Das erste Anlegen nach der Geburt
Wenn Sie stillen möchten, sollten Sie ihr Baby am besten in der ersten Lebensstunde und ohne, dass vorher mit einem Fläschchen Tee oder Glukoselösung gefüttert wurde, anlegen. Bereits in der Schwangerschaft hat die Brust die erste Milch (Kolostrum), gebildet. Diese Vormilch ist besonders gehaltvoll, enthält viel Eiweiß, Vitamine, Mineralien und vor allem Antikörper. Außerdem setzt sie die Verdauung des Babys in Gang.
Saugen ist ein natürlicher Instinkt, darum wird das Baby gleich nach der Geburt, wenn es der Mutter auf den Bauch gelegt wird, die Brust suchen. Jetzt ist der Saugreflex des Neugeborenen am stärksten. Auch für die Mutter hat das unmittelbare Stillen Vorteile: Die Gebärmutter bildet sich schneller zurück und der Milchfluss wird angeregt. Saugt das Kind noch nicht, ist es vermutlich zu erschöpft. Verschieben Sie das Stillen auf später und erholen Sie sich erst mal von der Geburt.
Egal ob das Baby im Rooming-In oder auf der Säuglingsstation untergebracht wird, sollten Sie es mindestens sechs Mal am Tag zum Stillen bekommen. Bei Kaiserschnittgeburten bestimmt die Mutter den Stillbeginn, wenn sie sich körperlich dazu bereit fühlt – das kann der Aufwachraum oder das Krankenzimmer sein. Zum Stillen empfiehlt sich in diesem Fall die Seitenlage. Legen Sie das Kind so, dass es mit den Füßen in Richtung Ihres Kopfes weist, so kann es nicht an die Narbe stoßen. Auch Frühchen können (und sollten) die wertvolle Muttermilch bekommen - selbst wenn sie noch nicht direkt an der Brust gestillt werden können. Dazu muss die Milch abgepumpt und dem Baby mit der geeigneten Methode verabreicht werden.
Wenn Sie stillen möchten, sollten Sie schon vor der Geburt diesen Wunsch äußern. Bitten Sie darum, dass Ihrem Kind kein Fläschchen gegeben wird, sondern dass es seine erste Mahlzeit an Ihrer Brust bekommt. Beim Trinken aus dem Fläschchen muss Ihr Baby anders saugen als an der mütterlichen Brust. Außerdem ist das Trinken aus der Flasche einfacher. Das kann Ihr Kleines irritieren oder gar frustrieren, wenn es dann an Ihrer Brust trinkt und das so ganz anders funktioniert. Auch ein Schnuller kann zu Saugverwirrung führen.
Daher: Für einen guten Stillstart von Anfang an nur die Brust geben! Bitten Sie auch Ihre Hebamme, Ihnen beim ersten Anlegen zu helfen.
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