Alkohol in der Schwangerschaft

Alkohol: Schwangerschaft in Gefahr!

Alkohol in der Schwangerschaft
Laut einer Umfrage des Meinungsforschungsinstitus INSA hält fast ein Fünftel der Bundesbürger ein gelegentliches Gläschen Sekt oder Bier auch während der Schwangerschaft für vertretbar. Doch für ein Ungeborenes stellt jeder Alkoholkonsum ein gesundheitliches Risiko dar. Deshalb erklären wir, wie Schwangere mit dem Thema Alkohol umgehen sollten.

Wie wirkt sich Alkohol in der Schwangerschaft aus?

Alkohol in der Schwangerschaft kann schwerwiegende Folgen haben. So kommen laut Schätzungen der Bundesregierung in Deutschland jedes Jahr 10.000 Kinder mit alkoholbedingten Schädigungen zur Welt. Davon zeigen mehr als 2000 das Vollbild des sogenannten fetalen Alkoholsyndroms (FAS) – eine lebenslange geistige und körperliche Behinderung, die gerade bei stärkerem Alkoholkonsum der Mutter entstehen kann. Das fetale Alkoholsyndrom ist damit eine der häufigsten angeborenen Erkrankungen in Deutschland. Ein Grund dafür könnte in der mangelnden Aufklärung darüber liegen, wie sich Alkohol auf die Entwicklung des Embryos auswirkt. So wussten in einer repräsentativen Umfrage 44% der Befragten nicht, dass Alkohol in der Schwangerschaft zu bleibenden Schäden beim Kind führen kann. Auch viele werdende Mütter scheinen sich der Gefahr nicht bewusst zu sein, die von ein paar Drinks ausgeht.

Wenn eine Schwangere Alkohol trinkt, gelangt dieser über die Plazenta ungehindert in den Blutkreislauf ihres ungeborenen Kindes. Dadurch haben beide innerhalb weniger Minuten denselben Alkoholspiegel. Während die Mutter den Alkohol über die Leber jedoch relativ schnell wieder abbaut, dauert dieser Prozess beim Embryo wesentlich länger, weil seine Leber noch nicht vollständig entwickelt ist. Da Alkoholmoleküle wasserlöslich sind, gelangen sie in alle Zellen des Körpers und wirken dort als Zellgift. Der Embryo ist der schädigenden Wirkung des Alkohols aber nicht nur länger ausgesetzt, als seine Mutter, sondern bietet durch das rasche Zellwachstum auch eine gefährlich große Angriffsfläche.

Verschiedene Risiken im Schwangerschaftsverlauf

Jede Minute entwickeln sich mehrere hunderttausend Nervenzellen, deren Vernetzung durch den Alkohol beeinträchtigt wird. Gerade in der 5. bis 12. Schwangerschaftswoche kann der Einfluss des Zellgifts zu Fehlbildungen führen, da in diesem Zeitraum die Organe und das Skelett entstehen. Auch Verformungen im Gesichtsbereich sind möglich und ein typisches Zeichen für die volle Ausprägung des fetalen Alkoholsyndroms. Verkürzte Lidspalten und tiefsitzende Ohren sowie eine schmale Oberlippe und eine abgeflachte Nasenrinne sind dabei die häufigsten Merkmale.

Im vierten bis sechsten Schwangerschaftsmonat wirkt sich Alkoholkonsum vor allem auf das Wachstum des Ungeborenen aus. Minderwuchs, Untergewicht und ein geringes Muskelwachstum können spätere Folgen sein. Zudem erhöht Alkoholkonsum in dieser Zeit besonders das Risiko einer Fehlgeburt.

Auch im letzten Drittel der Schwangerschaft kann Alkohol das Wachstum des Kindes empfindlich stören. Außerdem vergrößert sich das Gehirn in dieser Phase stark und kann in seiner Entwicklung beeinträchtigt werden, sodass sich weniger Gehirnzellen ausbilden.

Unterschätzte Langzeitfolgen

Insgesamt ist das zentrale Nervensystem am anfälligsten für alkoholbedingte Schädigungen. Aus diesem Grund sind viele Alkoholeffekte nur schwer zu diagnostizieren, da sie - im Gegensatz zum gut erkennbaren Vollbild des FAS – nicht zwangsläufig mit einer äußerlichen Veränderung einhergehen. Sie zeigen sich häufig erst im Verlauf der Kindheit. So können Gedächtnis- und Konzentrationsschwächen, Entwicklungsverzögerungen und motorische Defizite auf Alkohol in der Schwangerschaft zurückgehen. Alkoholgeschädigte Kinder haben außerdem häufig große Probleme damit, ihr Verhalten und ihre Emotionen zu kontrollieren und sich an Regeln und Routinen zu halten. Zusätzlich ist bei ihnen das Risiko höher, an ADHS zu erkranken. Die Schäden, die auf den Alkoholkonsum in der Schwangerschaft zurückgehen, können durch eine besondere Förderung zwar gemildert werden, heilbar sind sie jedoch meistens nicht.

Stillen: Alkohol wieder erlaubt?

In der Stillzeit sollte Alkoholhaltiges weiterhin vermieden werden. Denn mit dem Blutalkoholspiegel der Mutter steigt auch der Alkoholgehalt in der Muttermilch. Trinkt das Baby diese, kann es rauschähnliche Zustände erleben. Dadurch findet es nur schwer zu einem erholsamen Schlaf-Wach-Rhythmus. Außerdem kann Alkohol in der Stillzeit den Milchfluss vermindern und die Gefahr erhöhen, dass das Kind später eher eine Alkoholabhängigkeit entwickelt. Daher sollten auch stillende Mütter am besten komplett auf Alkohol verzichten - schließlich dauert es schon bis zu 2 Stunden, den Alkohol aus einem kleinen Glas Wein vollständig abzubauen.

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