Von Colostrum (Kolostrum, Vormilch) bis Frauenmilch
Mamas Milch passt sich an
Muttermilch ist einzigartig. Sie ist auf den Nährstoffbedarf des Säuglings optimal abgestimmt. Ausschließliches Stillen in den ersten sechs Monaten sichert Wachstum, Gesundheit und Entwicklung des Babys. Dabei verändert sich die Muttermilch während der Stillzeit und passt sich so optimal an die Bedürfnisse des Babys an – auch bei Erkrankungen von Mutter und Kind. Mamas Wunderwerk: Von Colostrum (Kolostrum, Vormilch) und Co.:
Colostrum - auch Kolostrum oder Vormilch genannt
Colostrum oder Vormilch ist die erste Milch, die das Neugeborene erhält. Sie versorgt das Baby vom ersten Stillversuch an bis zum ca. 7. Lebenstag. Die Menge variiert von ca. 2-20 ml pro Stillmahlzeit. Mehr kann der noch sehr kleine Magen eines Neugeborenen gar nicht aufnehmen. Das Colostrum ist eine dickflüssige, gelb bis bräunliche Milch mit einem hohen Anteil an Eiweißen, vor allem Antikörper (Immunglobuline), die den Säugling vor Infektionskrankheiten schützt. Sie ist fettarm und daher leicht verdaulich. Die Hauptaufgabe des Colostrums besteht in der Auskleidung des Darmes zum Aufbau der Darmschleimhaut.
Aus Colostrum wird Übergangsmilch
Die Übergangsmilch steht dem Baby etwa ab dem sechsten bis zum 14. Tag nach der Geburt zur Verfügung. Sie stellt den Übergang von Colostrum zur „Reifen Muttermilch“ dar, hat eine milchige bis rahmige Konsistenz und ist weißlich bis leicht gelblich gefärbt. Übergangsmilch enthält weniger Eiweiß, dafür schon etwas mehr Kohlenhydrate und Fette als das Colostrum.
Aus Übergangsmilch wird Frauenmilch
Reife Frauenmilch wird ca. ab dem 14. Tag gebildet. Sie weist einen hohen Fettanteil und einen niedrigeren Eiweißanteil auf. Hauptaufgabe ist die Ernährung des Kindes und die Ausreifung des Gehirns in den ersten Lebensmonaten. Sie verändert sich in der Stillzeit immer wieder, um das Baby optimal in jeder Entwicklungsphase zu versorgen. Die Farbe variiert von weißlich bis leicht bläulich, ihre Konsistenz ist wässrig.
Die Milch macht`s
- stärkt das Immunsystem des Säuglings
- begünstigt die Entwicklung sämtlicher Organe, insbesondere des Gehirns
- ist Allergie-Prävention
- ist besonders darmverträglich und schützt vor Krankheitserregern
- schützt vor Fettleibigkeit und senkt das Risiko, im Erwachsenenalter an zivilisationsbedingten Krankheiten (wie z.B. Diabetes und Bluthochdruck) zu erkranken
- senkt das Risiko, später bösartige Erkrankungen wie verschiedene Krebsarten zu bekommen
von Tatjana Bender, Still- und Laktationsberaterin IBCLC, Kinderkrankenschwester und Forschungskoordinatorin bei Medela
- Übersicht: Stillen
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