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Dicke Schwangere

Schwanger mit Übergewicht

Immer mehr Schwangere wiegen zu viel. Normalgewicht hingegen schützt euch und euer Kind vor Komplikationen und ist ein entscheidender Gesundheitsfaktor. Wer ein paar Kilos zu viel auf die Waage bringt, sollte daher auf einige Dinge achten.

Wieviel eine Frau zunimmt ist oft typsache und/oder hormonell bedingt - kann aber durchaus auch von euch selbst beeinflusst werden, später lest ihr wie das funktionieren kann.

Zunächst aber erst einmal ein paar Fakten: Im 14. Ernährungsbericht der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) aus dem Jahr 2020 geht klar hervor, dass die Anzahl der übergewichtigen Schwangeren weiter ansteigt. In Zahlen ausgedrückt heißt das: 2007 waren 34% der schwangeren Frauen übergewichtig, 2017 schon fast 40%. Durch Übergewicht steigt laut DGE das Risiko für die Entwicklung eines Schwangerschaftsdiabetes, für Bluthochdruck, für Präeklampsie, für ein erhöhtes Geburtsgewicht des Kindes (mit späterem Übergewichtsrisiko), für ein erhöhtes Risiko des Kindes für Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Diabetes mellitus Typ 2, Bluthochdruck und für die Entwicklung eines Metabolischen Syndroms, weiter unten erfahrt ihr mehr Details.

Das Ganze ist also ein Thema, was viele werdende Mütter betrifft. Wir haben euch daher die wichtigsten Infos zusammengefasst.

Wo beginnt Übergewicht?

Man gilt als Untergewichtig, wenn der BMI niedriger ist als 18,5kg/m², als Übergewichtig mit einem BMI ab 25 kg/m² aufwärts und Adipositas liegt ab BMI-Werten ab 30 kg/m² vor. Wie hoch dein BMI ist, kannst du ganz einfach mit unserem BMI-Rechner herausfinden. Grundsätzlich gilt bei Untergewicht eine Zunahme von 12 bis 18 Kilogramm als empfehlenswert, 10-16 kg bei normalgewichtige Frauen und Übergewichtige sollten nur maximal 10 kg zunehmen. Interessant zu dem Thema ist auch unser Beitrag Gewichtsentwicklung in der Schwangerschaft

Übergewicht und Schwanger: Welche Probleme gibt's?

Generell ist es wichtig zu wissen, dass Frauen mit hohem BMI als Risikoschwangere gelten. Genauso wie Frauen, die während der Schwangerschaft zu viel zunehmen. Diese Risikogruppe ist anfälliger für diverse Schwangerschaftsbeschwerden und -komplikationen. Deshalb übernimmt die Krankenkasse meist zusätzliche Vorsorge-Untersuchungen, wie außerplanmäßige Ultraschalluntersuchungen. Außerdem werden dicke Schwangere engmaschiger überwacht, es wird öfters Blut abgenommen, Blutdruck gemessen und die Gewichtszunahme genauer beobachtet.

  • Grundsätzlich ist das Risiko für eine Schwangerschaftsvergiftung (Gestose) bei übergewichtigen Frauen erhöht. Deshalb: Wenn die Schuhe nicht mehr passen, dann ist es höchste Zeit, zum Arzt zu gehen. Denn das kann ein erster Hinweis für eine drohende Gestose sein.
  • Die Wahrscheinlichkeit, einen Schwangerschaftsdiabetes zu entwickeln, ist bei Übergewicht in der Schwangerschaft doppelt so hoch. Und das kann sich sowohl auf die Schwangere als auch aufs Baby auswirken. Mit einem Diabetes steigt bei den werdenden Mamas beispielsweise das Risiko für Infektionen, Bluthochdruck und Frühgeburten. Es erhöht sich auch die Gefahr von Fehlbildungen beim Baby. Zudem können Babys von Schwangerschaftsdiabetikerinnen bei der Geburt sehr groß sein, was zu Geburtsverletzungen bei Mutter und Kind führen kann. Kinder von Frauen mit Diabetes haben außerdem ein doppelt so hohes Risiko, selbst übergewichtig zu werden.
  • Bei übergewichtigen Schwangeren liefert der Bauchultraschall weniger aussagekräftige Bilder. Der Grund: Die Ultraschallsignale können nicht tief genug in den Bauch eindringen. Der Arzt bleibt deshalb oftmals länger beim Vaginalultraschall. Ab dem zweiten Trimester wird dann zum Bauchultraschall gewechselt.
  • Die meisten Frauen bringen auch mit zusätzlichen Kilos ihre Kinder ganz normal zur Welt. Allerdings ist durchaus zu beachten: Leidet eine Schwangere unter Übergewicht, steigt die Wahrscheinlichkeit für einen Kaiserschnitt oder die Einleitung der Geburt mit Wehentropf. Dafür kann es verschiedene Gründe geben: Zum einen kann das Baby als Folge des Schwangerschaftsdiabetes überdurchschnittlich groß sein. Zum anderen haben schwere Frauen ein höheres Risiko, ihr Kind zu übertragen.
  • Die Schmerzbehandlung bei der Geburt kann mit viel Körperfett kniffliger sein. Das heißt, es ist schwieriger, den richtigen Punkt für die Peridural-Anästhesie zu finden.
  • Bei übergewichtigen Schwangeren sind die Gelenke, Sehnen und Muskeln während der gesamten Schwangerschaft einer höheren Belastung ausgesetzt. Deshalb können Rückenschmerzen zum ständigen Begleiter werden.
  • Die Beckenbodenmuskulatur wird während einer Schwangerschaft ohnehin durch die hormonelle Umstellung und die Verlagerung des Körperschwerpunktes stark belastet. Durch Übergewicht werden die Beckenbodenprobleme noch verstärkt.
  • Auch Schlafstörungen können bei Übergewicht häufiger auftreten, z.B. die obstruktive Schlafapnoe. Dabei verengen sich im Schlaf die Atemwege und die Atmung kann zeitweise aussetzen. Lautes Schnarchen ist eine typische Begleiterscheinung, aber auch plötzliches Aufwachen. Atemaussetzer können Mutter und Kind gefährden, weil so die Sauerstoffversorgung nicht mehr ausreichend sein kann.

