0228/19240
  • Erfurt: 0361/730730
  • Freiburg: 0761/19240
  • Göttingen: 0551/19240
  • Homburg/Saar: 06841/19240
  • Mainz: 06131/19240
  • München: 089/19240
  • Nürnberg: 0911/3982451
  • Wien: 01/4064343
  • Zürich: 044/2515151
Die Umgebung sollte nach leeren oder angebrochenen Medikamentenpackungen, Flaschen mit Lösungsmitteln, unbekannten Pflanzenteilen und Ähnlichem durchsucht werden. Dies sowie Erbrochenes in die Klinik bringen.

Die neuesten Kommentare zu diesem Thema:
Es wurden noch keine Kommentare verfasst! Schreibe doch einen.

Kommentar verfassen