Haftpflichtversicherung Hebammen

Rettet unsere Hebammen!

Haftpflichtversicherung Hebammen
Sie gehen auf die Barrikaden und kämpfen um ihre Existenz. Deutschlands Hebammen haben es nicht leicht und sehen sich mehr und mehr zum Aufgeben gezwungen. Schuld sind die stetig steigenden Kosten für die Haftpflichtversicherung, die sich eine Hebamme schlichtweg nicht mehr leisten kann. Doch warum ist das so und was hat das für die Zukunft zu bedeuten?

Haftpflichtversicherung für Hebammen

Jede Hebamme in Deutschland ist verpflichtet, eine Haftpflichtversicherung abzuschließen. Das bedeutet im Klartext, dass eine nicht versicherte Hebamme ihren Beruf nicht ausüben darf. Grund: Kommt während der Geburt Mutter oder Baby zu Schaden, muss die Haftpflichtversicherung für Folgekosten wie Krankenhausaufenthalt, spezielle Betreuung etc. aufkommen. Eine Hebamme selbst wäre gar nicht in der Lage solche Kosten auf sich zu nehmen.

Während Hebammen in Krankenhäusern zumindest zum Teil von der Klinik versichert werden, muss eine freiberufliche Hebamme die Kosten für Ihre Haftpflichtversicherung selbstverständlich selbst zahlen. Dies ist jedoch bald einfach nicht mehr möglich, denn zahlte eine Hebamme in den 90er Jahren noch knapp 305 Euro für ihre Versicherung, so muss sie heute bereits an die  5100 Euro zahlen. Und das bei einem Durchschnittsnetto-Stundenlohn von etwa 8,50€.

Zwar variieren die Versicherungsprämien dabei je nach Tätigkeitsfeld der Hebamme, jedoch zahlen unterm Strich alle Hebammen mehr und mehr drauf.

Warum steigen die Versicherungsprämien?

Da durch eine gute und schnelle medizinische Versorgung bei Komplikationen die Überlebenschancen von Mutter und Kind gestiegen sind, kommen häufig höhere Folgekosten wie beispielsweise ein längerer Aufenthalt in der Klinik oder spezielle Betreuung sowie Heilbehandlungs-, Pflege- & Rentenansprüche auf die Versicherungsunternehmen zu. Wichtig zu wissen ist jedoch, dass dabei nicht die Anzahl der geburtshilflichen Schadensfälle selbst gestiegen ist. Dennoch: Um diese Folgekosten nicht selbst tragen zu müssen, erhöhen die Versicherer einfach die Haftpflichtversicherung der Hebammen und fangen die eventuell entstandenen Kosten wieder auf. Am meisten betroffen sind hierbei freiberufliche Hebammen, die in der Geburtshilfe arbeiten, da bei der Geburt selbst das Risiko eines Schadens von Mutter und Kind selbstverständlich höher ist als während der Schwangerschaft oder nach der Geburt. Aber auch Vor- und Nachsorgehebammen haben mit immer höheren Versicherungskosten zu kämpfen.

Hinzu kommt, dass der Versicherungsmarkt für Hebammen derzeit zusammenbricht. Es gibt kaum noch Versicherungen, die Hebammen überhaupt noch versichern.

Was bedeutet das für Schwangere?

Das langsame Sterben der Hebammenarbeit in Deutschland bedeutet einen Rückschritt in der Geburtshilfe – sowohl für die Arbeit der Geburtshelferinnen als auch für alle Schwangeren. Abgesehen davon, dass eine werdende Mutter schon bald keine Entscheidungsmöglichkeit über das Wo und Wie der Geburt ihres Kindes mehr hat, sondern den Weg über das Krankenhaus gehen muss, wird aufgrund der Neuorientierung der Hebammen auch die Vor- und Nachsorge während der Schwangerschaft und nach der Geburt ernorm beschnitten. Deshalb ist es so wichtig, Deutschlands Hebammen und ihre Arbeit zu unterstützen und sich auch auf politischer Ebene gegen das fortschreitende Hebammensterben zur Wehr zu setzen.

Forderungen der Hebammen

Deutschlands Hebammen fordern eine politische Lösung, ohne die der Beruf der Hebamme dem Untergang geweiht ist. Verlangt wird langfristig eine grundlegende Neustrukturierung der Haftpflichtversicherung mit einer Haftungsobergrenze für Hebammen, bis zu der eine Hebamme für von ihr verursachte Schäden haftbar gemacht werden kann. Schäden, die darüber
hinausgehen, müssen aus einem öffentlich finanzierten Haftungsfonds beglichen werden. Wenn kein Fonds einspringt, würde eine Haftungsobergrenze nämlich bedeuten, dass Geschädigte nicht mehr vollumfänglich ihre Kosten erstattet bekommen. Das wollen die Hebammen jedoch explizit nicht.

Eine kurzfristige Lösung könnte vorerst auch ein Regressverzicht seitens der Sozialversicherungsträger sein, um die Versorgung durch Hebammen weiterhin sicherzustellen.

Ihr wollt helfen? – so geht’s!

Unterstützt auch ihr unsere Hebammen! Schreibt entweder einen Brief an euren Abgeordneten oder unterschreibt eine der zahlreichen Petitionen. Den richtigen Abgeordneten aus eurem Wahlkreis findet ihr hier. Aktuelle Aktionen und Petitionen findet ihr beim Verband "Deutscher HebammenVerband e.V" und unter www.meinegeburt-natuerlich-sicher.de.

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