Probleme nach der Geburt

Die Probleme, die während der Schwangerschaft auftreten, sind nach der Geburt für übergewichtige Schwangere immer noch Thema. Da Menschen mit Übergewicht generell eher zu Wundheilungsstörungen neigen, können die Geburtsverletzungen langsamer heilen. Nach der Geburt sollten die frischgebackenen Mamas ihren Beckenboden besonders intensiv trainieren, so dass sich die Muskulatur wieder aufbaut.

Nachdem das Baby da ist, haben übergewichtige Mütter außerdem vermehrt Probleme mit dem Stillen.

  • Bei stark übergewichtigen Frauen kann sich die Milchproduktion um mehr als 72 Stunden verzögern. Dabei gilt: Jeder zusätzliche BMI-Punkt des Gewichts vor der Schwangerschaft verzögert das Einsetzen der Milchproduktion um eine halbe Stunde. Somit beginnt die reichliche Milchproduktion bei einer Mutter mit einem BMI von 40 bis zu zehn Stunden später, als bei einer Mutter mit einem BMI von 20.
  • Bei übergewichtigen Müttern wird direkt nach der Geburt oft zu wenig von dem Hormon Prolaktin ausgeschüttet, das für die Bildung der wertvollen Vormilch, dem Kolostrum, zuständig ist. Wird zu wenig Kolostrum gebildet, kann das Neugeborene schneller abnehmen und muss Fertignahrung zugefüttert bekommen.
  • Frauen mit Gewichtsproblemen haben oft wenig Vertrauen in ihren Körper und trauen sich das Stillen nicht zu. Vielen ist es unangenehm, in der Öffentlichkeit zu stillen, was häufig dazu führt, dass sie früher Fertignahrung zufüttern und sich die Stilldauer reduziert.
  • Mütter mit Übergewicht haben teilweise einen größeren Warzenhof mit flacheren Brustwarzen. Das erschwert der Mutter das Anlegen und dem Kind das Trinken. Außerdem fällt es Frauen mit großen, schweren Brüsten oft schwer, eine bequeme Stillposition zu finden.

Was kann ich tun, um die Risiken zu minimieren?

Natürlich ist es nicht einfach, in der Schwangerschaft nicht zu viel zuzunehmen und viele Frauen starten auch schon mit ein paar Kilos zu viel auf der Waage. Aber nicht jedes Kilo zu viel ist gleich ein Grund zur Sorge, jeder Körper und jede Schwangerschaft ist individuell und es kommt darauf an, dass Mutter und Kind gesund sind und sich gut entwickeln. Folgende Tipps helfen euch dabei:  

  • Das A und O für eine gute Gewichtsentwicklung ist eine passende Ernährung sowie genug Bewegung: Schwangere sollten an mindestens fünf Tagen pro Woche für mindestens 30 Minuten moderat (Sprechen muss noch möglich sein) körperlich aktiv sein. Das ist sehr wichtig für eine gute Gesundheit und seelisches Wohlbefunden. Auch mit Schwangerschaftsyoga und/oder mit unserer Schwangerschaftsgymnastik-App bleibt ihr in Bewegung. 
  • Zudem solltet ihr unbedingt die – von der Kasse bezahlten – zusätzlichen Vorsorgeuntersuchungen wahrnehmen. Dabei geht es beispielsweise um zusätzliche Ultraschalluntersuchungen, Blutuntersuchungen und eine genaue Blutdruckkontrolle.
  • Bei Wassereinlagerungen in den Beinen helfen Stützstrümpfe und es gilt: Trinken, trinken, trinken! Mindestens zwei Liter täglich regen die Nierentätigkeit an und das Wasser wird abtransportiert.
  • Bei einem Vorgespräch in der Entbindungsklinik kann vorab bereits geklärt werden, ob eine Peridural-Anästhesie (PDA) voraussichtlich gut machbar sein wird oder nicht, wenn die Schwangere eine PDA möchte.
  • Wer sich mit Menschen trifft, die in einer ähnlichen Situation sind, fühlt sich weniger allein. Also: melde dich bei einem Schwangerschaftsgymnastikkurs an, gehe in einen Geburtsvorbereitungskurs und nach der Geburt in einen guten Rückbildungskurs, auch Stillgruppen oder andere Kurse mit Baby helfen, Kontakte zu anderen Müttern zu knüpfen. 

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Kommentar vom 11.02.2019 06:11
Übergewicht
Übergewichtig schwanger sein ist doch kein Grund für eine Risikoschwangerschaft. Ich habe schon immer etwas mehr auf den rippen und 5 gesunde Kinder spontan geboren... Alle vor dem errechneten Termin und ich hatte auch keine Diabetes. Diese Angst macherei führt nur dazu das übergewichtige Frauen versuchen während der SS abzunehmen, was dann wirklich gefährlich ist. Zudem ich auch problemlos stillen konnte....
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