Kaiserschnitt

Kaiserschnitt: rundum informiert

In Deutschland kommt jedes dritte Baby per Kaiserschnitt zur Welt. Was passiert beim Kaiserschnitt, wann ist er notwendig und welche Risiken bestehen? Wir haben uns schlau gemacht – bei Christina Hinderlich, Leiterin des Bereichs Hebammen bei der Weleda AG, und bei Prof. Dr. Frank Louwen vom Bereich Geburtshilfe an der Goethe-Universität Frankfurt am Main.

Was genau passiert beim Kaiserschnitt?

Beim Kaiserschnitt (sectio caesarea), auch Schnittentbindung genannt, wird das Baby durch eine Operation aus der Gebärmutter geholt. In der Regel ist das Baby in weniger als einer Stunde auf der Welt. Bei der OP setzt der Arzt einen Unterbauchquerschnitt entlang der Schamhaargrenze innerhalb der Bikinizone (Pfannenstielschnitt) oder – in Deutschland die absolute Ausnahme – einen Schnitt vom Bauchnabel senkrecht bis zum Schambein (Längslaparotomie oder T-Schnitt). Meist wird lokal betäubt, zum Beispiel mit der Spinalanästhesie. Dabei wird im Bereich der Lendenwirbelsäule ein Betäubungsmittel in den Spinalraum, der Raum in der Lendenwirbelsäule mit der Gehirn-Rückenmark-Flüssigkeit, gespritzt. Die Wirkung setzt meist nach wenigen Minuten ein und die Geburt kann trotz Betäubung bewusst miterlebt werden. Dadurch kann die Mama ihr Kind nach der Entbindung – häufig hat das Baby dann seine erste Untersuchung hinter sich und ist gewaschen – im Arm halten, stillen und beim Bonding eine Bindung zu ihm aufbauen.
„Grundsätzlich gibt es einen primären und einen sekundären Kaiserschnitt“, sagt Hebamme Christina Hinderlich. Beim primären Kaiserschnitt startet die Operation vor Geburtsbeginn und ist geplant. Das gilt auch für die Mamis, die sich für einen Wunschkaiserschnitt entscheiden. Von einem sekundären Kaiserschnitt ist die Rede, wenn der Geburtsvorgang bereits begonnen hat, das heißt, die Fruchtblase geplatzt ist oder die Frau Geburtswehen hat.

Kaisergeburt: der bessere Kaiserschnitt?

Es gibt bei einer Kaisergeburt mehrere Unterschiede zum „normalen" Kaiserschnitt. Zum einen besteht die Möglichkeit, dass der Arzt den gespannten Sichtschutz kurz anhebt. Für die Eltern wird so der Blick auf ihr Baby frei. Sie sind sozusagen mit dabei, wenn der Arzt den Kopf des Kindes aus dem Bauch der Frau hebt und dabei kurz inne hält – selbstverständlich bleibt dabei jedem Elternteil der Blick auf die offene Wunde versperrt. Für das Baby hat diese Vorgehensweise den Vorteil, dass es in diesem Moment etwas Zeit hat, sich an die neue Umgebung zu gewöhnen.  Außerdem wird die Mutter bei der Kaisergeburt vom Arzt animiert, mitzupressen. Das soll ein „normales" Geburtserlebnis simulieren und der Mama das Gefühl geben, auch einen Teil beizutragen. Sobald das Kind auf der Welt ist, legt der Arzt das Baby auf den Bauch der Mutter. Im Gegensatz zum Kaiserschnitt noch vor der ersten Untersuchung und ungewaschen. Wenn der Papa möchte, hat er bei der Kaisergeburt die Möglichkeit, die Nabelschnur selbst durchzuschneiden.

Wer bezahlt den Kaiserschnitt?

Eine Kaiserschnitt-Operation wird immer von der Krankenkasse – gesetzlich oder privat – übernommen. Dabei spielt es keine Rolle, ob es sich um einen Wunschkaiserschnitt handelt, oder, ob die Operation medizinisch notwendig ist. Denn auf der Rechnung, die an die Krankenkasse geht, wird immer eine medizinische Indikation vermerkt sein – eine Indikation „Wunschkaiserschnitt" gibt es nicht.

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