Wenn's länger dauert

Der Wehencocktail

Wehencocktail
„41+3“ – Was sich für andere nach einer Grundschul-Rechenaufgabe anhört, kann für Schwangere eine Nervenprobe bedeuten. Wenn das Baby schon mehrere Tage über dem errechneten Termin ist, werden manche Schwangere etwas ungeduldig und wünschen sich, dass sie ihr Kind so schnell wie möglich in den Armen halten können.

Um der entgegen gefieberten Geburt auf die Sprünge zu helfen, gibt es verschiedene Hilfsmittel. Doch Vorsicht! Nicht alle Wehen anregenden Maßnahmen sind so harmlos wie es auf den ersten Blick scheint.

Wie wirkt der Wehencocktail?

Der Wehencocktail aktiviert die Wehen mit Hilfe kräftiger Darmbewegungen. Grund: das im Cocktail enthaltene Rizinusöl, das aus den Samen des tropischen Wunderbaumes gewonnen wird, wirkt stark abführend. Da in der Schwangerschaft die Gebärmutter immer größer wird und der Darm sich auf die Seite und nach hinten/oben verschiebt, liegen die Gedärme eng um die Gebärmutter herum. Durch die ordentliche Darmaktivität werden die Muskeln der Gebärmutter in Gang gebracht. Das Resultat: nach drei bis sechs Stunden kommt es meistens zu Wehen – jedoch nur, wenn Mama und Baby tatsächlich für die Geburt bereit sind. Der Muttermund muss weich sein und beginnt sich zu öffnen. Wichtig ist natürlich auch, dass sich das Baby schon entsprechend gedreht hat und in Position liegt.

Wann wird der Wehencocktail angewendet?

In folgenden Fällen kann ein Wehencocktail verordnet:

  • eindeutige Übertragung des Geburtstermin, d.h. die Schwangere ist mindestens 10 Tage überfällig
  • Blasensprung hat schon stattgefunden, jedoch haben Wehen noch nicht eingesetzt

Aus was besteht der Wehencocktail?

Der Wehencocktail besteht bei fast allen Rezepten aus Aprikosensaft und Rizinusöl – eventuell ist Eisenkraut ein weiterer Bestandteil. Oft wird ein kleiner Schuss Cognac oder Schnaps hinzugegeben, denn der Alkohol bewirkt das Auflösen des Rizinusöls im Saft. Der Aprikosensaft beugt einem Kaliummangel vor, der durch das Rizinusöl verursacht wird und verbessert gleichzeitig den Geschmack. Manche Hebammen empfehlen das Ganze noch mit Mineralwasser aufzufüllen oder kennen Varianten mit Mandelmus oder Sekt.

Vorsicht bei der Einnahme!

Der rizinushaltige Cocktail sollte auf keinen Fall ohne fachkundigen Rat und Begleitung einer Hebamme oder eines Arztes eingenommen werden, da manchmal die Dosierung und Zusammensetzung abgewandelt werden muss. Deshalb wird an dieser Stelle kein Rezept geliefert. Bei Überdosierung, falscher Anwendung oder Zusammensetzung muss die Schwangere Nebenwirkungen wie beispielsweise Übelkeit, Erbrechen oder Kreislaufbeschwerden in Kauf nehmen. Zudem kann keine genaue Aussage darüber getroffen werden, wie das Ungeborene auf den Stress der starken Wehen reagiert. Deshalb sollten – während und auch nach der Einnahme – die kindlichen Herztöne überprüft werden, um sicher zu gehen, dass mit dem Baby alles in Ordnung ist. Hinzu kommt, dass das Ungeborene Kindspech ins Fruchtwasser ausscheiden kann. Weitere Beobachtungen zeigen, dass sich bei manchen Frauen außerdem die Gebärmutter durch den Wehencocktail langsamer zurückbildet.

Eine Studie der Stuttgarter Frauenklinik Berg konnte dennoch die Wirksamkeit des Wehencocktails belegen. Wenn der rizinushaltige Trank unter Aufsicht getrunken wird, kann dieser z.B. den Wehentropf ersetzen.

babyclub.de Team-Tipp: Früher oder später ist es endlich so weit und die Geburt beginnt! Bis dahin gilt: Auch wenn es schwer fällt, abwarten und Tee trinken, ein gutes Buch lesen oder mit anderen Schwangeren in der babyclub.de Community zur Ablenkung plaudern!

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  • wehencocktail
  • Hallo Mamis und noch werdene Mamis:-) ich bin jetzt in der 41 ssw und möchte mich nicht durch einen wehentropf einleiten lassen:-( ich habe schon im intern...
  • von jasmin91090
    24.07.2011 20:12

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